China, Bildung

Kaderentwicklung für ein China im Wandel

Projektsumme: CHF 32'200
Projektnummer: 216.1010

Die Kirchen spielen für die Menschen in China eine immer wichtigere Rolle, wenn es um soziale und ethische Fragen geht. Daher ist es von grosser Bedeutung, dass die Kirchen gut qualifiziertes Personal beschäftigen. Gerade für Theologie-Interessierte aus armen Familien und Regionen ist es jedoch schwierig, ein entsprechendes Studium zu finanzieren. Daher vergibt Mission 21 über die drei theologischen Hochschulen in den Provinzen Yunnan, Shaanxi und Guangdong Stipendien an Studierende aus einfachen Verhältnissen.

Hintergrundinformationen

China erlebt derzeit einen rasanten gesellschaftlichen Wandel in Form von wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen, Verstädterung und grossen Migrationsbewegungen. Dies ruft tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung hervor. Viele Chinesinnen und Chinesen suchen in der Religion und Spiritualität den Halt, der ihnen wegen der immensen gesellschaftlichen Umbrüche sowie der Auflösung familiärer und sozialer Strukturen verloren geht. Neben den offiziellen Andachtsstätten gibt es unzählige nicht registrierte Kirchen, was vor allem auf das angespannte Verhältnis zwischen Kirche und Regierung zurückzuführen ist. Aufgrund repressiver Massnahmen seitens der Regierung hat sich dieses Verhältnis noch verschlechtert.

In einem Land mit 1,38 Milliarden Menschen bilden die ca. 60 bis 80 Millionen Protestantinnen und Protestanten eine Minderheit. Doch sowohl die protestantische als auch die katholische Kirche in China gehören zu den am schnellsten wachsenden Religionsgemeinschaften weltweit. Der Bedarf an gut ausgebildetem Fachpersonal ist riesig und für die Entwicklung von Kirche und Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Mission 21 ermöglicht über Stipendienbeiträge Studierenden aus armen Verhältnissen den Seminarbesuch.

Projektziele

Studierenden aus armen Verhältnissen, die meist auch einer ethnischen Minderheit angehören, wird der Besuch an einem theologischen Seminar ermöglicht. Als zukünftige Fachkräfte sind sie wichtige Multiplikatoren für die weitere Entwicklung einer sozialen Kirche und Gesellschaft im sich rasant wandelnden China.

Zielgruppe

Studierende aus armen Verhältnissen, die meist auch einer ethnischen Minderheit angehören.

Aktivitäten

Unterstützt werden Studierende aus den theologischen Seminaren in Guangzhou (Provinz Guangdong), Xian (Provinz Shaanxi) und Kunming (Provinz Yunnan).

  • Vergabe von Stipendien zur Subventionierung von Schulgebühren

  • Unterstützung in Notlagen

Projektfortschritt

Die drei Seminare zählen zurzeit über 420 Studierende.

  • Das theologische Seminar in Guangzhou hat erfolgreich einen vierjährigen Studiengang für eine vertiefte pastorale Ausbildung eingeführt. Obwohl Guangdong eine der wohlhabenderen Provinzen Chinas ist, befinden sich hier auch einige der ärmsten Bezirke des Landes. Insbesondere zu diesen pflegt Mission 21 die von der Basler Mission geknüpften Beziehungen weiter. Mit den Spendengeldern von Mission 21 werden zurzeit 10 bedürftige Studierende aus armen Dörfern unterstützt, welche den Kirchen in der Hakka-Region im Osten von Guangdong angehören.

  • Die theologische Schule in Yunnan bemüht sich um eine Ausweitung der Ausbildung, trotz begrenzter finanzieller Ressourcen. Seit 2015 arbeitet sie mit Gastdozierenden der «Yunnan University of Ethnic Minorities» zusammen. Dadurch erhalten die Studierenden zusätzliche Qualifikationen und ein Zertifikat, das es ihnen erlaubt, an einem College weiter zu studieren. Zurzeit absolvieren 135 Studierende die dreijährige Ausbildung an der theologischen Schule in Yunnan. 95 Prozent kommen aus Dörfern und gehören meist auch einer ethnischen Minderheit an. Drei Viertel der Studierenden benötigen ein Stipendium in der Höhe von 220 bis 600 Schweizer Franken im Jahr. Sie werden von Mission 21 mit unterstützt. Erfreulich ist, dass 96 Prozent der Graduierten nach dem Studium in ihre Heimatdörfer zurückgehen, um ihre erlernten Fähigkeiten für die Gemeinschaft einzusetzen.

  • Die Shaanxi Bibelschule ist bestrebt, trotz staatlicher Auflagen die Schule zu einer regionalen Bildungseinrichtung auszubauen. Sie würde dann der zweithöchsten Stufe theologischer Ausbildung in China angehören. Die theologische Schule in Shaanxi zählt gegenwärtig 120 Studierende, von denen 50 an einem einjährigen Studiengang für Laien und 70 an einer vierjährigen Ausbildung für Pfarrpersonen teilnehmen. 

Entsprechend interessierte und begabte Studierende können ihr Studium an der «Divinity School» des «Chung Chi College» in Hongkong weiterführen, wo sie von Tobias Brandner betreut werden, einem ökumenischen Mitarbeiter von Mission 21.

Projektbilder