Nigeria, Spezialprojekt

Nothilfe und Wiederaufbau im Nordosten Nigerias

Projektsumme: 300'000
Projektnummer: 999.1106

Die Terrormiliz Boko Haram hat im Nordosten Nigerias unbeschreibliches Leid verursacht. Dank der verbesserten Sicherheitslage konnten rund eine Million Binnenflüchtlingen in ihre Heimat zurückkehren. Diese Menschen stehen vor dem Nichts, Häuser und Infrastruktur sind zerstört. Rund 1,6 Millionen Menschen konnten noch nicht zurückkehren. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt Mission 21 Rückkehrer-Familien beim Wiederaufbau von Infrastruktur und in der Verbesserung der Existenzgrundlagen. In inoffiziellen Camps für intern vertriebene Menschen trägt Mission 21 zu sicherer Ernährung bei. Zudem unterstützt Mission 21 psychosoziale Begleitung für traumatisierte Menschen. Frauen und Kinder sind besonders gefährdet und stehen speziell im Fokus.

Hintergrundinformationen

Die militärische Schlagkraft von Boko Haram ist massiv geschwächt und in grossen Gebieten in Adamawa und im südlichen Borno State herrscht relative Sicherheit. Der nördlichste Teil von Adamawa State ist nach wie vor nicht zugänglich. Überfälle auf Kommunen, Selbstmordanschläge, Angriffe und Entführungen sind häufig. Noch immer können 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge nicht zurückkehren. Die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN), Partnerkirche von Mission 21, ist vom Konflikt massiv betroffen. Obwohl die EYN selbst Opfer des Konflikts ist, hat sie 2015 in Zusammenarbeit mit Mission 21 und der «Church of the Brethren USA», ein grosses humanitäres Hilfsprojekt lanciert. Insbesondere werden Menschen mit hoher Gefährdung wie Witwen und Waisen unterstützt. Das Projekt umfasst psychosoziale Begleitung, Wiederaufbau und Existenzsicherung und verbessert die Versorgungslage der Binnenflüchtlinge. Zudem werden die sozialen Strukturen in betroffenen Kommunen gestärkt, um eine friedliche Koexistenz zu fördern. Es wird erwartet, dass die Menschen noch über einen längeren Zeitraum auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Projektziele

  • Traumatisierte Menschen haben Zugang zu psychosozialer Begleitung und weiteren Hilfestellungen, die ihnen helfen, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.

  • Kommunale Strukturen zur Verhinderung von potentiellen Konflikten in der kriegsversehrten Region sind gestärkt.

  • Die Existenz der durch den Konflikt gefährdeten Witwen und Waisenkinder ist verbessert.

  • Rückkehrer-Familien verfügen über die benötigen Ressourcen und Kompetenzen für einen Neuanfang.

  • Die Versorgungslage und die Lebensbedingungen in inoffiziellen Camps für Binnenflüchtlinge sind verbessert.

Zielgruppe

  • Menschen beider Religionsgruppen (Christen und Muslime) aus den Bundesstaaten Adamawa, Borno und Yobe State, die durch den Konflikt direkt betroffen sind (Binnenflüchtlinge und Rückkehrer-Familien)

  • Vom Konflikt betroffene Witwen und Waisenkinder

Aktivitäten

  • Zugang zu Bildung für Waisen und vom Konflikt gefährdete Kinder

  • Psychosoziale Begleitung von Menschen, die direkt vom Konflikt betroffen sind

  • Ausbildung von Moderatorinnen und Moderatoren für die Psychosoziale Begleitung

  • Existenzsicherung für Witwen und vom Konflikt betroffene Familien

  • Unterstützung von Rückkehrer-Familien (Wiederaufbau von Infrastruktur und Existenzgrundlagen)

  • Aufbau und Management von Umsiedelungscamps für Menschen, die mittelfristig nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

  • Ernährungssicherung und Zugang zu essentiellen Gütern des täglichen Bedarfs für Binnenflüchtlinge, die in inoffiziellen Camps leben.

Projektfortschritt

Im Jahr 2017 wurde 425 vom Konflikt betroffenen Kindern der Zugang zu Bildung durch die Bereitstellung von Schulmaterialien und Schulgeld ermöglicht. 155 Witwen und vom Konflikt gefährdete Frauen wurden durch das Erlernen von handwerklichen Fertigkeiten und durch eine Ausbildung zur Führung von Kleinstunternehmen gestärkt. Die Frauen erhielten zusätzlich ein Startkapital zur Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Für zusätzlich 30 Familien, die mittelfristig nicht in ihre Heimat zurückkehren können, wurde Wohnraum geschaffen. 4850 Menschen hatten Zugang zu medizinischen Dienstleistungen durch mobile Kliniken. 124 Häuser von Familien, die zurückgekehrt sind, wurden wieder aufgebaut. Rund 2‘500 gefährdete Familien konnten mit essentiellen Haushaltsgegenständen und Grundnahrungsmitteln sowie mit Saatgut versorgt werden. Rund 1‘000 Menschen hatten Zugang zu psychosozialer Begleitung.