Südsudan, Bildung

Religion als Faktor für Frieden und Entwicklung im Südsudan

Projektsumme: CHF 36'800 (2019)
Projektnummer: 179.1015

Die südsudanesische Gesellschaft soll geeint, Konflikte müssen gelöst und ein friedliches Zusammenleben muss gestaltet werden. Bildung ist ein wichtiges Element, um den Friedensprozess im Südsudan voranzutreiben. Die Presbyterianische Kirche des Südsudan (PCOSS), Partnerkirche von Mission 21, betreibt das Nile Theological College (NTC) als Ausbildungsstätte und leistet so einen Beitrag. Sie bietet eine umfassende theologische Ausbildung an, die dringende gesellschaftliche Fragen reflektiert und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

Hintergrundinformationen

Im Südsudan spielen Kirchen und Pfarrpersonen eine wichtige Rolle. Das ist unter anderem historisch bedingt, da sie bereits früher soziale Dienstleistungen und humanitäre Hilfe anboten. Ihre Bedeutung ist noch immer gross. Vor dem Hintergrund der jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Südsudan ist die Kirche besonders gefordert.

Mission 21 und ihre Partnerkirche PCOSS sind der Überzeugung, dass der Glaube für die Entwicklung und den Frieden im Land eine zentrale Rolle spielen kann. Eine qualitativ hochwertige theologische Aus- und Weiterbildung ist dafür ein Schlüsselelement. Daher betrachtet die PCOSS die Förderung ihrer theologischen Ausbildungsstätte, des Nile Theological College (NTC), als eine ihrer zentralen Aufgaben. Nach dem Abschluss nehmen Pfarrerinnen und Pfarrer eine wegweisende Rolle in ihren Gemeinden ein und tragen massgebend zu einem gesellschaftlichen Wandel bei. Auch im Versöhnungs- und Heilungsprozess spielen sie eine wichtige Rolle.

Das 1992 ursprünglich in Khartoum (Sudan) gegründete Nile Theological College bietet Unterricht auf universitärem Niveau. Es besitzt die offizielle Anerkennung der Regierung und ist offen für Studierende aller südsudanesischen Kirchen. Das NTC bildet dabei nicht nur Führungskräfte für Kirchen, sondern auch Lehrkräfte aus.

Projektziele

Die Ausbildung in Theologie vermittelt biblische Ethik und trägt damit zu einem friedlichen Miteinander im kriegsversehrten Land bei. Das Nile Theological College bietet neben der theologischen Ausbildung eine starke friedensfördernde Komponente. Die Absolventen werden wichtige Positionen in der Kirche und Gemeinde einnehmen, die sich mit gesellschaftlichen Themen kritisch und reflektiert auseinander setzen sollen.

Zielgruppe

Das Nile Theological College richtet sich an Angehörige aller südsudanesischen Kirchen und unterstützt besonders Studentinnen.

Aktivitäten

  • Zweijähriger Diplomkurs in Theologie

  • Bachelor in Theologie

  • Bildungsangebote für Ehepartner und Ehepartnerinnen der Studierenden

  • Ergänzende Aktivitäten für die Studierenden und Lehrenden für spirituelles Wachstum und sozialen Zusammenhalt

  • Friedens- und Versöhnungsarbeit

  • Stipendien

Projektfortschritt

Wie betreibt man universitäre theologische Ausbildung in einem Land inmitten eines Kriegs? Das mussten sich die Verantwortlichen des NTC in den vergangenen Jahren immer wieder fragen. Als richtungsweisend hat sich die Einführung eines neuen Kurses im Bereich der Sozialethik erwiesen, der die gegenwärtigen, schwerwiegenden Probleme des Landes thematisiert und Lösungs- und Handlungsstrategien vermittelt. So versucht die Kirche, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und adäquat ausgebildete Führungskräfte bereit zu stellen.

In den letzten Jahren konnte das NTC sich nach der Flucht aus Malakal in Juba wieder neu behaupten. Während im Jahr 2015 nur 18 Studenten eingeschrieben waren, sind im Jahr 2018 57 Studenten und Studentinnen eingeschrieben. Davon zwei im Bachelor-Kurs und sechs im Diplomkurs. Zweimal wurde im Jahr 2018 ein spezielles Friedenstraining angeboten. Dies wurde sehr gut aufgenommen und hat zudem den Bekanntheitsgrad des NTC gefördert. Neben der inhaltlichen Arbeit wird das NTC auch ausgebaut. Dies ist notwendig, da die Studierendenzahl steigt. Seit 2017 verfügt das NTC, durch Mittel von Mission 21, über Solaranlagen. Dies reduziert die hohen Dieselkosten, so dass mehr Mittel in Lehrkräfte und Lehrmaterial fliessen können.