Nigeria, Friedensförderung

Interreligiöse Friedensarbeit in Nigeria

Projektsumme: CHF 55'000
Projektnummer: 162.1007

Die Friedensarbeit in Nigeria steht vor besonderen Herausforderungen und wird dringender benötigt denn je. Die Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram hat Hunderttausende in die Flucht geschlagen. Das Verhältnis zwischen den Religionen scheint nachhaltig gestört. Die desolate wirtschaftliche Situation sowie politische Machtkämpfe in Nigeria lassen eine baldige Lösung des Konflikts unwahrscheinlich erscheinen. Unter solch schwierigen Umständen bemüht sich die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN), Partnerkirche von Mission 21, gemeinsam mit Lifeline Compassionate Global Initiatives (LCGI) und anderen Akteuren um Frieden zwischen Christen und Muslimen und die Versorgung von Opfern der Gewalt.

Hintergrundinformationen

Seit 2009 gewann die Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias an Einfluss und hat das Land in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzt. Insgesamt sind 16 Millionen Menschen betroffen, die gesamte Bevölkerung der drei Gebiete Borno, Yobe und Adamawa im Nordosten Nigerias. Ende 2015 konnte das nigerianische Militär die territoriale Ausbreitung der Terrormiliz stark vermindern. Somit herrscht in manchen Teilen im Nordosten Nigerias wieder relative Sicherheit. Schätzungen zufolge konnten bisher rund eine Million Menschen zurückkehren, aber noch immer leben rund 1,6 Millionen Menschen als Binnenflüchtlinge. Die Zunahme der Gewalt seitens Boko Haram hat die interreligiöse Friedensarbeit massiv beeinträchtigt und neue Schwerpunkte nötig gemacht. In Zusammenarbeit mit der Partnerkirche EYN sowie der Partnerorganisation LCGI leistet Mission 21 in Nigeria einen Beitrag zur psychosozialen Begleitung traumatisierter Menschen, zum Wiederaufbau und zur Armutsbekämpfung. Letzteres geschieht über Bildungs- und Ausbildungsmassnahmen und die Vergabe von Kleinkrediten, die die Existenzsicherung von Witwen und vom Krieg versehrten Familien fördern.

Projektziele

  • Der interreligiöse Dialog wird auf verschiedenen Ebenen gefördert. Er leistet einen Beitrag zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Muslimen und Christen

  • Traumatisierte Menschen haben Zugang zu psychosozialer Begleitung und einer ganzheitlichen Hilfe, um die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen

  • Kommunale Strukturen in der kriegsversehrten Region sind gestärkt

  • Die Existenz gefährdeter Witwen und Waisenkinder ist gesichert

  • Rückkehrer-Familien verfügen über die benötigen Ressourcen für einen Neustart

  • Konflikte in Kommunen können gewaltfrei gelöst werden

Zielgruppe

Die Zielgruppe dieses Projektes umfasst Personen christlicher als auch muslimischer Glaubensrichtungen. Konkret zielt das Projekt auf religiöse Würdenträger, Glaubensgemeinschaften und kommunale Entscheidungsträger ab. Zudem umfasst das Projekt Christen und Muslime, die sich für interreligiösen Dialog und friedliche Koexistenz einsetzen. Schliesslich werden Familien, die vom Konflikt direkt betroffen sind (Binnenflüchtlinge und Rückkehrer-Familien), spezifisch Witwen und Waisenkinder, unterstützt.

Aktivitäten

  • Interreligiöser Dialog auf verschiedenen Ebenen

  • Interreligiöse Friedensclubs in öffentlichen Schulen

  • Zugang zu Bildung für Waisen und gefährdete Kinder

  • Psychosoziale Begleitung für Menschen, die direkt vom Konflikt betroffenen sind

  • Ausbildung von Moderatorinnen und Moderatoren für Workshops und Einzelbetreuung für die psychosoziale Begleitung

  • Gemeinsame Aktivitäten von Christen und Muslimen

  • Existenzsicherung für Witwen und vom Konflikt betroffene Familien

  • Unterstützung von Rückkehrer-Familien.

  • Ausbildung von Moderatorinnen und Moderatoren für gewaltfreie Konfliktlösung

Projektfortschritt

Trotz anhaltender Sicherheitsprobleme wird der Dialog zwischen Christen und Muslimen weitergeführt. Es wurden bereits über 100 Moderatorinnen und Moderatoren für die psychosoziale Begleitung ausgebildet. Zudem wurden auch in diesem Jahr in verschiedenen vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften Workshops in gewaltfreier Konfliktlösung durchgeführt. Witwen und Waisen werden in wirtschaftlicher Hinsicht unterstützt. Vom Konflikt betroffene Menschen werden ganzheitlich unterstützt. Es konnten gemeinsame Aktivitäten von Christen und Muslimen zum Aufbau guter Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften durchgeführt werden. Die Projektinvolvierten bemühen sich weiterhin, Plattformen und Möglichkeiten für den interreligiösen Dialog und eine friedliche Koexistenz von Christen und Muslimen zu schaffen.