DR Kongo, Bildung

Junge Erwachsene mit neuen Perspektiven

Projektsumme: CHF 10'000
Projektnummer: 197.1210

Die seit Jahren andauernde politische und wirtschaftliche Krise in der DR Kongo hat zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einer zunehmenden Verarmung der Bevölkerung geführt. Die schwierigen Lebensbedingungen der Bewohner des Quartiers Camp Luka in Kinshasa haben Pfarrer Alfred Mbuta Kabamba 1999 dazu bewogen, eine Non-Profit-Organisation namens ACCOJED – «Action Congo pour la Jeunesse en Danger» ins Leben zu rufen. ACCOJED unterstützt junge Erwachsene und alleinerziehende Frauen.

Hintergrundinformationen

Pfarrer Alfred Mbuta Kabamba stammt aus der Region Kwango. Er studierte von 1987 bis 1992 Theologie an der Protestantischen Universität in Kinshasa. Als Pfarrer von Camp Luka, einem der ärmsten Quartiere von Kinshasa, realisierte der junge Geistliche, dass nur eine ganzheitliche Kirchenarbeit den Bedürfnissen und Nöten der Quartierbewohner gerecht wird. Alfred Mbuta Kabamba gründete deshalb 1999 mit einer Gruppe von Gemeindemitgliedern die Non-Profit-Organisation «ACCOJED – Action Congo pour la Jeunesse en Danger».

In den letzten Jahren haben sich in grossen Städten die prekären Lebensverhältnisse insbesondere für junge Erwachsene verschärft. Viele verlassen die Schule vorzeitig und ohne offiziellen Abschluss, was ihre Integrationschancen im ohnehin eingeschränkten Arbeitsmarkt erschwert. Ihre Zukunftsperspektiven sind dementsprechend düster und die Gefahr der Resignation ist gross. Rund 80 Prozent der Bewohner von Camp Luka haben keine Anstellung. ACCOJED engagiert sich deshalb seit einigen Jahren in verschiedenen Bereichen für junge Erwachsene und verleiht ihnen so Hoffnung und neue Zukunftsperspektiven.

Projektziele

Das Projekt leistet durch die Schneiderinnenkurse einen wichtigen Beitrag zur Stärkung junger Frauen im Armutsquartier Camp Luka, in Kinshasa. Es fördert ihre Integration in die Gesellschaft, vermittelt ihnen Hoffnung und beugt der Jugendkriminalität vor.

Zielgruppe

Die Zielgruppe besteht aus jungen Frauen des Quartiers Camp Luka in Kinshasa, unabhängig davon, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören.

Aktivitäten

Mit wenig Unterstützung von aussen haben die Mitglieder von ACCOJED vielfältige Aktivitäten ins Leben gerufen. So haben die Quartierbewohner und -bewohnerinnen ein Gesundheitszentrum und ein Labor aufgebaut. Die Jugendgruppe von ACCOJED hat eine Theatergruppe gegründet und sensibilisiert ihre Altersgenossen mit Strassentheater zum Thema HIV. Im Areal der Pfarrei bepflanzen die in einer Kooperative organisierten Mütter des Quartiers rund acht Hektaren Land mit Gemüse. Die Frauenkooperative von ACCOJED sorgt mit Kursen zu Latrinenbau und Abfallentsorgung dafür, dass das Quartier sauberer wird und weniger Durchfallerkrankungen vorkommen. Mit diesem Projekt werden jährlich 39 junge Frauen im Nähzentrum von ACCOJED ausgebildet.

Projektfortschritt

Aufbauend auf die Erfolge der vergangenen Jahre, organisierte ACCOJED 2017 mit Hilfe von freiwillig arbeitenden Lehrerinnen und Lehrern bereits den sechsten Nähkurs. Im Rahmen dieses Nähkurses besuchen die Teilnehmenden für drei Monate andere Ateliers, um so auch ausserhalb der Werkräume von ACCOJED Erfahrungen zu sammeln. Indem die jungen Menschen, meist Frauen, auf manuellen Nähmaschinen einfache Schneiderarbeiten vornehmen, verdienen sie auf eigenständige Weise ihren Lebensunterhalt. So ist es ihnen zum Beispiel möglich, genug Schulgeld aufzubringen, um ihre Kinder in den Unterricht zu schicken.