DR Kongo, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt

Projektsumme: CHF 25'000
Projektnummer: 197.1813

Das Projekt fördert die ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft und schafft Voraussetzungen für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung in der Provinz Kwango. Praxisorientierte Kurse in Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt vermitteln den Bäuerinnen und Bauern das entsprechende Fachwissen. Innovativ ist die Verbindung von Landwirtschaft und Aquakultur. Neu angelegte Fischteiche dienen neben der Fischzucht auch der Bewässerung der landwirtschaftlich genutzten Parzellen in den Flusstälern. Um die sozialen Verhältnisse zu verbessern, wird viel Wert auf eine gerechte Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau gelegt. Zudem unterstützt das Projekt die Bäuerinnen und Bauern bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Überschüsse auf regionalen Märkten.

Hintergrundinformationen

Die Projektaktivitäten werden in der Region von Kasongo-Lunda/Kwango durchgeführt, die im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo an Angola angrenzt. Die Bauern und Bäuerinnen betreiben eine einfache Landwirtschaft. Die Männer pflügen während der Trockenzeit eine Parzelle und überlassen das Terrain den Frauen zur Bebauung. Sie pflanzen vor allem Maniok und Erdnüsse an.

Der Maniokbrei hat als Grundnahrungsmittel eine grosse Bedeutung in der Region. Viele Menschen ernähren sich fast ausschliesslich davon. Damit besteht die Gefahr von Mangel- oder Fehlernährung. Eiweissmangel oder Diabetes können die Folge sein. Im Projekt von Mission 21 werden daher Kenntnisse zum Anbau von Früchten und Gemüse vermittelt. Viehzucht ist wenig verbreitet. Vor diesem Hintergrund kommt auch der Förderung der Zucht von Fisch- und Geflügel als Proteinlieferanten grosse Bedeutung zu.

Projektziele

Die Projektarbeit fördert eine ganzheitliche und nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung. Dörfliche Entwicklungsgemeinschaften werden begleitet und im Bereich Landwirtschaft unterstützt.

Zielgruppe

Zu den Initianten des Projekts gehören primär die Mitglieder von 29 dörflichen Entwicklungsgemeinschaften im Territorium Kasongo-Lunda mit 924 Mitgliedern (693 Männer, 231 Frauen). Die Anzahl der Personen, die indirekt von den Projektaktivitäten profitieren, ist weit höher. Aufgrund der vier Standorte, in denen das Projekt ein Team beschäftigt und eine Infrastruktur unterhält, ist von einer Zielbevölkerung von schätzungsweise 40'000 Personen auszugehen.

Aktivitäten

  • Praxisorientierte Kurse in Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt vermitteln Kenntnisse, um die Lebensbedingungen in der Region Kwango zu verbessern und dadurch die Landflucht nach Kinshasa einzudämmen.

  • Durch den Auf- und Ausbau regionaler Märkte werden Absatzmöglichkeiten für die landwirtschaftlichen Produkte geschaffen.

  • Ein Fisch- und Geflügelzuchtprogramm leistet einen substantiellen Betrag an die Proteinversorgung der Bevölkerung.

  • Vier sogenannte Pools (Kasongo-Lunda, Kazembe, Kingulu, Kishiama) werden von einem Team von Supervisoren und Animatoren geleitet (pro Pool ein Supervisor, zwei Animateure und eine Hilfskraft). Jeder Pool ist für die Durchführung der Projektaktivitäten in einer Reihe von Dörfern zuständig.

Projektfortschritt

Seit Beginn des Projekts sind mehrere Fischteiche angelegt worden, die den Menschen helfen, sich ausgewogener zu ernähren und mit dem Verkauf von Fischen Einnahmen zu erwirtschaften.

Nach einem Wechsel in der Projektleitung hat sich die Teamdynamik positiv entwickelt, so dass das Projekt im vergangenen Jahr gut vorangetrieben werden konnte. Der Fokus liegt auf der Förderung der landwirtschaftlichen Einkommensschaffung, beispielsweise durch den Anbau von Bohnen oder der Haltung von Schafen, Hühnern und Schweinen. 2017 wurde die Zusammenarbeit mit dem Frauenbund der lokalen Partnerorganisation CEK (Communauté Évangélique du Kwango) verstärkt. Die Frauen erhielten in der Folge fachliche Beratung durch den Agraringenieur des Projekts.

Da die Kwangoregion sehr abgeschottet ist, ist die Vernetzung mit Organisationen ausserhalb der Region für den Wissenstransfer wichtig. Seit dem vergangenen Jahr sind deshalb auch Felder, die den Kirchgemeinden von Kinshasa gehören, für die kommerzielle Produktion von Mais, Bohnen und Tomaten bestellt worden. Die Märkte von Kinshasa liegen nur etwa eine Fahrstunde von den Feldern im Ackerbaugebiet «Plateau Bateke» entfernt.