Tansania, Gesundheit

Medizinischer Dienst

Projektsumme: CHF 74'750
Projektnummer: 186.1508

Die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten Südtansanias stellt eine grosse Herausforderung dar. Die beiden Partnerkirchen von Mission 21, die Südprovinz und die Südwestprovinz der Moravian Church in Tanzania (MCT), engagieren sich in diesem Bereich bereits seit vielen Jahrzehnten. Ihre Gesundheitseinrichtungen ermöglichen der Bevölkerung in verkehrstechnisch schlecht erschlossenen Gebieten den Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Neben der Behandlung akuter Erkrankungen spielt die Aufklärungsarbeit, besonders im Bereich HIV, eine wichtige Rolle. Mission 21 unterstützt die medizinischen Einrichtungen der Partnerprovinzen finanziell und durch die Entsendung von Expertinnen und Experten.

Hintergrundinformationen

Das Gesundheitssystem in Tansania ist vollkommen unzureichend. Landesweit kommen zwei Ärzte auf 100‘000 Einwohner (in der Schweiz sind es ca. 250). Es mangelt an qualifiziertem Pflegepersonal, so dass vor allem die Bevölkerung im ländlichen Raum bei medizinischen Problemen nur schlecht versorgt werden kann. Die wenigsten Einwohnerinnen und Einwohner verfügen über eine Krankenversicherung und zögern Behandlungen oft aus finanziellen Gründen hinaus. Viele Spitäler sind sehr einfach ausgestattet. Da vom Staat kaum Mittel für Renovation oder die Anschaffung medizinischer Geräte oder die Weiterbildung von Personal fliesst, sind gerade kirchliche Spitäler auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, um auch weiterhin die Bevölkerung gut versorgen zu können

Die Südprovinz der MCT betreibt das Spital in Isoko und die ihm angegliederten fünf Basisgesundheitsstationen. Ein kirchliches Naturmedizinprojekt verbreitet Wissen über Heilpflanzen auch in abgelegenen Gebieten. Die Südwestprovinz der MCT unterhält das Spital in Mbozi und das ihm angeschlossene Gesundheitszentrum in Nkanga sowie zwei weitere Basisgesundheitsstationen.

Projektziele

Oberziel: Der Zugang zu medizinischer Sensibilisierung, Präventionsmassnahmen und Versorgung ist gesichert.

Unterziele:

  • verbesserte Gesundheit in ländlichen Gebieten durch erleichterten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen

  • Prävention von HIV, Malaria und anderen Infektionen

  • Das medizinische und medizinisch-technische Personal in den Spitälern ist adäquat ausgebildet und hat Zugang zu fachlichen Weiterbildungen.

  • Die Infrastruktur der Spitäler entspricht einem angemessenen Standard

  • Bewohner und Multiplikatoren (Wissensvermittler) in Dörfern und ländlichen Gemeinden, die keinen direkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben, werden weitergebildet.

  • Wissen über und vermehrter Gebrauch von Heilpflanzen

Zielgruppen

  • Medizinisches und pflegerisches Personal in den Spitälern Isoko und Mbozi

  • Bewohner und Multiplikatoren in Dörfern und ländlichen Gemeinden

Aktivitäten

  • Weiterbildung von medizinischem Personal und Pflegekräften der Spitäler

  • Anschaffung von Medizintechnik für das Spital Isoko

  • Aufbau einer guten Spitalapotheke in Mbozi

  • Schulung lokaler Hebammen und Ärzte in Geburtsmedizin

  • Anlegen neuer Heilpflanzengärten

Projektfortschritt

Mission 21 engagiert sich zurzeit besonders in der Weiterbildung von Personal im Spital Isoko. Zwei pharmazeutisch-technische Assistentinnen, ein Röntgenassistent und ein Labormitarbeiter besuchen berufsbegleitende Ausbildungen. 2016 konnten sechzehn Angestellte des Spitals ein Seminar zu den Themen HIV und Aids besuchen. Zudem wurden zwei Angestellte in der Benutzung des Computers geschult. Im Spital Mbozi wurden die Planungen für eine eine Apotheke vorangetrieben. Dort können, unabhängig von der unzuverlässigen staatlichen Versorgung, Medikamenten bereitgestellt werden. Bis Februar 2018 wird die erfahrene Hebamme Christiane Klingner das lokale Personal in Isoko unterstützen und weiterbilden. Ihr Ehemann Stephan, Landwirtschaftsexperte, hilft beim Anlegen von Heilpflanzengärten.