Indonesien, Malaysia, Friedensförderung

Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und Kinder

Projektnummer: 225.1008

Frauen- und Kinderhandel sowie häusliche Gewalt sind in Indonesien und Malaysia stark verbreitet. Dazu kommt, dass hunderttausende Frauen aus Indonesien in anderen asiatischen Ländern als Hausangestellte arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Diese Frauen werden oft Opfer von Gewalt und Ausbeutung.

Das Projekt schützt und unterstützt von Gewalt betroffene Frauen. Es setzt sich für Frauenrechte und für die Überwindung häuslicher Gewalt ein und verbessert die Situation von Arbeitsmigrantinnen. Zu den Aktivitäten gehören Frauenhäuser, Schulen für Migrantenkinder, Rechtsberatungen sowie wirtschaftliche und psychologische Unterstützungsangebote. Der Einsatz für Frauenrechte wird mit Kampagnen und dem Aufbau eines regionalen AktivistInnen-Netzwerks unterstützt.

Hintergrundinformationen

Patriarchale Strukturen und Werte sind in Indonesien und Malaysia stark verankert. Häusliche Gewalt ist verbreitet, ebenso Frauen- und Kinderhandel sowie sexuelle Ausbeutung von Arbeitsmigrantinnen. Da Frauen im Durchschnitt schlechter ausgebildet sind als Männer, sind sie wirtschaftlich benachteiligt und haben oft kaum die Möglichkeit, sich über ihre Rechte zu informieren und sich zur Wehr zu setzen. Laut der staatlichen indonesischen Frauenrechtskommission wurden 2017 348‘446 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Speziell exponiert sind Arbeitsmigrantinnen aus Indonesien, welche meist als Hausmädchen in Malaysia, Singapur, Hongkong, Taiwan und im arabischen Raum arbeiten. Viele leiden unter unwürdigen Arbeitsbedingungen, Gewalt und Ausbeutung. Die Arbeit von Mission 21 und ihren Partnerorganisationen setzt in allen Stadien des Migrationszyklus an: In Indonesien werden Frauen vor der Ausreise über Rechte und Pflichten sowie Hilfsangebote aufgeklärt. In Hongkong erhalten sie juristische Beratung und Schutz vor Gewalt in einer Notunterkunft (Projekt 222.1005). In Malaysia betreibt die Partnerkirche BCCM Primarschulen für Migrantenkinder. In Bandung (West Java) und Kupang (Westtimor) erhalten Rückkehrerinnen Zuflucht in Schutzhäusern.

Projektziele

Frauen und Kinder erhalten Beistand und Schutz vor Gewalt. Frauen und Männer engagieren sich für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Gewalt. In armen Gegenden wird über Risiken der Arbeitsmigration aufgeklärt, und ausgebeutete Migrantinnen erhalten Schutz und Unterstützung für ein eigenständiges Leben.

Zielgruppen

Primäre Zielgruppe sind Frauen, die in der eigenen Familie oder als Arbeitsmigrantinnen in fremden Haushalten zu Gewaltopfern werden, sowie jene, die in die Fänge des Menschenhandels geraten. Geschlechtergerechtigkeit kann jedoch nur erreicht werden, wenn Frauen und Männer gemeinsam darauf hinarbeiten. Männer werden deshalb in den Schulungen und bei Kampagnen einbezogen.

Aktivitäten

  Ökumenische Kampagne gegen Gewalt an Frauen in Asien

  Aufbau eines regionalen Netzwerks von Aktivisten und Aktivistinnen mit einer Plattform zur Einforderung von Frauenrechten

  Das Durebang Frauenhaus und Training Centre in Bandung, West Java bietet Beratung, Unterstützung und Schutz von Gewaltopfern und Betroffenen. Dazu kommt die praktische Schulung von Personal

  Zurückkehrende Arbeitsmigrantinnen aus Hongkong, Taiwan und anderen Ländern erhalten Unterstützung in Form von psychologische Betreuung, wirtschaftlicher Stärkung und Begleitung bei Einfordern ihrer Rechte (in Hongkong in Zusammenarbeit mit Projekt 222.1005)

