Chile, Bildung

Ökumenisches Zentrum für soziale Gerechtigkeit (CEDM)

Projektsumme: CHF 34'500 (2019)
Projektnummer: 426.1007

Das Ökumenische Ausbildungszentrum Centro Ecuménico Diego de Medellín (CEDM) setzt sich für mehr soziale Gerechtigkeit in Chile ein. Es bietet eine Plattform, um die Probleme zu reflektieren, welche die gesellschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem die Diskriminierung von Frauen und die ungleiche Verteilung der Einkommen. Das CEDM leistet einen Beitrag zur kulturellen Transformation der chilenischen Gesellschaft und fördert die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dabei stehen Werte wie Solidarität, Nachhaltigkeit, Engagement für die Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Friedenskultur im Vordergrund.

Hintergrundinformationen

Die chilenische Gesellschaft hat mit vielfältigen Problemen zu kämpfen. Das Wirtschaftswachstum in Chile ist zwar eines der höchsten in Lateinamerika, doch wird oft vergessen, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht davon profitiert und die sozialen Unterschiede extrem gross sind. Das Problem wird dadurch verschärft, dass einem grossen Teil der chilenischen Bevölkerung ein kritisches Bewusstsein für die sozialen Probleme fehlt.

Auch von einem Ende der Frauendiskriminierung und des patriarchalischen Systems kann nicht die Rede sein. Frauen sind in Politik und Wirtschaft benachteiligt. Obwohl Chile von einer Präsidentin regiert wird, sind sie oft nicht in der Lage, ihre Rechte als Bürgerinnen auszuüben und häufig innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt.

Schliesslich sind die Medien in den Händen grosser Konzerne, welche die Berichterstattung dominieren und kritische Stimmen stark einschränken.

Projektziele

Das CEDM hat zum Ziel, solidarisches Handeln sowie soziale Gerechtigkeit zu fördern. Das interdisziplinäre Bildungszentrum trägt mit seinen Aktivitäten zu kritischem Denken und zur Vernetzung alternativer Gruppierungen bei. Es sensibilisiert Frauen, Männer und Jugendliche in christlichen Gemeinschaften und ökumenischen Gruppen für gesellschaftlich relevante Themen und befähigt sie, sich für eine gerechtere Gesellschaft zu engagieren. Dabei kommt der Förderung von Sozialkompetenzen eine wichtige Rolle zu: Die Teilnehmenden sollen über bessere kommunikative Fähigkeiten verfügen und ihre Interessen gewaltfrei vertreten können.

Zielgruppe

Das Bildungsangebot des CEDM steht allen interessierten Personen offen. Angesprochen fühlen sich in erster Linie Mitglieder von Glaubensgemeinschaften, evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen, katholische Ordensleute, Sozialarbeiterinnen und Leitende von zivilgesellschaftlichen und sozialen Organisationen in Santiago de Chile. Der Förderung von Frauen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. 

Aktivitäten

Das CEDM organisiert Workshops und Diskussionsrunden zu gesellschaftlich relevanten Themen, mit denen es Reflexionsprozesse in Gang setzt und konkrete Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere Gesellschaft aufzeigt. Im Zentrum steht das Bestreben, Glaubens- und Gemeindeerfahrungen mit sozialen und kulturellen Erfahrungen zu verbinden.

Dem CEDM ist es ein wichtiges Anliegen, einen Beitrag zur Reduktion der Diskriminierung von Frauen in Kirche und Gesellschaft zu leisten. Deshalb wird das Thema «Gendergerechtigkeit» konsequent in alle Aktivitäten einbezogen. Zunehmend möchte das CEDM sich auch im Bereich der Advocacy für Frauenanliegen und -rechte engagieren.

Projektfortschritt

Das CEDM hat einen festen Platz in der ökumenischen Landschaft von Chile und ist gut vernetzt mit anderen Organisationen, die sich für gesellschaftliche Veränderung in Chile einsetzen.

2017 haben insgesamt 296 Personen an den verschiedenen Bildungsveranstaltungen des CEDM teilgenommen (Frauenanteil: 79%).

In der laufenden Programmphase 2018-2021 wird sich das CEDM vermehrt dem Thema Advocacy widmen: Das CEDM möchte ein Netzwerk aufbauen, welches sich mit konkreten Aktionen für die Förderung der Frauenrechte und für die Verringerung der in Chile leider weit verbreiteten genderbasierten Gewalt einsetzt.

Projektbilder