Palästina, Bildung

Sternberg - Förderung von Kindern mit geistigen Behinderungen

Projektsumme: CHF 23'000
Projektnummer: 296.1510

Das Rehabilitationszentrum "Sternberg" in der Nähe von Ramallah in Palästina fördert Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Sozialarbeiterinnen, Physio- und Kunsttherapeutinnen unterstützen durch Hausbesuche die betroffenen Familien und tragen damit zur sozialen Integration von Menschen mit Behinderungen bei. Kinder können einen integrativen Kindergarten oder eine Förderschule besuchen, für ältere Jugendliche besteht auch die Möglichkeit, im Zentrum eine Berufslehre in der Landwirtschaft, Handarbeit oder Hauswirtschaft zu absolvieren.

Hintergrundinformationen

Im Jahr 1867 begannen die Herrnhuter in Jerusalem mit der Pflege von Leprakranken. Inzwischen ist Lepra heilbar. Die Gebäude, Zisternen sowie der angelegte Garten mit Bäumen und Sträuchern fungieren nun seit 1981 als Rehabilitationszentrum für Menschen mit Behinderung. Viele Familien sind mit der Betreuung von behinderten Familienmitgliedern auf sich allein gestellt. Der «Sternberg» unterstützt betroffene Familien und sorgt für die schulische und berufliche Qualifikation von Menschen mit Behinderungen, um ihnen eine Integration in die palästinensische Gesellschaft zu ermöglichen. Unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit wird jede Person in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld individuell gefördert. Inmitten einer oft unruhigen Umgebung ist der "Sternberg" eine Oase der Ruhe und des Friedens. Die Leitung des Zentrums liegt in palästinensischen Händen. Auf dem «Sternberg» ist die friedliche Zusammenarbeit von christlichen und muslimischen Kindern und Mitarbeitenden selbstverständlich.

Projektziele

Förderung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Beeinträchtigungen:

  • In einem inklusiven Kindergarten für Kinder im Alter von 3 Monaten bis 6 Jahren

  • In einer Förderschule für Kinder von 6 bis 14 Jahren

  • In einem Autismus-Programm für Kinder von 6 bis 14 Jahren

  • In einer Berufsschule für Jugendliche ab 14 Jahren

  • In einer auf das Gemeinwesen bezogenen Sozialarbeit in Dörfern und Kommunen der nördlichen Westbank

Advocacy-Arbeit (Fürsprache) zur Sensibilisierung der palästinensischen Gesellschaft für die Rechte und Bedürfnisse behinderter Mitmenschen.

Zielgruppen

  • 20 Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen im inklusiven Kindergarten

  • 20 Kinder mit Beeinträchtigungen in Förderschule und Autismus-Programm

  • 40 Jugendliche in der geschützten Berufsausbildung

  • 100 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen in 11 Dörfern und Kommunen

  • Palästinensische Gesellschaft im Rahmen der Advocacy-Arbeit

Aktivitäten

Die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Beeinträchtigungen geschieht auf dem «Sternberg» und in umliegenden Dörfern mithilfe von Kunst-, Musik-, Sprach- oder Physiotherapie. Regelmässige Besuche bei Eltern und Familien ermöglichen eine enge Einbindung des sozialen Umfeldes in die therapeutischen Massnahmen. Neben der Förderung von Kindern in Kindergarten und Förderschule besteht eine umfangreiche berufliche Bildungsarbeit mit angeschlossener geschützter Werkstatt und Landwirtschaft. Der «Sternberg» leistet zudem erfolgreiche Sensibilisierungs- und Advocacy-Arbeit für die Rechte Behinderter.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt für 2018 ist der Umbau eines Gebäudes für den inklusiven Kindergarten, der bisher in völlig unzureichenden Räumlichkeiten untergebracht ist. Daneben soll die gesamte Einrichtung durch den Aufbau einer grossen Solaranlage mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Auch sollen einkommensfördernde Projekte ausgebaut werden, die eine nachhaltige Eigenfinanzierung der Arbeit ermöglichen.

Projektfortschritt

Der «Sternberg» ist inzwischen ein anerkannter Vorreiter der Sonderpädagogik in Palästina und trägt dazu bei, dass das Menschenrecht auf Inklusion, das heisst auf gerechte Teilhabe aller Menschen in der palästinensischen Gesellschaft, umgesetzt wird. Zu sehen ist das in der steigenden Anzahl von Kindern, die zumindest tageweise reguläre Schulen besuchen können oder von Jugendlichen, die nach Abschluss einer Berufsausbildung auf dem «Sternberg» eine geregelte auswärtige Beschäftigung aufnehmen konnten.