  Schulen für indonesische Migrantenkinder in Sabah, Malaysia

  Schulung von kirchlichem Personal in Auswanderungsgebieten zur Unterstützung von Ausreisewilligen und Hilfestellung für zurückkehrende Arbeitsmigrantinnen

  Integrierte Projekte in abgelegenen Gebieten von Kalimantan (Indonesien) und Sabah (Malaysia) zur Überwindung der Verheiratung von Mädchen im Kindesalter (Sensibilisierung, Handwerksförderung, Ausbildungsstipendien für Mädchen)

Projektfortschritt

Frauen sind in einem patriarchal geprägten Umfeld besonders verletzlich. Zugleich sind sie besonders wichtige Akteurinnen eines gesellschaftlichen Wandels. Dies durch ihre vielen aktiven Rollen als Mütter von Kindern, als Vorsteherinnen der häuslichen Wirtschaft sowie als aktive Teilnehmerinnen in nachbarschaftlichen und gesellschaftlichen Netzwerken. In der neuen Phase des Kooperationsprogramms in Asien (2019-2021) legen wir deshalb grosses Gewicht auf die Förderung von Frauen in allen Projekten und auf das gender mainstreaming in allen Partnerorganisationen, um die Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben.

2017 lancierte die Christliche Konferenz in Asien eine ökumenische Kampagne zum Thema Handel mit Frauen und Kindern, die bis in die UNO Gehör fand. Diese Kampagne wird mit weiteren Kirchenkonsultationen in den Mitgliedsverbänden fortgesetzt. Der indonesische Kirchenbund PGI, eine Partnerorganisation von Mission 21, koordiniert ein Programm mit verschiedenen spezialisierten Organisationen zur Unterstützung indonesischer Arbeitsmigrantinnen. Eine Abklärung zu den wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten von Frauen in der Ausreiseregion Westtimor ergab Empfehlungen für die weitere Planung eines Projekts zur Unterstützung von Rückkehrerinnen. Abklärungen in weiteren Regionen folgen.

Als Ergebnis der Aktivitäten in der vergangenen Programmphase verfügen nun alle beteiligten Partnerorganisationen über geschultes Personal für die Seelsorge, Beratung und Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt und von Menschenhandel. Das Durebang Centre in Bandung bietet nicht nur Gewaltopfern Schutz, sondern wird zu einem Zentrum für die praktische Weiterbildung von Personal aus anderen Regionen ausgebaut. Es ist eingebettet in ein regionales, interreligiöses Netzwerk von Institutionen und war beteiligt an der Erstellung des Schattenberichts zur Situation der Frauen in Indonesien zuhanden der UNO.

 

Ausblick: Projektausbau

Das oben beschriebene Projekt soll in der laufenden Projektphase erweitert werden. Ziel des Projektausbaus ist, möglichst vielen Opfern von Gewalt Beistand und Schutz zu gewähren. Neben den weiter unterstützten Zentren und Schutzhäusern in Bandung und Hongkong besteht Bedarf an vielen anderen Orten. Mitgliedskirchen des indonesischen Kirchenbundes, der Christlichen Konferenz in Asien und Partnerorganisationen von Mission 21 sind bereit, ihr Engagement auszuweiten, wenn zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden können.

Spenden fliessen zunächst in das oben beschriebene Basisprojekt. Bei ausreichender Finanzierung sind zusätzliche Aktivitäten vorgesehen:

  Aufbau und Betrieb eines weiteren Schutzhauses für gewaltbetroffene Frauen und Kinder in Palangkaraya, Zentral-Kalimantan (Indonesien)

  Ausweitung des Schutzhauses in Bandung für die Begleitung und Betreuung von gewaltbetroffenen zurückgekehrten indonesischen Migrantinnen

  Zusätzliche Schulen für indonesische und philippinische Migrantenkinder in Sabah, Malaysia

  Stipendien und Unterstützung von indonesischen Migrantenkindern, die ihre Schul- und Ausbildung nach der Rückkehr in Indonesien fortsetzen wollen

  Ausweitung der Begleitung und Beratung von indonesischen Arbeitsmigrantinnen in Malaysia

  Ausweitung der wirtschaftlichen Stärkung von zurückgekehrten Migrantinnen in Indonesien