Kontinental, Gesundheit

Kontinentales HIV-Programm

Projektnummer: 100.1020

Mission 21 unterstützt HIV-Projekte ihrer Partnerkirchen in der DR Kongo, in Tansania, Kamerun, Nigeria sowie im Südsudan. Der Gesundheits- und HIV-Experte Emery Mpwate begleitet die Projektpartner vor Ort. Schwerpunkt sind Präventions- und Aufklärungsprogramme, um Neuinfektionen zu verhindern und gegen die Stigmatisierung von Menschen vorzugehen, die mit HIV leben. Betroffene und ihrer Angehörigen werden unterstützt, zum Beispiel durch Selbsthilfegruppen, wirtschaftliche Stärkung oder Angebote für Waisenkinder.

Hintergrundinformationen

Die Vereinten Nationen (UNO) haben sich zum Ziel gesetzt, die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden. Noch ist der Weg dorthin aber weit. Gemäss UNO sinkt die Zahl der Neuinfektionen seit dem Jahr 2000 zwar stetig, und die Anzahl von Menschen mit Zugang zu antiretroviralen Medikamenten ist stark angestiegen. Und doch haben nur etwa 53 Prozent der Menschen, die mit HIV leben und davon wissen, Zugang zur nötigen medizinischen Versorgung. Im Jahr 2018 starben rund 770‘000 Menschen an Aids, rund 1,7 Millionen infizierten sich im selben Jahr neu (Quelle: UNAIDS).

Laut der UNO leben weltweit mehr als 37 Millionen Menschen mit HIV oder Aids. Der Zugang zu Medizin und Therapie ist in vielen Ländern sehr beschränkt. Besonders kritisch ist die Lage im südlichen Afrika. Zwar repräsentiert diese Region nur etwa einen Zehntel der Weltbevölkerung, doch mehr als die Hälfte der Neuinfektionen betrifft Menschen im Afrika südlich der Sahara. Hier leben auch zwei Drittel aller Menschen, die mit HIV infiziert oder an Aids erkrankt sind, sowie 90% der mit HIV infizierten Kinder. Noch höher ist der Anteil der HIV-positiven Mädchen und Frauen: Rund drei Viertel aller weltweit infizierten Frauen leben in Subsahara-Afrika. Zwischen 15 und 18 Millionen Kinder wurden in Afrika durch Aids zu Waisen.

Projektziele

•  Die Stigmatisierung von Menschen mit HIV wird durch Informations- und Wissensvermittlung abgebaut, über die Gemeinde- und Kirchenstrukturen hinaus

•  Prävention neuer Ansteckungen mit HIV ist aktiv gefördert

•  Der Zugang zu Behandlung, Betreuung und Pflege für HIV-infizierte Menschen und deren Angehörige wird erweitert, insbesondere der Zugang zu Antiretroviraler Therapie (ART)

•  Von HIV betroffene Menschen und ihre Angehörigen bzw. Hinterbliebenen führen ein Leben in Würde

•  Die Arbeit im Bereich HIV wird inhaltlich weiter entwickelt. Effizienz und Effektivität werden gesteigert.

Zielgruppe

Informationen zur Aufklärung über HIV und zum Abbau von Stigmatisierung richten sich an die gesamte Bevölkerung im Projektgebiet. Daneben finden gezielte Aufklärungs- und Präventionsmassnahmen in besonders gefährdeten Gruppen statt (insbesondere Jugendliche/junge Erwachsene). Die Partnerorganisationen von Mission 21 werden in ihrer Arbeit unterstützt sowie untereinander und mit anderen Organisationen vernetzt.

Aktivitäten

  gezielte Aufklärungs- und Präventionsarbeit für die Zielbevölkerung, einschliesslich Beratung und HIV-Tests

  Heimpflege und -betreuung von betroffenen Menschen (Krankenpflege, palliative Pflege, Sterbebegleitung, Betreuung von Aids-Waisen und pflegenden Familienmitgliedern etc.)

  Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden in der HIV-Arbeit (Aufklärung, Prävention, Betreuung und Pflege von Betroffenen, Behandlung mit ART etc.)

  Aus- und Weiterbildungsarbeit für «Peer Educators» innerhalb der Zielgruppen (insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene)

  soziale und wirtschaftliche Unterstützung für Menschen mit HIV und deren Angehörige

  Weiterentwicklung und Vernetzung der Programme der Partnerorganisationen durch den Gesundheitsexperten Emery Mpwate

  Interessenvertretung und aktive Lobbyarbeit in Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft (Advocacy)

Projektfortschritt

Die breit ausgerichtete HIV-Arbeit der Partnerorganisationen hat sich zunehmend professionalisiert. In allen Kirchen gibt es gut geschulte und vernetzte Koordinatorinnen und Koordinatoren, welche die HIV-Arbeit in ihrer Region organisieren. Dabei verschiebt sich der Fokus stärker auf die Präventionsarbeit. Dies geschieht durch Seminar mit Multiplikatoren, Lehr- oder Pfarrpersonen sowie Gesundheitspersonal. Auf diese Weise können Neuansteckungen und somit eine weitere Ausbreitung des HI-Virus effektiv verhindert werden.