Indonesien/Malaysia, Friedensförderung

Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern

Projektsumme: CHF 305'210
Projektnummer: 225.1008

Häusliche Gewalt, Frauen- und Kinderhandel sowie sexuelle Ausbeutung von Arbeitsmigrantinnen sind tabuisierte Gewaltakte, unter denen unzählige Frauen zu leiden haben. Das Projekt von Mission 21 nimmt sich der Problematik in Indonesien und Malaysia auf zwei Ebenen an: Die beteiligten nationalen und lokalen Organisationen bilden Personal für die Seelsorge und Beratung von Betroffenen aus und bieten Gewaltopfern Schutz und Betreuung. Zudem leisten sie gesellschaftliche Aufklärungsarbeit. In Workshops, Schulungen und Kampagnen wird das Bewusstsein für Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern geweckt, werden die Frauen ermutigt, das Schweigen über Gewaltakte zu brechen. Eine parlamentarische Initiative zielt auf ein griffigeres Gesetz gegen Gewalttäter.

Hintergrundinformationen

Patriarchale Strukturen und Werte sind in Indonesien und Malaysia stark verankert. Häusliche Gewalt ist verbreitet, Frauen- und Kinderhandel sowie sexuelle Ausbeutung von Arbeitsmigrantinnen sind keine Seltenheit. Da Frauen im Durchschnitt schlechter ausgebildet sind als Männer, sind sie wirtschaftlich benachteiligt und haben oft kaum die Möglichkeit, sich über ihre Rechte zu informieren und sich zur Wehr zu setzen. Männer werden für ihre Taten nur selten verfolgt, da sie ein Verfügungsrecht über Ehefrau und Kinder haben und die Gewaltakte tabuisiert sind. Laut der staatlichen indonesischen Frauenrechtskommission wurden im Jahr 2014 293‘220 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Frauenorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Verhältnissen die Stirn zu bieten. Mission 21 unterstützt die Zusammenarbeit ihrer Partnerorganisationen in diesen Netzwerken.

Projektziele

Ziel ist es, Gewalt an Frauen und Kindern in allen Lebensbereichen zu begegnen. Das Bewusstsein für Geschlechterrollen, Diskriminierung und Unrecht in der Gesellschaft wird gestärkt. Frauen werden ermutigt, das Schweigen zu brechen. Opfer von häuslicher Gewalt erhalten Schutz und Betreuung. Gewalttäter sollen strafrechtlich verfolgt und behördliche Verfügungen umgesetzt werden. In armen Gegenden wird über Risiken der Arbeitsmigration aufgeklärt, und ausgebeutete Migrantinnen erhalten Beistand und Schutz.

Zielgruppen

Primäre Zielgruppe sind Frauen, die in der eigenen Familie oder als Arbeitsmigrantinnen in fremden Haushalten zu Gewaltopfern werden, sowie jene, die in die Fänge des Menschenhandels geraten. Geschlechtergerechtigkeit kann jedoch nur erreicht werden, wenn Frauen und Männer gemeinsam darauf hinarbeiten. Männer werden deshalb in bestimmten Schulungen einbezogen.

Aktivitäten

  • Aufbau eines Netzwerks zur Unterstützung indonesischer Arbeitsmigrantinnen

  • Schulung von kirchlichem Personal in Auswanderungsgebieten zur Aufklärung über die Risiken für Arbeitsmigrantinnen und deren Unterstützung

  • Ausbildung von Personal für die Seelsorge, Beratung und Unterstützung von Gewaltopfern und Betroffenen

  • Schutz, Beratung und Unterstützung von Gewaltopfern im Frauenhaus Durebang Centre in Bandung, West-Java, in Zusammenarbeit mit weiteren Zentren

  • Lancierung einer parlamentarischen Initiative in Zusammenarbeit mit Frauenorganisationen auf nationaler Ebene, die auf ein griffigeres Gesetz gegen Gewalttäter abzielt

  • Sensibilisierungskampagnen zu häuslicher Gewalt und zum Handel mit Frauen und Kindern

  • Beistand für alleinerziehende Mütter

  • Workshops, Schulungen und Kampagnen zu Geschlechtergerechtigkeit sowie Führungs- & Kommunikationstrainings für Frauen

Projektfortschritt

Der Asiatische Kirchenrat lancierte 2017 eine Kirchenkonsultation zum Thema Handel mit Frauen und Kindern. Der indonesische Kirchenbund koordiniert ein Programm zur Unterstützung von indonesischen Arbeitsmigrantinnen mit verschiedenen spezialisierten Organisationen.

Das Durebang Centre in Bandung bietet Gewaltopfern Schutz. Es ist eingebettet in ein regionales, interreligiöses Netzwerk von Institutionen.

Durch die Teilnahme an einer von der Universität UKDW ausgerichteten, praxisorientierten Workshop-Serie verfügen alle beteiligten Partnerorganisationen über geschultes Personal für die Seelsorge, Beratung und Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt und von Menschenhandel.