DR Kongo, Bildung

Schutz für die Strassenkinder Kinshasas

Projektnummer: 197.1210

Dieses Projekt engagiert sich für den Schutz der Strassenkinder im Slum von Camp Luka in Kinshasa. Die Aktivitäten von Accojed konzentrieren sich auf die Beratung und psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die in den Strassen leben, damit sie Stabilität finden und von Gewalt geprägte Verhaltensmuster durchbrechen können. Wenn möglich, wird die Wiedereingliederung in die ursprüngliche Familie oder die Unterbringung in Gastfamilien angestrebt. Durch formale Schulbildung und andere Formen der informellen Berufsausbildung sowie durch Freizeitaktivitäten werden stabile und nachhaltige Zukunftsperspektiven geschaffen.

 

Hintergrundinformationen

Die Zahl der Strassenkinder in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wird auf 20‘000 bis 30‘000 geschätzt. Etwa 40 Prozent von ihnen sind Mädchen. Ihre Lebensumstände sind in jeder Hinsicht extrem: Sie leben unter ständiger Bedrohung und versuchen, durch Gelegenheitsjobs, Diebstahl, Drogenhandel oder Prostitution zu überleben. Die Hintergründe des Phänomens Strassenkinder sind komplex. Manche sind von zuhause weggelaufen, weil sie auf Chancen und Einkommen in der Grossstadt hofften. Andere haben ihre Familien, die selber im Krieg vertrieben wurden, verloren. Oder sie wurden von ihren Eltern verstossen, weil diese sie nicht mehr ernähren konnten. Der Staat bietet kaum Hilfe an und greift meist nur mit einer gewaltsamen Bekämpfung der «Kuluna» ein, der so genannten Jugendbanden, die Strassenkinder rekrutieren und ganze Quartiere bedrohen.

Projektziele

Strassenkinder im Slum von Camp Luka (einem Quartier der Stadt Kinshasa) finden Hilfe und können sich an einem Reintegrationsprogramm beteiligen. Dieses verbessert ihre Chancen, von der Gesellschaft und ihren Familien (wieder) aufgenommen zu werden.

Zielgruppe

Zur Zielgruppe gehören die Strassenkinder im Slum von Camp Luka. Es sind Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren, die ihre Familien verloren haben oder von ihnen verstossen wurden. 

Aktivitäten

Betreuung von 240 Kindern und Jugendlichen während der Projektphase 2022-2025:

- Identifizierung von 240 Kindern und Jugendlichen, die in schwierigen familiären Verhältnissen aufwachsen, auf der Strasse leben und/oder mit dem Gesetz in Konflikt stehen

- Unterstützung der Kinder und Jugendlichen mit Nahrung, Gesundheitsversorgung, Kleidung und medizinischer Hilfe

- Psychologische und spirituelle Unterstützung

- Suche nach den Familien, Mediation und Reintegration

- Organisation von sportlichen und soziokulturellen Aktivitäten

 

Wiedereingliederung in das Schulsystem und Unterstützung bei der Berufsausbildung:

- Wiedereingliederung von 80 Kindern in die Schule

- Unterbringung von 160 Jugendlichen in Ausbildungszentren und Unterstützung bei der Berufsausbildung

- Nachbetreuung von 240 Kindern nach der Eingliederung (Schulen und Berufsbildungszentren)

Projektfortschritt

Das Projekt Accojed konnte trotz den aufgrund von Covid-19 schwierigen Rahmenbedingungen viele der geplanten Aktivitäten umsetzen. So haben in so genannten Fokusgruppen, die sich mit dem Thema Jugendkriminalität auseinandersetzen, 96 Strassenkinder und 100 Kinder aus «geordneteren» Verhältnissen teilgenommen. Sie haben sich mit Themen wie gewaltfreie Kommunikation und Konfliktlösung auseinandergesetzt. Als eine Massnahme, um die Gewalt zwischen rivalisierenden Jugendbanden zu verringern, wurde ein Fussballturnier organisiert, an dem 66 Jugendliche teilnahmen. 49 Strassenkinder haben an einem Tanzkurs und 32 Jugendliche an einer Exkursion teilgenommen. Schliesslich haben 57 Strassenkinder von einer psychologischen und 82 von einer seelsorgerlichen Begleitung profitiert.

Eine engere Betreuung durch Accojed kam 13 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren zugute (10 Jungen und 3 Mädchen). Diese wurden in ein Ausbildungsprogramm integriert (10 besuchten die reguläre Schule, zwei junge Männer machten eine Mechanikerausbildung, zwei eine Töpferausbildung und eine junge Frau eine Näherinnenausbildung). Zudem wurden diese 13 jungen Leute mit Kleidern, Schuhen und Ausbildungsmaterialien versorgt und erhielten bei Bedarf unentgeltliche gesundheitliche Betreuung.