Weltweit, Spezialprojekt

Frauenförderungsfonds

Projektsumme: CHF 130'000
Projektnummer: 840.1005

Der Frauenförderungsfonds (FFF) ist ein Katalysator für Frauen in der Programmarbeit von Mission 21. Er unterstützt und stärkt Frauennetzwerke der Partnerkirchen und -organisationen weltweit. Das lohnt sich mehrfach: Durch die Programme und Projekte von Mission 21 werden das Wissen und Können von Frauen der gesamten Gemeinschaft zur Verfügung gestellt, und Frauen und Männer werden dazu angeregt, Geschlechterrollen zu reflektieren und sich gemeinsam für ihre Rechte und ein Leben in Würde einzusetzen. Der Fonds fördert ausgewählte Initiativen in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Hintergrundinformationen

Viele Frauen und Mädchen sind auf Grund ihres Geschlechts von Diskriminierung und Gewalt betroffen: Oft ist der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erschwert. Auch die Möglichkeiten, aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken, sind für viele Frauen eingeschränkt.

Mission 21 blickt auf eine lange Tradition zurück, in der das Werk sich auf verschiedenen Ebenen speziell für Menschenrechte von Frauen engagiert hat: Gendergerechtigkeit gilt als Leitprinzip aller Entwicklungsprogramme. Auch der theologische Austausch mit den Partnerkirchen und -organisationen ist ein Schlüssel, um kulturell und religiös legitimierte Ungerechtigkeit zu überwinden. Indem Frauen sich in regionalen und internationalen Netzwerken verbinden, gewinnen sie Erfahrung, Kompetenz und Inspiration, um ihre Anliegen wirksam zu vertreten. Dank des Fonds werden die erworbenen Erkenntnisse einem grösseren Kreis von Menschen zugänglich gemacht. Gleichzeitig wird die Teilnahme von Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen (Familie, Kirche, Gesellschaft) gestärkt, damit sie sich aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligen können. Der Fonds wird jährlich gesprochen und stellt eine flexible Finanzierung sicher: Gerade bei sensiblen Themen ist es oft wichtig, Lösungen innert kürzester Zeit umzusetzen.

Projektziele

Der FFF fördert Gendergerechtigkeit in den Ländern, in denen Mission 21 tätig ist. Er ergänzt die Programm- und Projektarbeit von Mission 21, indem er regionale und internationale Frauennetzwerke stärkt und gezielte Initiativen zu frauenspezifischen Anliegen fördert. Die Netzwerke ermöglichen es den Frauen, sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen und sich gegen Diskriminierung auf Grund ihres Geschlechts zu wehren. Die lokale Advocacy-Arbeit der Frauen und ihrer Netzwerke ist zentral, um das übergeordnete Ziel – Gendergerechtigkeit – zu erreichen. Daher soll der FFF in den kommenden Jahren auch ausgewählte Initiativen in Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützen, die eine starke Advocacy-Komponente haben.

Zielgruppe

Der Frauenförderungsfonds unterstützt in erster Linie Initiativen «von Frauen für Frauen» in den Partnerkirchen und -organisationen von Mission 21 in Afrika, Asien und Lateinamerika. Zur primären Zielgruppe gehören also Frauen, die in den Frauennetzwerken von Mission 21 zu aktuell brisanten Themen arbeiten und damit die Betroffenen unterstützen. Einige Projekte wenden sich auch direkt an Männer, z.B. im Rahmen von Sensibilisierungskampagnen zu Frauen- und Genderthemen.

Aktivitäten und Projektfortschritt

Beispiel aus Asien

Die Frauennetzwerke in Asien wurden früh auf das Problem des Menschenhandels aufmerksam. Mit Hilfe des FFF organisierten die Frauen bereits 2013 einen Workshop in Indonesien, zu dem Fachorganisationen und Regierungsbehörden eingeladen wurden. 2016 lud der Reformierte Kirchenbund Indonesiens (PGI) alle wichtigen Akteure zu einer mehrtägigen Konferenz nach Jakarta ein. In der Folge wurde ein Aktionsplan erarbeitet, der die Umsetzung konkreter Projekte wie z.B. die Errichtung von Beratungsstellen und Notunterkünften für Betroffene, sowie Sensibilisierungskampagnen und Advocacy-Arbeit für die Rechte von Arbeitsmigrantinnen vorsieht. Der FFF machte eine breit abgestützte Initiative zur Bekämpfung von Menschenhandel möglich, in der sich die Frauennetzwerke und die Partnerkirchen gemeinsam für eine sichere Migration und bessere Arbeits- und Lebensbeziehungen von Migrantinnen und Migranten einsetzen.

Beispiel aus Afrika

In Tansania erkannte das Frauendepartement der Moravian Church, dass durch eine bessere Aufklärung über HIV/Aids und Brustkrebs vielen Frauen schweres Leid erspart werden könnte. Mit Hilfe des FFF wurden 2015 rund 50 Frauen zu Trainerinnen ausgebildet. Sie werden in Dörfern Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen durchführen, damit betroffene Frauen möglichst frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können. 

Beispiel aus Lateinamerika

Die Frauen in Lateinamerika erkannten dank der asiatischen Frauennetzwerke von Mission 21, dass Menschenhandel auch in ihren Ländern weit verbreitet ist. Mit Hilfe des FFF wurden 2015 in vier Ländern Sensibilisierungs-Workshops zu Menschenhandel durchgeführt. Eine Kommunikationsplattform (www.tejiendoredeslatinoamerica.org) wurde erstellt, damit die Frauen thematisches Material austauschen und ihre Aktionen koordinieren können.