Nigeria, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Nachhaltiger Zugang zu natürlichen Ressourcen

Projektsumme: CHF 16'100
Projektnummer: 162.1030

Die schwierige Versorgungs- und Gesundheitslage im Nordosten Nigerias wird verschärft durch den Terror von Boko Haram. Zur Verringerung der schwierigen Lebensumstände lanciert die «Association for the Promotion of Natural Medicine and Resources» (AsProNMeR) Initiativen zur Förderung natürlicher Medizin. Diese sollen die Prävention und Heilung verbreiteter Krankheiten ermöglichen. Zudem fördert AsProNMeR den Bau energieeffizienter Kochherde und verbessert so die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung. Mission 21 unterstützt ihre Partner finanziell und mit Schulungen zur Erleichterung des Wissensaustauschs.

Hintergrundinformationen

Nigeria ist ein reiches Land im Hinblick auf seine natürlichen Ressourcen. Diese werden jedoch häufig nicht nachhaltig genutzt und sind ungleich verteilt. Besonders benachteiligt ist der Nordosten des Landes, der Sitz von AsProNMeR. Die Region ist gekennzeichnet durch eine relativ lange Trockenzeit, Erosion und abnehmende Bodenfruchtbarkeit. Darüber hinaus werden im Zuge der Klimaveränderung die Niederschläge unregelmässiger, mit zunehmenden Wetterextremen. Die Bevölkerung im Nordosten des Landes wächst stark. Durch die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram ist die Situation in der Region zusätzlich angespannt. So mussten die Menschen aufgrund des Konflikts ihre Felder brach zurücklassen, was zu einer stark eingeschränkten landwirtschaftlichen Produktivität führte.

Seit Dezember 2016 konnte die Terrormiliz Boko Haram weitgehend zurückgedrängt werden. Rund eine Million, der 2,6 Millionen vertriebenen Menschen konnten wieder in ihre Dörfer zurückkehren. Um deren Lebensqualität zu verbessern, arbeitet AsProNMeR eng mit bäuerlichen Dorfgemeinschaften zusammen und trägt so mit dem vorliegenden Projekt zu der Stabilisierung der schwierigen Lebensumstände bei.

Projektziele

Das vorliegende Projekt von AsProNMeR leistet einen Beitrag zur Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation der ländlichen Bevölkerung durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Das Projekt verfolgt folgende Ziele:

  • Durch die Förderung energieeffizienter Kochherde wird der Verbrauch von Feuerholz verringert. Natürliche Ressourcen werden geschützt.

  • Die Gesundheit der Frauen ist dank verbesserter Luftverhältnisse in Küchen nicht mehr gefährdet. Durch den integrierten Rauchabzug am Kochherd sind die Frauen den gesundheitsschädlichen Rauchpartikeln nicht mehr täglich ausgesetzt.

  • Durch Schulungen zum Gebrauch natürlicher Medizin wird den Menschen der Zugang zu kostengünstiger medizinischer Versorgung ermöglicht.

  • Religionsübergreifende Schulungen und Aktivitäten fördern ein friedliches Miteinander von christlichen und muslimischen Gemeinden.

Zielgruppe

Ländliche, abgelegene Gemeinschaften im nordöstlichen Teil Nigerias. Das Projekt fokussiert auf einkommensschwache, gering ausgebildete und somit stark benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Die Projekte umfassen die jeweiligen Dorfgemeinschaften ganzheitlich und betreffen somit beide Geschlechter und unterschiedliche Altersgruppen.

Aktivitäten

  • Mehrtägige Workshops über den Bau und den Unterhalt von energieeffizienten Kochherden.

  • Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen

  • Kurse zu Anbau und Gewinnung von Medizinalpflanzen für die lokale Bevölkerung, unter anderem für schwangere Frauen, unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

  • Schulungen über die effiziente Nutzung natürlicher Medizin zur Prävention und Behandlung verbreiteter Infektionskrankheiten.

  • Vernetzung mit anderen Organisationen für die psychosoziale Begleitung traumatisierter Menschen.

Projektfortschritt

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Lebensbedingungen von Dorfgemeinschaften im Nordosten Nigerias. Dank der verbesserten Sicherheitslage im betroffenen Gebiet, konnten die Aktivitäten von AsProNMeR in 15 Kommunen durchgeführt werden. Die geschulten Personen erhielten umfassende Trainings und können somit künftig gezielt Pflanzen zur Prävention und Behandlung von Krankheiten einsetzen. Dieses Wissen wird von den geschulten Personen selbstständig weitergegeben und vertieft. In den Dorfgemeinschaften wurde die Nutzung energieeffizienter Öfen gefördert und somit der Feuerholzgebrauch nachhaltig vermindert. Schliesslich konnte ein grosser Teil der durch die Gewalt von Boko Haram traumatisierten Dorfbevölkerung von einer psychosozialen Begleitung profitieren, die zur Verbesserung der persönlichen Befindlichkeit beiträgt und ein friedliches Miteinander innerhalb der Dorfgemeinschaft fördert.

Projektbilder