Malaysia, Bildung

Schulbildung für benachteiligte Kinder

Projektsumme: CHF 56'063
Projektnummer: 256.1004

Viele Eltern in den ländlichen Gebieten des malaysischen Bundesstaates Sabah können ihren Kindern nach der Primarschule keine weiterführende Ausbildung finanzieren. Sekundarschulen sind oft nur in grösseren Städten vorhanden. Die Kinder müssten deshalb für ihre Ausbildung in die Stadt ziehen, was die Eltern finanziell überfordert. Den Kindern von Migrantinnen und Migranten bleibt aufgrund mangelnder Papiere eine Schulbildung ganz verwehrt. Mission 21 setzt sich für Chancengleichheit und Bildungsmöglichkeiten benachteiligter Kinder in Sabah ein. Dadurch erhalten auch diese Kinder die Chance auf eine bessere Zukunft.

Hintergrundinformationen

Sabah ist der ärmste der dreizehn Bundesstaaten Malaysias. Die Lage an der Grenze zu Indonesien, die Nähe zu den Philippinen und der Bedarf an billigen Arbeitskräften machen Sabah zu einer Einwanderungs- und Transitregion. Allerdings werden Flüchtlinge in Malaysia nicht anerkannt und Arbeitsmigranten erhalten meist keinen geregelten Aufenthaltsstatus. Ihre Kinder können wegen der fehlenden Papiere keine öffentliche Schule besuchen, wodurch ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft verwehrt bleibt. Für Kinder mit gültigen Papieren ist der Besuch einer Primarschule in Malaysia möglich. Sekundarschulen befinden sich jedoch meist in grösseren Ortschaften, wodurch sie für Kinder aus abgelegenen Dörfern nur schwer zu erreichen sind. Arme Familien aus ländlichen Gebieten haben oft nicht die finanziellen Mittel, um für Transport und Unterkunft aufzukommen. Nicht nur Armut verhindert Kindern eine geregelte Schulbildung, sondern auch Vernachlässigung, Alkoholmissbrauch in der Familie und häusliche Gewalt. Das Kinderheim «Jireh Home» bietet betroffenen Kindern Unterstützung und ein stabiles Umfeld.

Projektziele

Mission 21 setzt sich mit ihren Partnerorganisationen für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Sabah ein und ermöglicht ihnen eine Schulbildung. Ziel ist es, durch den Zugang zu Bildung die Lebensumstände zu verbessern und so einen Ausstieg aus dem Teufelskreis von Armut und Benachteiligung zu finden. Längerfristig werden die Kinder damit von Kinderarbeit sowie den Gefahren eines Strassenkind-Daseins (Diebstahl, Alkohol, Einstiegsdrogen) ferngehalten. Auch das frühe Verheiraten von minderjährigen Mädchen kann vermieden werden.

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche aus armen, ländlichen Verhältnissen, Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen sowie Kinder von Migrantinnen und Migranten aus Indonesien und den Philippinen ohne gültigen Aufenthaltsstatus.

Aktivitäten

Die Partner von Mission 21 setzen sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Sabah ein und ermöglichen ihnen eine Schulbildung in drei Teilprojekten:

  • Die Protestantische Kirche in Sabah (PCS) unterhält drei Schülerwohnheime, um Kindern aus abgelegenen Regionen und armen Verhältnissen den Zugang zu Sekundar- und Mittelschulen zu ermöglichen. Die Schülerheime befinden sich in Kudat, Sikuati und Solimpodon Pitas.

  • Die Basel Christian Church of Malaysia (BCCM) führt für papierlose Kinder von Migrantinnen und Migranten vier Primarschulen: in Keningau, Kundasang, Kota Kinabalu und in Tambunan.

  • Das «Jireh Home» in Tuaran ist ein Kinderheim zur Betreuung von vernachlässigten, benachteiligten und misshandelten Kindern. Es wurde von Dozierende aus dem Theologische Seminar Sabah (STS) initiiert

Projektfortschritt

2016 lebten 76 Schülerinnen und Schüler in den Schülerwohnheimen der PCS. Das Wohnheim in Kudat wurde umfassend renoviert. Ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner der Schülerheime arbeiten heute als gut ausgebildete Fachkräfte in Kirchen, Schulen, in der Privatwirtschaft, im Gesundheitswesen oder in Ministerien. Viele kehren nach erfolgreichem Schulabschluss in ihre Heimatdörfer zurück und setzen ihr erworbenes Wissen für die Landbevölkerung ein.

2016 haben 471 Migrantenkinder eine der vier Primarschulen besucht. Alle vier Schulen haben in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Konsulat erreicht, dass ihr Primar-Schulabschluss in Malaysia für die weiterführenden Sekundarschulen in Indonesien anerkannt wird. 2016 haben 25 Kinder aus den Schulen in Kota Kinabalu und Keningau erfolgreich die Primarschule mit indonesischem Zertifikat abgeschlossen.

Das «Jireh Home» bietet derzeit 47 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen neun und 20 Jahren ein neues Zuhause und ermöglicht ihnen den Schulbesuch an einer der umliegenden Schulen. Bereits haben sieben ehemalige Bewohnerinnen und Bewohnerinnen ein Universitätsstudium begonnen, vier haben erfolgreich eine Hotelfachlehre abgeschlossen, und im Jahre 2016 haben weitere fünf Jugendliche das Gymnasium (High School) abgeschlossen.