Bolivien, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Lichtblick Stadtgarten

Projektsumme: CHF 33'000
Projektnummer: 420.1018

Täglich verlassen unzählige Bauernfamilien ihre Dörfer, um in der Stadt El Alto ein besseres Leben zu suchen. Oft werden ihre Hoffnungen enttäuscht und viele leben weiterhin in Armut. Das «Centro de Formación y Capacitación para la Participación Ciudana» (Focapaci) setzt sich auf verschiedenen Ebenen für die zugewanderten Familien ein: sozial, politisch und wirtschaftlich. Gemeinsam mit anderen Werken unterstützt Mission 21 Focapaci in der Weiterführung des Vorgängerprojektes 2015-2017 im Bereich der städtischen Landwirtschaft.

Hintergrundinformationen

El Alto zählt 842‘378 Einwohner (Volkszählung 2012) und ist damit die zweitgrösste Stadt Boliviens. 85 Prozent der Bevölkerung El Altos sind Migranten und Migrantinnen. Zwei Drittel davon sind aus ländlichen Gebieten in die Stadt gezogen, ein Drittel sind entlassene Minenarbeiter und deren Familien. Das Bildungsniveau dieser Menschen ist meist tief und ihre Aussichten auf einen Arbeitsplatz sind gering. Die Mehrheit hält sich mit schlecht bezahlten Tätigkeiten im informellen Sektor über Wasser. 67 Prozent der Bevölkerung El Altos sind nicht in der Lage, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Laut Statistiken müssen die Bewohner der Armenviertel rund 80 Prozentihres Gesamteinkommens für Nahrungsmittel ausgeben.Mangel- und Fehlernährung sind stark verbreitet. Ein weiteres Problem El Altos stellt die Diskriminierung von und die Gewalt gegen Frauen dar. Laut einer Erhebung der Stadtverwaltung von 2017 sind über 70 Prozent der Frauen davon betroffen. Im Rahmen des Projekts erlernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen neue Anbaumethoden und organisieren sich in Produktionsgemeinschaften. Zudem werden sie zum Thema Gendergerechtigkeit sensibilisiert.

Projektziele

  • Konsolidierung des nachhaltigen Anbaus von Gemüse auf kleinstem Raum, durch die Einführung zusätzlicher, angepasster Technologien.

  • Verbesserung des Familieneinkommens durch die Verbesserung der Vermarktung des überschüssigen Gemüses sowie von Dienstleistungen (u.a. Catering und Training of Trainers)

  • Die Zielbevölkerung setzt sich in ihrem familiären und sozialen Umfeld für Gendergerechtigkeit ein.

Zielgruppe

Die Zielgruppe umfasst 100 Familien in El Alto. Der grösste Teil davon sind Frauen und ihre jugendlichen Kinder. Sie sind es, die Obst und Gemüse anbauen und sich um die Kleintiere kümmern. Viele von ihnen sind vom Land in die Stadt gezogen. Deshalb bringen sie einiges Vorwissen in das Projekt mit.

Aktivitäten

Eine Agronomin begleitet und berät die Frauen regelmässig vor Ort. Mehrere Frauen, die im Projekt involviert sind, geben ihr Wissen an andere Frauen weiter und stehen ihnen beratend zur Seite.

Der produktive Bereich umfasst die Verbesserung der Anbaumethoden, die Einführung nachhaltiger Technologien sowie die artgerechte Haltung von Hühnern und Meerschweinchen.

Im Bereich der Einkommensförderung werden die Frauen von einer Soziologin begleitet. Sie lernen sich in Produktionsgemeinschaften zu organisieren und auf dem Markt zu behaupten. Sie werden über ihre Rechte als Frauen informiert und eignen sich Strategien an, um sich in Familie und Gesellschaft besser durchsetzen zu können.

Projektfortschritt 2015-2017

  • 200 Familien des Distrikts 7 betreiben intensiven Biogemüseanbau auf kleinstem Raum (1.5 Quadratmeter).

  • 200 Familien des Distrikts 7 haben ihre Produktion diversifiziert und mit mindestens 5 neuen Technologien verbessert

  • 30 Familien des Distrikts 7 betreiben Biogemüseanbau in Gewächshäuser von 30 Quadratmetern.

  • 30 Familien des Distrikts 7 haben ihre Produktion diversifiziert und mit mindestens 8 neuen Technologien verbessert.

  • 230 Familien des Distriktes 7 ernähren sich ausgewogener und gesünder.

  • 30 Frauen (mit Gewächshaus) des Distriktes 7 verkaufen individuell und gemeinschaftlich ihre Überschüsse auf dem lokalen Markt.

  • 30 Frauen des Distriktes 7 verdienen durchschnittlich CHF 50.- im Monat (Verkauf: einmal die Woche).