China, Bildung

Kaderentwicklung für ein China im Wandel

Projektnummer: 216.1010

Die Kirchen spielen für die Menschen in China eine immer wichtigere Rolle, wenn es um soziale und ethische Fragen geht. Daher ist es von grosser Bedeutung, dass die Kirchen gut qualifiziertes Personal beschäftigen. Gerade für Theologie-Interessierte aus armen Familien und Regionen ist es jedoch schwierig, eine entsprechende Ausbildung zu finanzieren. Daher unterstützt Mission 21 über die drei theologischen Hochschulen in den Provinzen Yunnan, Shaanxi und Guangdong Studierende aus einfachen Verhältnissen.

Hintergrundinformationen

China gehört zu den aufstrebenden Schwellenländern. Innerhalb kurzer Zeit finden gewaltige soziale und wirtschaftliche Umwälzungen statt. Soziale und familiäre Strukturen verändern sich und werden teilweise aufgelöst, zum Beispiel durch Migrationsbewegungen in die grossen Industriezentren und die rasante Verstädterung.

Dies ruft Verunsicherung bei der Bevölkerung hervor. Viele Chinesinnen und Chinesen, insbesondere Junge, suchen Halt in religiösen und spirituellen Gruppen. Dies zeigt auch die steigende Zahl der Kirchenmitglieder. Sowohl die protestantische als auch die katholische Kirche in China gehören zu den am schnellsten wachsenden Religionsgemeinschaften weltweit. Dadurch entsteht ein riesiger Bedarf an gut ausgebildetem Fachpersonal. Diese Fachleute werden eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Kirche und Gesellschaft einnehmen. Mission 21 ermöglicht über Stipendienbeiträge Studierenden, die aus armen Verhältnissen kommen und oft ethnischen Minderheiten angehören, den Seminarbesuch.

Neben den offiziellen Andachtsstätten gibt es unzählige nicht registrierte Kirchen, was vor allem auf das angespannte Verhältnis zwischen Kirche und Regierung zurückzuführen ist. Aufgrund repressiver Massnahmen seitens der Regierung hat sich dieses Verhältnis noch verschlechtert.

Projektziele

Studierenden aus armen Verhältnissen, die meist auch einer ethnischen Minderheit angehören, wird der Besuch an einem theologischen Seminar ermöglicht. Als zukünftige Fachkräfte sind sie wichtige Multiplikatoren für die weitere Entwicklung einer sozialen Kirche und Gesellschaft im sich rasant wandelnden China. Gleichzeitig stärkt Mission 21 damit die Chancengleichheit und ethnische Vielfalt in China.

Zielgruppe

Studierende aus armen Verhältnissen, die meist auch einer ethnischen Minderheit angehören.

In den drei Provinzen Guangdong, Shaanxi und Yunnan ist das Armutsgefälle gross mit sehr armen Bezirken und vielen ethnischen Minderheiten, die oftmals sozial benachteiligt sind. Diese haben es besonders schwer, gute Zukunftschancen zu erhalten. Unterstützt werden daher Studierende aus den theologischen Seminaren in Guangzhou (Provinz Guangdong), Xian (Provinz Shaanxi) und Kunming (Provinz Yunnan).

Aktivitäten

  Vergabe von Stipendien zur Subventionierung von Schulgebühren

  Unterstützung in Notlagen

Projektfortschritt

Das theologische Seminar in Guangzhou hat den vierjährigen Bachelor-Studiengang für eine vertiefte pastorale Ausbildung gut etabliert. Obwohl Guangdong eine der wohlhabenderen Provinzen Chinas ist, befinden sich hier auch einige der ärmsten Bezirke des Landes. Mit den Spendengeldern von Mission 21 werden 8 bis 10 bedürftige Studierende aus armen Dörfern unterstützt, welche den Kirchen in der Hakka-Region im Osten von Guangdong angehören. Das Seminar zählt 176 Vollzeit- und 150 Teilzeit-Studierende. Da die Anforderungen für den Dienst in Kirche und Gesellschaft steigen, hat das Seminar neu einen zweijährigen Masterstudiengang eingerichtet.

Die theologische Schule in Yunnan bemüht sich um eine Ausweitung der Ausbildung, trotz begrenzter finanzieller Ressourcen. Seit 2015 arbeitet sie mit Gastdozierenden der «Yunnan University of Ethnic Minorities» zusammen. Dadurch erhalten die Studierenden zusätzliche Qualifikationen und ein Zertifikat, das es ihnen erlaubt, an einem College weiter zu studieren. Zurzeit absolvieren 135 Studierende die dreijährige Ausbildung an der theologischen Schule in Yunnan. 95 Prozent kommen aus Dörfern und gehören meist einer ethnischen Minderheit an. Erfreulich ist, dass 96 Prozent der Graduierten nach dem Studium in ihre Heimatdörfer zurückgehen, um die erlernten Fähigkeiten für die Gemeinschaft einzusetzen.  

Die theologische Schule in Shaanxi zählt gegenwärtig 140 Studierende, von denen 56 an einem einjährigen Studiengang für Laien und 94 an einer vierjährigen Ausbildung für Pfarrpersonen teilnehmen. Aus Platzgründen können nicht mehr Studierende aufgenommen werden. Entsprechend interessierte und begabte Studierende können ihr Studium an der «Divinity School» des «Chung Chi College» in Hongkong weiterführen, wo sie von Tobias Brandner betreut werden, einem ökumenischen Mitarbeiter von Mission 21. (vgl. Projekt 222.1012).

Projektbilder