Nigeria, Bildung

Religion als Faktor für Frieden und Entwicklung in Nigeria

Projektsumme: CHF 57'500
Projektnummer: 162.1006

In Zeiten von Krieg und Terror ist die theologische Ausbildung in der Partnerkirche von Mission 21, der Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN), besonders stark gefordert. Die Trauma- und Versöhnungsarbeit sowie die Friedensförderung müssen theologisch aufgearbeitet und unterstützt werden. So nimmt die Kirche eine wichtige Rolle für Versöhnung und Frieden in diesem Kontext ein. Mission 21 unterstützt das Kulp Bible College (KBC) und den Theologischen Fernstudiengang der EYN (TEE) dabei, diese Aufgabe zu erfüllen.

Hintergrundinformationen

Der jahrelange Terror der Miliz Boko Haram hat die Gesellschaft wie auch die Wirtschaft Nigerias massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die Terrororganisation hat ab Dezember 2015 an militärischer Schlagkraft verloren und musste weitgehend territoriale Kontrolle aufgeben. Die Konsequenzen des Konflikts und der damit verbundenen Not wiegen jedoch schwer. Im Nordosten des Landes besteht grosses Misstrauen zwischen Angehörigen von Islam und Christentum. Das Kulp Bible College ist seit 1960 die zentrale, staatlich anerkannte theologische Ausbildungsstätte der EYN. Im Rahmen des akademischen Studiums vermittelt sie theologisches Grundwissen, das es den Absolventinnen und Absolventen erlaubt, sich fundiert mit der Bedeutung von Glauben und Kirche innerhalb der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Nigeria auseinanderzusetzen. Im Vordergrund stehen in der momentanen Postkonfliktsituation die Trauma- und Versöhnungsarbeit sowie die Friedensförderung. Daneben betreibt die EYN seit 1974 einen theologischen Fernstudiengang (Theological Education by Extension) zur Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Laienmitarbeitenden. Durch eine fundierte theologische Ausbildung leistet die EYN einen Beitrag zur Beantwortung der wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Fragen und befähigt Menschen dazu, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Projektziele

Das vorliegende Projekt leistet einen Beitrag zur Förderung einer qualitativen und fundierten theologischen Ausbildung und einer verstärkten Repräsentation von Frauen in diesem Bereich. Zudem wird sichergestellt, dass es den Gemeindemitgliedern auch in Zeiten der Krise gut geht.

  • Absolventinnen und Absolventen der theologischen Ausbildungsgänge haben Zugang zum Arbeitsmarkt innerhalb und ausserhalb der Kirche.

  • Absolventinnen und Absolventen der höheren theologischen Ausbildungsgänge haben Anschluss an weiterführende universitäre Studiengänge.

  • Die Beteiligung und Einflussnahme von Frauen in Leitungsgremien innerhalb und ausserhalb der Kirche wird erhöht.

  • Frauen im Umfeld der theologischen Ausbildungsstätte der Kirche sind wirtschaftlich und gesellschaftlich gestärkt.

  • Die Trauma- und Versöhnungsarbeit sowie die Friedensförderung der Kirche ist durch einen theologischen Reflexionsprozess gestärkt.

  • Die Kirche und ihre Organe leisten einen Beitrag zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Fragenstellungen.

  • Vom Konflikt betroffene Studentinnen und Studenten sind in der Lage, ihr Studium weiterzuführen.

Zielgruppe

Das Projekt unterstützt Mitarbeitende der Kirche. Weiter umfasst die Zielgruppe Theologinnen und Theologen in Ausbildung, aber auch interessierte Laien innerhalb und ausserhalb der Kirche.

Aktivitäten

  • Durchführung von theologischen Ausbildungsgängen

  • Entwicklung und Produktion von theologischem Kursmaterial

  • Supervision und Begleitung von Studentinnen und Studenten der Fernstudiengänge

  • Ausbildung von Frauen in handwerklichen Fertigkeiten (Frauenschule)

  • Durchführung von thematischen Workshops

  • Akademische Weiterentwicklung der Studiengänge

  • Beschaffung von theologischer Fachliteratur

  • Theologische Aufarbeitung von Trauma- und Versöhnungsarbeit, sowie Friedensförderung

Projektfortschritt

Ein neuer Kurs mit dem Schwerpunkt «Vergebung, Versöhnung und Trauma-Resilienz» wurde entwickelt und durchgeführt, über 1500 Studenten nahmen daran teil. Dafür wurden 61 freiwillige Mitarbeitende der Kirche in den Kursmethoden und -durchführung geschult. Die theologischen Ausbildungsgänge konnten im Jahr 2017 trotz der schwierigen Lange fortgeführt werden. Das Kulp Bible College konnte erfolgreich die Anschlussverhandlungen mit der Universität Jos abschliessen und ist nun berechtigt, Kurse auf Universitätsniveau anzubieten und akademische Abschlüsse zu vergeben. Studentinnen und Studenten sind befähigt, sich in der Gesellschaft einzubringen, sowohl bezüglich religiöser als auch sozialer und gesellschaftlicher Themen. Weibliche Studentinnen können ihre berufliche Weiterentwicklung nach der Ausbildung selbständig bestimmen.