Tansania, Bildung

Gewaltfrei leben

Projektsumme: CHF 17'250
Projektnummer: 186.1004

Das Projekt zur Friedensförderung in Tansania zielt auf die Begrenzung und Überwindung von Gewalt in der Gesellschaft und im häuslichen Umfeld. Es arbeitet mit Jugendlichen und Multiplikatoren in Kirche und Dorfgemeinschaften. Als Multiplikatoren gelten Personen, die Wissen weitergeben und dadurch zu dessen Verbreitung beitragen. Die Jugendlichen lernen, Auseinandersetzungen ohne verbale oder physische Gewalt zu lösen. Eigens ausgebildete Streitschlichter vermitteln im Konfliktfall zwischen den Parteien. Zudem fördert das Projekt die christlich-muslimischen Beziehungen in Tansania.

Hintergrundinformationen

Über viele Jahrzehnte hinweg galt Tansania als eine Insel des Friedens. Anders als viele andere afrikanische Staaten blieb es über mehr als 50 Jahren von Kriegen und gewaltsamen Konflikten verschont. Religiöse, ethnische oder soziale Spannungen waren kaum bekannt. Verschiedene Faktoren trugen dazu bei. Die integrierende Politik des früheren Präsidenten Julius Nyerere hatte allen Gruppen der Gesellschaft einen Platz in der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ordnung des Staates angeboten. Zudem verringerte die sozialistische Wirtschaftsordnung jener Zeit die Kluft zwischen Arm und Reich, so dass entlang sozialer Unterschiede kaum Konflikte entstehen konnten. Seit ein paar Jahren verändert sich diese Ausgangslage durch den politischen und ökonomischen Wandel sowie eine Radikalisierung einzelner religiöser Gruppen. Die bisher guten Beziehungen zwischen der muslimischen und christlichen Bevölkerung sind zunehmend geprägt von Spannungen. Auch sozialer Protest nimmt gewaltsame Züge an. Erschreckend ist die geringe Schwelle zur Anwendung physischer Gewalt. Dies beinhaltet auch die häusliche Gewalt, der vor allem Frauen und Kinder ausgesetzt sind. Die beiden Partnerkirchen von Mission 21 in Tansania reagieren auf diese Gefahren und engagieren sich für den gesamtgesellschaftlichen Frieden.

Projektziele

  • Jugendliche und Multiplikatoren sind dafür ausgebildet, gewaltfreie Lösungen für Konflikte in der Gesellschaft, der Kirche und im häuslichen Umfeld zu finden.

  • Die friedlichen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen in der Region Mbeya werden gefördert

Zielgruppe

Mitglieder der Kirchenleitung, Theologiestudierende, Pfarrerinnen und Pfarrer der Partnerkirchen, Schülerinnen und Schüler an Sekundar- und Berufsschulen.

Aktivitäten

  • Durchführung von vier Regionalseminaren für Pfarrpersonen mit jeweils 50 Teilnehmenden zu den Themen Friedensförderung und Konfliktlösung.

  • Durchführung von vier Regionalseminaren für Jugendliche mit jeweils 40 Teilnehmenden

  • Lehrauftrag der Friedensbeauftragten der Partnerkirche an theologischen Hochschulen in den Ortschaften Lutengano und Utengule

  • Aufbau eines Netzwerkes von Streitschlichtern

  • Organisation von interreligiösen Fussballturnieren

Projektfortschritt

Das Bildungsprojekt zur Friedensförderung begann 2015 nach der Weiterbildung von Pfr. Asaligwe Mwesya im Bereich Friedensförderung und Konflikttransformation. Ein Jahr später fing er an, Seminare mit leitenden Mitgliedern unserer Partnerkirchen über die Ursachen von Konflikten und Wege zu einer gewaltfreien Konfliktlösung durchzuführen. So wurde auch 2017 ein Seminar zur Analyse bestehender Konflikte und zu Methoden friedlicher Konfliktlösungen gehalten. 58 Multiplikatoren haben daran teilgenommen.

Im Sommer 2016 hat Pfr. Robert Pangani ein Studium in Islamwissenschaften/Christlich-Muslimische Beziehungen erfolgreich abgeschlossen und wird nun die interreligiöse Arbeit des Friedensprogramms koordinieren. In der Folge hat er dieses Thema ab Juli 2017 im theologischen Seminar in Utengule unterrichtet.

Zudem konnte eine umfangreiche Konfliktanalyse durchgeführt werden, in der die Ursachen und Folgen von Konflikten im Kontext unserer Partnerorganisationen beleuchtet werden. Die Erkenntnisse sind die Basis für alle weiteren Aktivitäten des Projekts und der umfassenden Friedensförderung.