Peru, Bildung

Soziale Konflikte bewältigen, Gewalt gegen Frauen überwinden (ISAIAS)

Projektnummer: 476.1005

ISAIAS versteht sich als Bewegung und Netzwerk kritischer und offener Christinnen und Christen der südlichen Hochanden rund um Puno und Cusco. Die Abkürzung steht für «Istituto Surandino de Investigación y Acción Solidaria». Thematische Schwerpunkte sind die Bildungs-, Friedens-, Menschenrechts- und Demokratisierungsarbeit. Mission 21 unterstützt ISAIAS im Bereich Bildung. Dabei geht es um die Aus- und Weiterbildung von Leitungspersönlichkeiten sowie von Frauen, mit dem Ziel, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen für eine aktive Bürgerbeteiligung und für ein gesellschaftliches Engagement im Kampf gegen die Gewalt an Frauen fit zu machen.

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Beiträge aus dem Netzwerk von Mission 21 sind hier zu finden: #zeichenderhoffnung

Hintergrundinformationen

Obwohl die peruanische Gesetzeslage eine weitgehende Bürgerbeteiligung vorsieht, wird die indigene Bevölkerung vom Staat diskriminiert. Immer wieder kommt es deswegen zu gewaltsamen Protestaktionen, die sogar in Lynchjustiz münden können. Demokratische Problemlösungsstrategien müssen weiter eingeübt werden. Auch Verhandeln und Konsensfindung bereiten Probleme. Autoritäre Amtsführung und gewaltsame Konfliktlösung sind an der Tagesordnung. Zudem liegt die Armutsrate in der Region Puno bei fast 40 Prozent. Frauen leiden besonders unter der Situation, denn sie werden häufig mehrfach diskriminiert. Im ländlichen peruanischen Hochland werden sie häufig von Eltern und Brüdern bevormundet und erfahren psychische und körperliche Gewalt. Fliehen sie aus den ländlichen Gebieten in die Stadt, verbessert sich die Situation meist nicht, sondern Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Herkunft sowie Demütigungen aller Art gehören weiter zum Alltag. Die meisten Frauen haben daher ein niedriges Selbstwertgefühl und sind nicht in der Lage, ihre Interessen zu formulieren, ihre Rechte wahrzunehmen und aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen.

Projektziele 2018-2021

Ziel 1: Führungspersonen sind in der Lage, bei sozialen Konflikten geschickt zu verhandeln und deeskalierend zu intervenieren. 

Ziel 2: Frauen engagieren sich gegen genderspezifische Diskriminierung und Gewalt.

Zielgruppe

Die Zielgruppen sind 40 Führungspersonen (Bauernführerinnen und -führer, Gemeindeleitende, Vorstände von Frauen- und Müttervereinen oder Umweltinitiativen) sowie 40 Frauen christlicher und sozialer Basisorganisationen aus verschiedenen politischen Gemeinden des Departements Puno.

Aktivitäten

Leadership-Training: Ausgewählte Führungspersonen besuchen einen vierjährigen Ausbildungskurs zum Thema Führung und Konfliktmanagement. Die Ausbildung umfasst Theorie und Praxis sowie Supervisionen.

Advocacy (Fürsprache) zur Überwindung genderspezifischer Gewalt: In Kursen werden den Teilnehmerinnen Kenntnisse bezüglich Gewaltprävention, Deeskalation von Gewalt sowie der Begleitung von Gewaltbetroffenen vermittelt und Interventionsweisen eingeübt. Die Teilnehmerinnen verpflichten sich, in ihren Herkunftsgemeinden bzw. Organisationen die wichtigsten Inhalte zu weiterzugeben. Dabei werden sie von den Projektverantwortlichen gecoacht. Jährlich finden zudem Familientreffen statt, um die in den Workshops vermittelten Inhalte den Ehemännern und Kindern bekannt zu machen. Die Netzwerkarbeit wird stark gefördert: ISAIAS arbeitet eng mit den politischen Gemeinden und der Zivilgesellschaft zusammen.

Projektfortschritt 2019

Spezifisches Ziel 1: Stärkung von Führungspersonen

•  14 Männer und 23 Frauen haben das zweite Ausbildungsjahr als „KonfliktmanagerInnen“ erfolgreich abgeschlossen

•  Alle vermitteln einige Inhalte bereits in ihren Gemeinden weiter und begleiten Konfliktparteien bei der Lösung ihrer Konflikte.

Spezifisches Ziel 2: Engagement gegen genderspezifische Gewalt

•  40 Frauen sind sich ihrer rechte als Frauen bewusst und verfügen über legale Kenntnisse, um diese Rechte in Familie, Gemeinschaft und auf politischer Ebene einzufordern.

•  Die Frauengruppe von ISAIAS Puno schloss Verträge mit Schulen sowie der lokalen und regionalen Erziehungsdirektion, damit Präventionsarbeit zum Thema Gewalt an Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum stattfindet.