Kamerun, Gesundheit

HIV-Arbeit: Unterstützung von Witwen und Waisen

Projektsumme: CHF 39'100
Projektnummer: 134.1021

Die Presbyterianische Kirche in Kamerun (PCC), Partnerkirche von Mission 21, setzt sich auf vielfältige Weise für Menschen ein, die mit HIV leben. In Zusammenarbeit mit der Frauengruppe Aid International – Christian Women of Vision (AIChrisWOV) bietet die PCC medizinische Behandlung und kämpft zudem für die Rechte von Menschen mit HIV. Ausserdem werden Witwen durch Einkommensförderungsmassnahmen wie Mikrokredite unterstützt. Aidswaisen wird die Schulbildung finanziert und medizinische Versorgung ermöglicht.

Hintergrundinformationen

Die Frauengruppe AIChrisWOV in Bamenda und die kamerunische Partnerkirche von Mission 21 bieten Hilfe und Solidarität für Menschen, die mit dem HI-Virus leben. Sie kümmern sich um Angehörige Verstorbener, besonders Witwen und Waisen. Gerade Frauen und Mädchen sind stark von HIV betroffen. Frauen haben weniger Möglichkeiten, sich zu schützen. Aufgrund ihrer untergeordneten Rechtsstellung (sexuelle Gewalt bleibt oft ungestraft), ihrer häufig rudimentären Bildung und wirtschaftlichen Abhängigkeit von Männern ist ihr Infektionsrisiko gross. Ausserdem laufen sie Gefahr, bei Ausbruch der Krankheit ihres Besitzes enteignet und aus ihren Familien verstossen zu werden. Auch Kinder und Jugendliche leiden: Aids macht Millionen von Kindern zu Waisen. Die aktuelle politische Krise im anglophonen Teil Kameruns verschärft die Probleme. Umso dringender ist das Engagement. Ziel von AIChrisWOV ist es, Kindern ein neues, möglichst familiäres Zuhause zu vermitteln und Zukunftsperspektiven zu bieten.

Offiziell leben derzeit 4,5 Prozent der Bevölkerung Kameruns mit HIV. Durch Aufklärungsmassnahmen und kostenlosen Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten konnte die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle leicht gesenkt werden.

Projektziele

  • Beiträge an den Lebensunterhalt und die medizinische Behandlung von Frauen und Kindern, die mit HIV leben

  • Kampf gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen, die mit HIV leben

  • Aus- und Weiterbildungsmassnahmen für Witwen

  • Kampf für Frauenrechte

  • Recht auf Nahrung, Gesundheit und Bildung für die Waisen

  • Durch Aufklärungs- und Bildungsarbeit im Rahmen sämtlicher kirchlicher Arbeitsfelder wird die Zahl der Neuinfektionen verringert

Zielgruppen

  • Frauen und Kinder, die mit HIV leben

  • Witwen und Waisen

  • Gesundheitspersonal

  • Pastorinnen und Pastoren der PCC

Aktivitäten

  • Öffentlichkeits- und Advocacy-Arbeit (mit dem Schwerpunkt Beendigung der Stigmatisierung von Menschen mit HIV)

  • HIV-Tests und Beratung, Seelsorge, kostenlose Abgabe von antiretroviralen Medikamenten, häusliche Pflege und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, auch für Binnenflüchtlinge

  • Aufklärungs- und Bildungsarbeit im Rahmen sämtlicher kirchlicher Arbeitsfelder: in der Männer-, Frauen- und Jugendarbeit, an allen Schulen und Ausbildungsstätten, in der Erwachsenenbildung und im Gesundheitswesen.

  • Einkommensschaffende Massnahmen für Jugendliche und Frauen (mit Mikrokrediten als Startkapital)

Projektfortschritt

Das HIV-Programm der PCC entwickelt seit seiner Aufnahme passende Strategien für den Umgang mit HIV. Auch im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Aktivitäten in Gesundheitsinstitutionen, Schulen und Presbyterien durchgeführt.

Der Fokus der HIV-Arbeit liegt weiterhin auf der Prävention. Im Lehrplan der 21 Oberschulen der PCC findet sich ein Kurs zum Thema HIV und Sexualität. Es geht im Projekt auch darum, Personen, die mit HIV leben, zu unterstützen und sie in die Gemeinschaft einzubinden. Diese Personen erhalten beispielsweise Hilfe bei der Eröffnung eigener kleiner Geschäfte, um finanziell unabhängiger zu werden. Schliesslich ist Beratung eine wichtige Aktivität regionaler HIV-Koordinatoren. So wurden etwa 860 Personen mit HIV psychologisch begleitet und im Umgang mit gesellschaftlichen Stigmata in Bezug auf HIV unterstützt.