Costa Rica, Bildung

Solidarisches Handeln durch kontinental vernetzte Ausbildung

Projektsumme: CHF 119‘939 (2019, inkl. internationale Mitarbeitende)
Projektnummer: 428.1205

Die Lateinamerikanische Bibeluniversität, Universidad Bíblica Latinoamericana (UBL), ist eine theologische Hochschule in San José, Costa Rica. Ihre Grundsätze sind ökumenische Offenheit, ganzheitliche Spiritualität, Engagement für den Frieden und eine besondere Sensibilität gegenüber der ethnischen Vielfalt Lateinamerikas. Das Bildungsangebot der UBL steht allen offen und richtet sich an Menschen in ganz Lateinamerika. Neben der universitären Ausbildung bietet das Biblisch-Pastorale Institut (IBP) der UBL theologische Kurse an, die theologisches Grundwissen vermitteln.

Hintergrundinformationen

Lateinamerika wird in religiöser Hinsicht immer pluralistischer. Gleichzeitig nimmt sowohl auf evangelischer als auch auf katholischer Seite der religiöse Fundamentalismus zu. Grund für das Wachstum von problematischen religiösen Strömungen ist, dass diese den spirituellen Hunger der benachteiligten Menschen in den lateinamerikanischen Ländern oft zu stillen wissen.

Die Lateinamerikanische Bibeluniversität, Universidad Bíblica Latinoamericana (UBL) sieht sich als Institution, die sich diesen sozialen und kirchlichen Herausforderungen in ökumenischer Offenheit stellt und an der Identitätsbildung der evangelischen Kirchen Lateinamerikas massgeblich mitwirkt. Dabei bezieht ihre Theologie soziale Verantwortung mit ein und entwickelt sich in Wechselbeziehung mit der gesellschaftlichen Realität weiter.

Projektziele

Die UBL hat im Rahmen ihrer strategischen Planung 2014 ihre Vision formuliert: «Die UBL konsolidiert sich als Referenz im Bildungsbereich für Kirchen und soziale Bewegungen in Lateinamerika und der Karibik. Sie leistet Beiträge zur Gestaltung von Gesellschaften, in denen soziale Gerechtigkeit und menschliche Freude gelebt werden können und wo motiviert durch tätigen Glauben Friedens- und Gerechtigkeitsarbeit geleistet wird.»

Zielgruppe

Die UBL steht allen an einem Theologiestudium interessierten Menschen offen. Über die Studierenden kommt die Bildungsarbeit den verschiedenen Kirchen in einer grossen Anzahl von Ländern Lateinamerikas zugute. Indirekt gehören somit weite Teile der Bevölkerung Lateinamerikas zu den Begünstigten der Tätigkeit der UBL.

Aktivitäten

Neben den Programmen auf Universitätsniveau – «Bachillerato», Lizentiat und Master in den zwei Fachbereichen Bibel und Theologie – werden auch Kurse angeboten, die nicht zu einem Hochschulabschluss führen. Ausserdem wird im Biblisch-Pastoralen Institut (IBP), das Teil der UBL ist, theologisches Basiswissen vermittelt. Mission 21 unterstützt die UBL mit einem Beitrag an die Löhne von Dozierenden und vergibt Stipendien.

Seit Januar 2018 steht das Ehepaar Ángel Román und Simone Dollinger für Mission 21 vor Ort im Einsatz. Während Ángel Román sich vorwiegend der Lehre und Forschung an der UBL widmet, koordiniert Simone Dollinger in erster Linie den theologischen Bereich der Lateinamerikaarbeit von Mission 21.

Projektfortschritt

Seit mehreren Jahren bietet die UBL verschiedene Kurse online an, an denen bereits Studierende aus ganz Lateinamerika teilgenommen haben. Damit ist die UBL auf bestem Weg, auch in Zukunft als kontinentale theologische Universität wahrgenommen zu werden.

Im Jahr 2018 waren im universitären Programm insgesamt 147 Studierende aus 17 Ländern und elf Kirchen eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt 48%. 8 Studierende erhielten über Mission 21 ein Stipendium.

Einige Äusserungen der Studierenden zur theologischen Ausbildung an der UBL:

- «Meine Zeit in der UBL hat mir geholfen, die Bibel als relevant für die sozialen Herausforderungen unserer Zeit zu sehen sowie mich politisch und sozial zu engagieren und die Werte des Reiches Gottes zu propagieren.»

- «Das Studium der Bibel an der UBL hat mir die Möglichkeit gegeben, dem Gott des Lebens auf eine neue Weise zu begegnen

- «Feministische Bibelauslegung und theologische Reflexionen haben mich ermächtigt und die Solidarität zu anderen Frauen gestärkt. Inklusivität, insbesondere in Bezug auf sexuelle Vielfalt und Respekt für alle, war eines der wichtigsten Dinge, die ich in dieser Zeit gelernt habe.»