Nigeria, Gesundheit

HIV: Prävention und Hilfe in Nigeria

Projektsumme: CHF 17'250
Projektnummer: 162.1021

Nigeria hat weltweit die zweithöchste Zahl an Menschen, die mit HIV leben. Die EYN, Partnerkirche von Mission 21 in Nigeria, setzt sich auf mehreren Ebenen für betroffene Menschen ein. Zum Beispiel werden Erwerbsmöglichkeiten aufgezeigt. So können mit HIV lebende Menschen ihre finanzielle Unabhängigkeit sichern und erhalten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Besonderen Fokus legt das Projekt auf Kinder von Eltern mit HIV sowie Waisenkinder, da diese besonders gefährdet sind. Zudem engagiert sich die EYN in der Bildungsarbeit, um Neuinfektionen zu verhindern. Präventive Aufklärungsarbeit und konkrete Soforthilfe werden so kombiniert. Das Projekt ermöglicht Menschen mit HIV und deren Angehörigen ein Leben in Würde.

Hintergrundinformationen

Gemäss Schätzungen von UNAIDS sind in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, 3,2 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Nationale Programme setzen auf drei Ebenen an: Die Zahl von Neuinfektionen soll vermindert werden, bereits Infizierte sollen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten erhalten und die Diskriminierung und Stigmatisierung Betroffener soll bekämpft werden. Aufgrund der humanitären Krise im Nordosten Nigerias, ausgelöst durch den aktuellen Konflikt mit Boko Haram, wurden diese Bemühungen jedoch in den Hintergrund gedrängt. Insbesondere Menschen, die mit HIV leben, werden von den Unruhen tangiert, da sie bei Versorgungsengpässen und fehlender Gesundheitsversorgung speziell anfällig sind. Des Weiteren besteht im Konfliktgebiet eine erhöhte Gefahr für Neuinfektionen. Präventive Massnahmen sind somit besonders wichtig. Die EYN setzt sich in dieser Region unermüdlich für Betroffene ein. Nebst Nothilfe bietet sie langfristige Hilfe für Menschen, die mit HIV leben. Mit Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert sie die Bevölkerung und vermindert so die Diskriminierung von Menschen, die mit HIV leben.

Projektziele

Das Projekt trägt dazu bei, die Zahl neuer HIV-Infektionen zu vermindern, den Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle Betroffenen zu sichern und die respektvolle und wertfreie Behandlung von mit HIV lebenden Menschen zu gewährleisten.

  • Vermehrte Erwerbsmöglichkeiten für Menschen, die mit HIV leben: Durch Schulungen und die Vergabe von Kleinkrediten erhalten die Betroffenen die Möglichkeit, selbsttragende Geschäfte aufzubauen und ihren Lebensunterhalt selbstständig zu verdienen.

  • Zugang zu Gesundheitsversorgung: Durch eine Verbesserung der ökonomischen Situation und Aufklärung über medizinische Möglichkeiten bekommen mehr Betroffene Zugang zu medizinischer Versorgung.

  • Verminderte Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen, die mit HIV leben durch Aufklärungsarbeit in dörflichen Gemeinschaften und im kirchlichen Umfeld.

  • Niedrigere Infektionsraten durch Aufklärungsarbeit, insbesondere Verhinderung von Mutter-Kind-Übertragungen.

  • Kinder von Menschen, die mit HIV leben sowie Waisenkinder erhalten Zugang zu regulärer Schulbildung und ausreichender Ernährung.

Zielgruppe

Die Zielgruppe dieses Projektes bilden Jugendliche, die besonders gefährdet sind, sich mit dem HI-Virus anzustecken, sowie bereits Betroffene. Diese sind einerseits Menschen die mit HIV leben, andererseits auch deren Angehörige und Kinder. Zudem arbeitet das Projekt mit lokalen politischen und religiösen Führungspersonen zusammen.

Aktivitäten

  • Einkommensschaffende Massnahmen: Schulungen und Mikrokredite für Menschen, die mit HIV leben, damit diese ihr eigenes Geschäft aufbauen und ökonomisch eigenständig leben können

  • Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zu HIV und zu den Rechten der Betroffenen

  • Regelmässige Gesundheitschecks und die Bereitstellung von qualitativ guter Gesundheitsversorgung für Betroffene

  • Ausbildung von Betreuern, deren Schulungen speziell angepasst sind an die Bedürfnisse von Kindern, die mit HIV leben

  • Verteilung von Ergänzungsnahrung und Schulmaterial an Kinder von Menschen, die mit HIV leben und an Waisenkinder in Gebieten, die vom Konflikt besonders betroffen sind

Projektfortschritt

Dank der verbesserten Sicherheitslage im Nordosten Nigerias kann das Projekt wirkungsvoll durchgeführt werden. Es operiert gegenwärtig in sechs ländlichen Gemeinschaften im Nordosten Nigerias. 2016 konnten 40 Menschen, die mit HIV leben, davon 25 Frauen, ein eigenes, selbsttragendes Geschäft aufbauen. 50 Kinder haben ihre Schulbildung wieder aufgenommen und erhalten Betreuung und Unterstützung. Dafür wurden im Rahmen des Projektes 26 Betreuungspersonen ausgebildet. Mindestens 70 Prozent der Menschen, die im Projektgebiet mit HIV leben, erhalten regelmässige Pflege und ausreichende gesundheitliche Versorgung. Auch im nächsten Jahr ist die Fortführung und Weiterentwicklung des Projektes durch die Partnerorganisation geplant.

Projektbilder