Tansania, Bildung

Frauen auf dem Weg in die Zukunft

Projektsumme: CHF 28'750
Projektnummer: 186.1503

Frauen in Tansania haben noch immer geringe Möglichkeiten der Bildung und Mitsprache in Kirche und Gesellschaft. Das Projekt unterstützt Frauen mit Aus- und Weiterbildung. Ein Ziel ist ausserdem, dass die Frauen selbständig Einkommen generieren und so für sich und ihre Familien einen Weg aus der Armut in ein selbstbestimmtes Leben in Würde finden.

Hintergrundinformationen

Der Alltag vieler Frauen im ländlichen Süden Tansanias ist hart. In der traditionell geprägten Gesellschaft haben sie kaum Mitbestimmungsmöglichkeiten. Zugleich leisten sie die meiste Arbeit im Haushalt, erziehen die Kinder, bestellen die Felder und sind dafür zuständig, ihre Familien zu ernähren. Bereits von klein auf müssen Mädchen im Haushalt und bei der Feldarbeit mithelfen. Nur rund fünf Prozent besuchen eine weiterführende Schule. Die Analphabetenrate bei Frauen ist deshalb mehr als doppelt so hoch wie bei Männern. Hinzu kommt, dass beinahe jede Familie direkt oder indirekt von HIV betroffen ist. Nicht selten sind die familiären Verhältnisse durch Armut und Gewalt geprägt. Beide Partnerorganisationen von Mission 21 in Tansania haben spezielle Abteilungen, die sich auf die Förderung von Frauen, insbesondere ihre Aus- und Weiterbildung spezialisiert haben. Diese Fachabteilungen richten sich mit ihren Angeboten nach den Bedürfnissen der Frauen und Mädchen in der jeweiligen Region. Sie unterstützen Veränderungsprozesse, die eine wirtschaftliche Unabhängigkeit der Kleinbäuerinnen ermöglichen. Sie stehen ihnen bei alltäglichen Problemen beratend zur Seite und organisieren Schulungen. Die Arbeit ist dezentral organisiert. In jeder der 350 Kirchgemeinden gibt es Frauengruppen, oft mit mehreren hundert Mitgliedern. Die Gemeinschaft in den Gruppen gibt den Frauen Halt und Mut, besonders denjenigen, die HIV-positiv oder von häuslicher Gewalt betroffen sind. Die Frauenförderung geht aber über ein psychologisches «Empowerment» hinaus. Es ist eine ganzheitliche Arbeit, die auch die wirtschaftlichen und sozialen Chancen der Frauen verbessert.

Projektziele

  • Frauen erwerben Wissen in grundlegenden Lebensbereichen (Gesundheitsvorsorge, ausgewogene Ernährung, Familienplanung, HIV und Aids)

  • Frauen generieren selbständig Einkommen

  • Die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft wird gefördert

  • Frauen kennen ihre individuellen Rechte (vor allem bei häuslicher und sexueller Gewalt)

  • Das Selbstvertrauen, das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung von Frauen sind gestärkt

  • Frauen sind besser ausgebildet

Zielgruppe

Jährlich werden mindestens 500 Frauen und ihre Familien direkt erreicht. Die indirekte Zielgruppe umfasst circa 200’000 Frauen und ihre Familien.

Aktivitäten

Für 2018 sind die folgenden Aktivitäten geplant:

  • Regionalseminare in den Ortschaften Ileje, Kyela und Rungwe mit Sonntagsschullehrern (Themen: Pädagogik, HIV und Aids, Kinder- und Frauenrechte)

  • Regionalseminare in Ileje, Kyela und Rungwe mit Pfarrfrauen (Themen unter anderem: psychosoziale Beratung, HIV und Aids, Einkommen schaffende Massnahmen, Kinder- und Frauenrechte)

  • Weiterbildung für Leiterinnen von Frauengruppen

  • Förderung Einkommen schaffender Massnahmen, unter anderem in der «Pamoja Tunaweza»-Nähgruppe (mehr zur Nähgruppe siehe unter «Projektfortschritt»)

  • Kontinuierliche Beratung und Begleitung von Frauen in Notlagen

  • Erweiterung der Seminarkapazitäten in Rungwe durch Neubau eines Gästehauses

Projektfortschritt

Seit sich im Jahr 2015 die HIV-Projekte aus der Frauenarbeit herausgelöst haben, können sich die Frauenabteilungen unserer Partnerkirchen verstärkt um die Förderung von Frauen und ihren Familien kümmern. Dies geschah zuletzt durch zahlreiche Einkommen schaffende Massnahmen. Eine besondere Rolle spielt die Nähkooperative «Pamoja tunaweza» («Zusammen schaffen wir es»), die vom Frauendepartement in Rungwe begleitet wird. Zehn Frauen produzieren erfolgreich qualitativ hochstehende Näherzeugnisse für den nationalen und internationalen Markt. Die Frauenarbeit ist in beiden Partnerkirchen organisatorisch sehr gut aufgestellt und national und international gut vernetzt. In ihren Seminaren konnte sie mit hunderten Teilnehmerinnen die Themen Frauen- und Kinderrechte, häusliche Gewalt oder Wege zur Armutsbekämpfung bearbeiten sowie Beiträge zur individuellen Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten von Frauen leisten. Die Frauenprojekte der Partnerkirchen arbeiten weiterhin sehr eng mit den Departements für Waisenkinder- und HIV-Arbeit zusammen.