Tansania, Bildung

Lernen für die Gesellschaft von morgen

Projektnummer: 186.1504

Eine solide und breite theologische Ausbildung ist eine der dringlichsten Aufgaben der Kirchen des Südens. Nur durch gut qualifizierte Pfarrerinnen und Pfarrer wird es ihnen gelingen, den gesellschaftlichen Herausforderungen weiterhin erfolgreich zu begegnen. Künftige Pfarrpersonen in Tansania müssen mehr als nur gute Theologen sein. Sie benötigen Fähigkeiten, um in ihren Gemeinden sozialdiakonisch zu arbeiten. Mission 21 unterstützt die theologische Ausbildung personell, durch den Aufbau von Bibliotheken, durch die Verbesserung der Infrastruktur und durch die Weiterbildung der Dozierenden.

Hintergrundinformationen

Bereits zehn Jahre nachdem die ersten Herrnhuter Missionare nach Ostafrika gekommen waren, wurde 1901 in der Missionsstation Rungwe eine grundlegende theologische Ausbildung eingeführt. Inzwischen verfügen die meisten Provinzen der Moravian Church in Tanzania über eigenständige theologische Ausbildungsstätten, in denen künftige Pfarrerinnen und Pfarrer aus- und weitergebildet werden. Die Kirche ist auch Trägerin der Teofilo-Kisanji-Universität (TEKU) in der Stadt Mbeya, in der inzwischen auch theologische Doktoratsstudien möglich sind. Mission 21 ist mit den Theologischen Colleges in Utengule (Südwestprovinz) und Lutengano (Südprovinz) verbunden und fördert durch Experteneinsätze auch die TEKU. Die Colleges bieten eine dreijährige Pfarrerausbildung an. Die Ausbildung in Utengule und Lutengano umfasst nicht nur biblische Fächer sowie systematische und praktische Theologie, sondern diskutiert auch brennende Zeitfragen wie das Zusammenleben unterschiedlicher Konfessionen und Religionen, den Umgang mit Gewalt oder den Kampf gegen Armut und HIV. Alle theologischen Ausbildungsstätten unserer Partnerkirchen sind ökumenisch offen und weltweit vernetzt. Die Ausbildungsgänge ziehen nicht nur Studierende aus Tansania sondern auch aus Kenia, Malawi und Sambia an.

Projektziele

  • Die Absolventinnen und Absolventen finden Antworten auf gesamtgesellschaftliche Herausforderungen (HIV, Armut, Gewalt, Ungleichheit)

  • Die Absolventinnen und Absolventen tragen zu einer ganzheitlichen Entwicklung des Landes bei

  • Die Studierenden erhalten Zugang zu einer qualitativ hochstehenden theologischen Ausbildung

  • Die Studierenden sind sensibilisiert für die Wichtigkeit der interreligiösen Beziehungen, vor allem zwischen Christen und Muslimen

Zielgruppen

  • Ca. 150 Studierende in den Dörfern Utengule und Lutengano

  • Ca. 40 Studierende der Theologischen Fakultät der Teofilo-Kisanji-Universität Mbeya

  • Dozentinnen und Dozenten in Utengule, Lutengano und Mbeya

Aktivitäten

Für 2019 sind die folgenden Aktivitäten geplant:

  • Förderung einkommensschwacher Theologiestudierender

  • Förderung der Lehre, speziell im Bereich Friedensförderung, christlich-muslimische Beziehungen und Prävention von HIV

  • Bereitstellung von Bücherpaketen für Absolventen

  • Ausbau der Bibliotheken in Utengule und Lutengano

  • Ausstattung der Schulen mit einem leistungsfähigem Internetzugang

  • Überarbeitung von Lehrplänen mit stärkerem Einbezug kontextueller Theologie

Projektfortschritt

Die Ausbildungsstätten verfügen inzwischen über eine signifikant verbesserte Infrastruktur. In Lutengano bewohnen die Studierenden ein neues Schlafgebäude und nutzen neue Klassen- und Bibliotheksräume. Neuerdings gibt es auch einen Kindergarten für die Kinder aus Lutengano. In Utengule konnte der Neubau eines Büro- und Unterrichtstraktes abgeschlossen werden, welcher den Dozierenden und Studierenden gute Arbeitsbedingungen ermöglicht. Dozierende aus den Einrichtungen setzten berufsbegleitende Weiterbildungen an der Teofilo-Kisanji-Universität in Mbeya fort, um künftig noch besser unterrichten zu können. Das College in Utengule profitiert zudem von zwei angestellten Landwirten, die Studierende und Lehrende mit biologisch produzierten Nahrungsmitteln versorgen.

Auch 2018 wurden allen Absolventen der theologischen Colleges Bücherpakete überreicht, die ihnen den Einstieg in die Arbeit als Pfarrerinnen und Pfarrer erleichtern.