Nigeria, Friedensförderung

Interreligiöse Friedensarbeit in Nigeria

Projektnummer: 162.1007

Die Friedensarbeit in Nigeria wird dringender benötigt denn je. Die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram im Nordosten und gewalttätige Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen in Zentral-Nigeria haben Leid über Millionen von Menschen gebracht und das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen nachhaltig gestört. Die schlechte Wirtschaftslage und politische Machtkämpfe im Land tragen zu einer sehr angespannten Situation bei. Unter diesen herausfordernden Umständen fördert Mission 21 den Frieden zwischen Christen und Muslimen und unterstützt Opfer von Gewalt, gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort.

Aktuelle Meldungen zur Projektarbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie in unseren News.

Beiträge aus dem Netzwerk von Mission 21 sind hier zu finden: #zeichenderhoffnung

 

Hintergrundinformationen

2009 gewann die dschihadistische Miliz Boko Haram im Nordosten Nigerias an Einfluss und versetzte in den Folgejahren das Land mit gewalttätigen Angriffen, Entführungen und Bombenanschlägen in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand. Davon sind insgesamt 16 Millionen Menschen den Gebieten Borno, Yobe und Adamawa im Nordosten des Landes betroffen. Seit 2016 herrscht in Teilen der betroffenen Gebiete wieder relative Sicherheit. Doch sind noch immer rund 2,2 Millionen Menschen gezwungen, fern der Heimat ein neues Leben aufzubauen. Seit 2018 haben zudem Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen in Zentral-Nigeria ein zuvor ungesehenes Mass an Gewalt erreicht. Diese Entwicklungen haben vor allem das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen im Land massiv beeinträchtigt. Aus diesem Grund fördert Mission 21 zusammen mit ihren Partnern den interreligiösen und interethnischen Dialog. Zum Projekt gehört auch Arbeit im Bereich der Konfliktprävention und der gewaltlosen Konfliktbearbeitung. Zudem werden traumatisierte Menschen psychosozial begleitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Kindern.

Projektziele

• Der interreligiöse, interethnische und interkulturelle Dialog wird gefördert. Dies verbessert das gegenseitige Verständnis und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft

• Ausgebildete Friedensarbeiter und einflussreiche Personen, zum Beispiel Pastoren, fungieren als Brückenbauer in der Gesellschaft

• Vom Konflikt und von sexueller/geschlechterspezifischer Gewalt betroffene Menschen sind durch psychosoziale Begleitung gestärkt

• Die Gesellschaft ist durch Advocacy-Kampagnen auf sexuelle und geschlechterspezifische Gewalt sensibilisiert und die Begleitung und der Schutz von Opfern ist von Seiten der lokalen Regierungen, der Kirchen und der traditionellen Führungspersonen verbessert

Zielgruppe

• Personen christlicher und muslimischer Glaubensrichtungen.

• Religiöse Würdenträger, Glaubensgemeinschaften und kommunale Entscheidungsträger

• Menschen, die sich für gesellschaftliche Interaktion und die friedliche Koexistenz der verschiedenen Volks- und Religionsgruppen einsetzen

 • Personen, die direkt vom Konflikt und von Gewalt betroffen sind.

Aktivitäten

• Aufbau christlich-muslimischer Dialogforen mit friedensfördernden und brückenbildenden Aktivitäten zwischen gesellschaftlichen Gruppen.

• Interreligiöse Friedensclubs in öffentlichen Schulen, Ausbildung und Einsatz von Mediatorinnen und Mediatoren

• Interreligiöse Berufsausbildungen sowie interreligiöse und interethnische Selbsthilfegruppen

• Schulungen im Bereich der gewaltfreien Konfliktlösung. Die Schulungen richten sich zum Beispiel an religiöse Führungspersonen sowie an Menschen, die sich aktiv für den Frieden einsetzen.

• Psychosoziale Begleitung von Gewaltopfern durch geschulte Freiwillige

• Sensibilisierungskampagnen zum Thema Diskriminierung von Opfern sexueller und geschlechterbasierter Gewalt

Projektfortschritt

Auch im Jahr 2020 hat die von Mission 21 unterstützte Arbeit der Partnerorganisationen in Nordost-Nigeria zur Förderung des Friedens zwischen Christen und Muslimen beigetragen. Seit 2019 ergänzen Angebote des «Peace Training Centres» (PTC) die Arbeit der Partnerkirche EYN und der interreligiösen Nichtregierungsorganisation LCGI. Mission 21 stärkt damit die Friedensförderung innerhalb des Kooperationsprogramms. Die Aktivitäten der Partner tragen dem wachsenden Bedarf an friedensfördernden Massnahmen in der Gesellschaft Rechnung. Im Juli 2020 führte das PTC ein Webinar zu den Themen Trauma, Selbstfürsorge und Covid-19 durch, indem die Teilnehmer sensibilisiert wurden. LCGI vertieft als Teil eines interreligiösen Netzwerks in Zentralnigeria Nothilfemassnahmen mit tiefergehenden und längerfristigen Aktivitäten der Versöhnungsarbeit. So profitierten 2020 mehr als 1'600 Personen aus einkommensschwachen Familien christlichen und muslimischen Glaubens, die stark unter den wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus leiden, von der Verteilung von Nahrungsmittel und Hygieneprodukten zur Vorbeugung der Verbreitung des neuen Virus.