DR Kongo, Bildung

Handwerksschule Wamba-Luadi

Projektsumme: CHF 28'000
Projektnummer: 197.1809

Die Handwerksschule in Wamba-Luadi bietet im Rahmen eines dreijährigen Lehrgangs eine solide Schreiner- und Zimmermannsausbildung an. Es handelt sich um eine staatlich anerkannte Ausbildungsstätte. In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo ist die Ausbildung qualifizierter Berufsfachleute erfolgversprechend. Wie eine Evaluation gezeigt hat, sind die Chancen sehr gut, erfolgreich eine eigene Werkstatt zu gründen oder als Angestellter eines Betriebs zu arbeiten. Durch die Ausbildung in der Handwerksschule können junge Männer und Frauen ihren Lebensunterhalt selbständig verdienen.

Hintergrundinformationen

In der DR Kongo haben junge Erwachsene kaum berufliche Perspektiven. Im Durchschnitt sind 60 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Durch frühe Schwangerschaften und wegen fehlender Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sind vor allem junge Frauen und Jugendliche aus ländlichen Gebieten betroffen. Nur indem Arbeitsmöglichkeiten auf dem Land geschaffen werden, kann eine Veränderung erreicht werden. In der Provinz Kwango haben Jugendliche nach der Schulzeit besonders geringe Chancen, eine Arbeit zu finden, da die Region sehr abgelegen ist. Vor diesem Hintergrund kommt der Handwerksschule Wamba-Luadi im Kwango eine zentrale Bedeutung zu. Die Schule wurde 1983 mit Unterstützung der Evangelischen Mission im Kwango (EMIK) gegründet. Sie befindet sich in der Ortschaft Wamba-Luadi, ca. 600 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt. Seit 1985 besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen bei Stuttgart, welche die Werkzeugsätze für die Schülerinnen und Schüler nach Abschluss der Ausbildung zur Verfügung stellt. Bereits 1990 wurde die Handwerkerschule vom Staat anerkannt.

Projektziele

Oberziel: Durch den Besuch der Handwerksschule erhalten junge Männer – und neuerdings auch junge Frauen – aus der Kwangoregion eine solide Schreiner- und Zimmermannsausbildung. 

Teilziele:

  • Jugendarbeitslosigkeit und Jugendkriminalität werden bekämpft.

  • Es werden gute Schreiner und Zimmerleute ausgebildet, die sich später selbständig machen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

  • Die Bevölkerung wird mit einfachen Möbeln versorgt.

Zielgruppe

Die Zielgruppe besteht aus Jugendlichen der Provinz Kwango, ungeachtet dessen, ob sie Mitglieder der Communauté Évangélique du Kwango (CEK) sind oder nicht. Die Schüler sind zwischen 17 und 35 Jahre alt. Sie leben entweder im Internat oder kommen von auswärts. Die Internatsschüler sind meist junge Männer, die weiter als 100 Kilometer von Wamba-Luadi entfernt leben und keine Verwandten in der näheren Umgebung haben. Im Sommer 2009 hat die erste junge Frau ihren Abschluss gemacht.

Aktivitäten

Der Unterrichtsplan der Handwerksschule «École Professionnelle de Menuiserie et Charpenterie» (EPMC) beinhaltet theoretische und praktische Kurse. Die theoretischen Kurse werden anhand des offiziellen nationalen Lehrplans abgehalten. Die Abschlussprüfung richten staatliche Inspektoren aus. Die praktische Arbeit ist dem jeweiligen Ausbildungsjahr angepasst. Am Ende des ersten Jahres können die Lernenden einfache Gegenstände anfertigen. Im zweiten Jahr stellen sie verschiedene Gegenstände wie Schulbänke, Wandtafeln und Fenster her. Im dritten Schuljahr realisieren sie anspruchsvollere Arbeiten. So helfen die Schüler – soweit es um holztechnische Arbeiten geht – bei der Herstellung von Dachkonstruktionen.

Projektfortschritt

2017 haben 56 Lehrlinge die Ausbildung in der Schreinerei besucht. Sie schufen 20 Stühle, 15 Klappsofas, 10 Salonsofas, 4 Betten, 4 Nachttischchen, 2 Esstische und einen Schrank. Im Kurs Maurerarbeiten konnten weitere 7 Lehrlinge ausgebildet werden. Im ersten Halbjahr 2017 wurden zudem Vorbereitungen zum Anlegen eines Waldgebiets gemacht. Dort wird in Zukunft Holz für die Handwerksschule produziert.

Das Projekt erreicht sein primäres Ziel: Die ausgebildeten Schreiner etablieren sich als selbständige Handwerker in der Provinz Kwango. Sie verdienen dadurch einerseits ihren Lebensunterhalt und fungieren andererseits als Multiplikatoren für die Weitergabe des erworbenen Wissens.