Nigeria, Bildung

Programmentwicklung und Koordination in Nigeria

Projektsumme: CHF 114'000
Projektnummer: 162.1010

Mission 21 unterhält in Nigeria seit über fünfzig Jahren Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Frauenförderung. Diese Projekte werden von Partnerorganisationen vor Ort lanciert und durchgeführt. Die lokalen Partner nehmen so ihre Verantwortung wahr und reagieren auf die Bedürfnisse der Menschen. Die Partnerorganisationen tragen zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung Nigerias bei. Das vorliegende Projekt stärkt die Vernetzung der lokalen Akteure untereinander und mit Mission 21 in Basel. Das erhöht die Effizienz der geleisteten Arbeit und ermöglicht einen regelmässigen Austausch. Zudem ist sichergestellt, dass Spendengelder nachhaltig und vollumfänglich in wirkungsvolle Projekte fliessen.

Hintergrundinformation

Nigeria hat nach Jahren verschiedener Militärdiktaturen erstmals eine demokratisch gewählte Regierung. Das Land ist reich an Bodenschätzen (insbesondere Erdöl), jedoch hat dieser Reichtum bisher nicht zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen, sondern ist in einer kleinen Elite zugekommen. Seit 2010 wird Nigerias Nordosten von Unruhen heimgesucht: Durch die Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sind in den vergangenen Jahren Tausende Menschen getötet oder schwer verletzt worden – unter ihnen viele Kinder. Die Sicherheitslage ist aktuell stabiler, die Versorgungslage bleibt aber prekär und unzählige Menschen sind von Mangelernährung bedroht. In dieser Region arbeiten die Partnerorganisationen von Mission 21 in humanitären Projekten. Dabei gilt es, flexibel auf die Situation reagieren zu können und untereinander gut vernetzt zu sein, damit die Hilfe effizient die Bedürftigen erreicht. In diesem Kontext ist eine Koordinationsperson unerlässlich, um die Kommunikation zwischen Hilfsorganisationen in Nigeria zu koordinieren. Sie ist zudem die Schnittstelle zwischen den Programmverantwortlichen vor Ort und Mission 21 in Basel.

Projektziele

Das Ziel des Projektes ist eine Qualitätsverbesserung der implementierten Projekte im Nordosten Nigerias. Der Einsatz eines Landeskoordinators verbessert der Austausch zwischen den Akteuren vor Ort und Mission 21. So werden der Kommunikationsfluss und das Programmmanagement effizienter und Mission 21 kann auf die Bedürfnisse vor Ort gezielter reagieren. Das Projekt vernetzt zudem verschiedene Akteure innerhalb des Projektgebietes und fördert somit den Erfahrungs- und Wissensaustausch. Zusätzlich berät die Koordination die Partnerorganisationen in Afrika in den Themen Friedensförderung und Sicherheit.

Zielgruppen

Die Koordinationsstelle arbeitet mit den drei Partnerorganisationen von Mission 21 in Nigeria zusammen. Diese sind die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN: Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria), die Organisation der Lifeline Compassionate Global Initiatives (LCGI) und schliesslich die Association for the Promotion of Natural Medicine and Resources (AsProNMeR). Die thematische Beratung zu den Themen Friedensförderung und Sicherheit steht allen Partnerorganisationen in Afrika offen.

Aktivitäten

  • Monitoring der implementierten Projekte in Nigeria (Budgetplanung, Evaluation, Verfassen von Projektberichten)

  • Organisation und Koordination von Weiterbildungsangeboten

  • Rekrutierung von Mitarbeitenden vor Ort und Workshops zu Projektentwicklung

  • Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising

  • Sicherstellung des Kommunikationsflusses: Newsletter und Informationen über die aktuelle Situation in Nigeria für Adressaten in der Schweiz.

  • Beratungstätigkeit zu den Themen Friedensförderung und Sicherheit

Projektfortschritt

Mit einem Koordinationsbüro in Nigeria werden die verschiedenen Projekte weiterhin professionell und nachhaltig realisiert. Besonders in der aktuellen Konfliktsituation ist es wichtig, verlässliche Partner vor Ort zu haben, die flexibel auf neue Herausforderungen reagieren. Zudem hilft das Koordinationsprogramm Mission 21, die Situation in Nigeria besser zu verfolgen und die Spenden dort einzusetzen, wo sie am meisten gebraucht werden. Mit dem Projekt zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stärkung von Frauen wurden gefährdete Frauen, die vor allem aus ländlichen, durch Boko Haram zerstörten Gebieten kommen, dazu befähigt, eigene Geschäfte zu gründen. Weiter konnte die theologische Ausbildung trotz der schwierigen Lage weitergeführt und ihr Ansehen gesteigert werden. Der interreligiöse Dialog wurde als wichtiges Instrument zur Förderung von Toleranz und Vertrauen zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen vorangetrieben. Gezielte Nothilfeprojekte für intern vertriebene Menschen haben deren Lebensbedingungen verbessert.