Ghana, Gesundheit

Ländliche Gesundheitsversorgung

Projektsumme: CHF 11'500
Projektnummer: 130.1106

Obwohl es seit 2005 in Ghana eine Krankenversicherung gibt, deren Jahresbeitrag bei nur rund zwölf Franken liegt, haben noch längst nicht alle Menschen in den ländlichen Regionen Zugang dazu. Zudem werden von der Versicherung Kosten für teure Medikamente, Verpflegung und Krankentransporte nicht übernommen. Für solche Kosten kommt der «Poor and Sick Fund» der Presbyterianischen Kirche von Ghana (PCG) auf. Die Gesundheitsdienste der PCG sind in acht der zehn Regionen Ghanas vertreten: mit Gesundheitszentren, Basisgesundheitsdiensten, Distriktkrankenhäusern, zwei Krankenpflegeschulen und einer Servicestelle für Technik. Das Projekt wird von der Organisation «Evangelische Mission in Solidarität» (EMS) geführt und von Mission 21 mitfinanziert.

Hintergrundinformationen

Seit gut zehn Jahren gibt es in Ghana eine für die gesamte Bevölkerung erschwingliche Krankenkassenversicherung, genannt National Health Insurance Scheme (NHIS). Die Prämien richten sich nach dem jeweiligen Einkommen, wobei die Jahresprämie der niedrigsten Einkommensklasse umgerechnet etwa zehn Dollar beträgt. Dennoch haben nicht alle Menschen in den ländlichen Regionen eine solche Versicherung abgeschlossen; die von der Versicherung finanzierten Medikamente und Dienstleistungen stehen auch nicht in allen Landesteilen vollumfänglich zur Verfügung und die Versicherung kommt nur für elementare medizinische Behandlungen auf. Aus diesen Gründen führt die PCG für ihre Spitäler und Basisgesundheitsdienste einen «Poor and Sick Fund» (Fonds für Arme und Kranke), damit in ihren kirchlichen Krankenhäusern niemandem aus finanziellen Gründen eine überlebenswichtige Behandlung versagt wird. Seit jeher ist es Tradition in den presbyterianischen Gesundheitseinrichtungen, dass jede und jeder behandelt wird – unabhängig davon, ob die Person für die Kosten aufkommen kann.

Projektziele

Jeder Patient und jede Patientin wird behandelt, unabhängig von Krankenversicherung und finanzieller Situation. Damit verbessert sich die Gesundheitssituation insbesondere in den ländlichen Gebieten.

Zielgruppe

  • Bedürftige Patientinnen und Patienten aus dem In- und Ausland (Ghana, Burkina Faso, Togo, Elfenbeinküste)

  • Junge Menschen, die zu Dorfgesundheitshelfern ausgebildet werden

Aktivitäten

Die Gesundheitsdienste der PCG umfassen fünf Kreiskrankenhäuser, 27 Gesundheitsstationen, neun Basisgesundheitsdienste und zwei Krankenpflegeschulen. Aktivitäten in einzelnen davon:

  • Agogo Hospital: Das Spital bietet Pflege mit fünf Schwerpunkten: Chirurgie, Kinderheilkunde, Innere Medizin, Gynäkologie und Augenheilkunde. Zudem werden hier Fachärztinnen und Fachärzte ausgebildet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erforschung und Behandlung der Hautkrankheit Buruli Ulcer.

  • Presbyterianisches Krankenhaus Bawku: Das Spital liegt im Dreiländereck Ghana-Togo-Burkina Faso und behandelt Notfälle aus der gesamten Region. Für Patienten aus dem benachbarten Ausland steht aber die ghanaische Krankenversicherung nicht zur Verfügung. Wenn diese nicht in der Lage sind, die Behandlungskosten selbst zu bezahlen, kommt auch hier der «Poor and Sick Fund» zum Tragen.

  • Presbyterianisches Augenzentrum Bolgatanga: Die Ausstattung des Zentrums ist in den letzten Jahren konsequent ausgebaut worden. Augenoperationen zur Linderung der häufig vorkommenden Augenkrankheiten, etwa des grauen Stars, sind jetzt dort möglich. Auch dieses Zentrum liegt im Dreiländereck und versorgt deshalb viele Personen aus dem benachbarten Ausland, die in Ghana nicht versichert sind.

Projektfortschritt

Die Krankenhäuser Bawku und Agogo mit ihren jeweiligen Netzwerken von Kliniken in der Region behandeln je etwa 500 ambulante Patienten pro Tag. Das Agogo Spital geniesst den Ruf, die führende Einrichtung der presbyterianischen Gesundheitsdienste zu sein. Es verfügt über 250 Betten und behandelt im Schnitt 13‘000 Patienten pro Jahr stationär und an die 116‘000 Patienten ambulant. Ein neuer Schwerpunkt liegt im Bestreben, durch Behandlungen und Beratungen in den Gesundheitseinrichtungen der PCG die Müttersterblichkeit in Ghana und den grenznahen Gebieten der Nachbarländer zu senken.