Nigeria, Bildung

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärkung von Frauen

Projektsumme: CHF 46'000
Projektnummer: 162.1002

Frauen in Nigeria leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Oft werden sie jedoch strukturell benachteiligt und viele von ihnen sind Mehrfachbelastungen ausgesetzt. Die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram trifft Frauen (und Kinder) oft besonders stark. Die Kirche der Geschwister EYN, Partnerkirche von Mission 21 in Nigeria, stärkt deshalb die Rolle der Frauen. Sie erhalten wirtschaftliche Unterstützung und erlernen handwerkliche Fertigkeiten, die der Existenzsicherung dienen.

Hintergrundinformationen

Seit 2009 hat die Gewalt von Boko Haram im Nordosten Nigerias zu der Vertreibung von mehr als 2,6 Millionen Menschen geführt. Ende 2017 lebten immer noch 1,6 Millionen intern vertriebene Menschen in der Region, davon sind über 50 Prozent Frauen. Obwohl Boko Haram ab Dezember 2016 stark zurückgedrängt werden konnte und vielerorts die territoriale Kontrolle aufgeben musste, fordern die Terroranschläge weiterhin zahlreiche Menschenleben. Zudem bleiben die sozialen und wirtschaftlichen Schäden für die Region immens. Die UNO schätzt, dass mindestens 8,5 Millionen Menschen weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Meist sind es Frauen, die sich um die Ernährung der Familie, die Kinderbetreuung und die Ausbildungs- und Gesundheitskosten kümmern. Sie und ihre Kinder befinden sich im Zuge dieses Konflikts in besonders prekären Situationen. Mit Unterstützung von Mission 21 hilft die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN) vertriebenen Menschen bei der Rückkehr in ihre Wohngebiete. Mit dem vorliegenden Projekt unterstützt und stärkt die EYN Witwen und Waisen sowie besonders gefährdete Kinder und Frauen im Umgang mit Traumata durch psychosoziale Begleitung, beim Zugang zu Bildung und in der wirtschaftlichen und sozialen Reintegration in die Gesellschaft.

Projektziele

Die Frauenarbeit der Kirche der Geschwister leistet einen Beitrag zur Förderung und Stärkung von Frauen für ein Leben in Würde. Dazu wurden folgende Ziele gesetzt:

  • Gefährdete Frauen verfügen über handwerkliche Fähigkeiten und über Kenntnisse in der Führung von Kleinstunternehmen, die zur Sicherung der Existenz der ganzen Familie beitragen.

  • Traumatisierte Frauen erlangen Kontrolle über ihr Leben

  • Die Existenzgrundlagen von Frauen, die vom Konflikt betroffen waren, sind wieder aufgebaut.

  • Waisen und verletzliche Kinder haben Zugang zu Bildung.

  • Die wirtschaftliche Integration von Frauen ist durch Selbsthilfegruppen verbessert.

Zielgruppe

Das Projekt arbeitet mit den vom Terror am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppen. Dies sind Witwen und andere gefährdete Frauen, Waisen und Kinder, die sich in prekären Lebenssituationen befinden und schliesslich werden allgemein Haushalte erfasst, welche von alleinstehenden Frauen oder Kindern geführt werden. Auch ausserhalb einer Konfliktsituation sind diese Personengruppen tendenziell stärker von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Marginalisierung betroffen.

Aktivitäten

  • Workshops und Schulungen in handwerklichen Fertigkeiten

  • Workshops und Schulungen in der Führung von Kleinstunternehmen

  • Frauen und gefährdete Kinder erhalten Schutz

  • Psychosoziale Begleitung von traumatisierten Frauen und Kindern

  • Die Stigmatisierung von alleinerziehenden Frauen wird verringert

  • Gefährdete Frauen und Kinder erhalten Zugang zu Lebensmitteln

  • Aufbau und Schulung von Selbsthilfegruppen

  • Vergabe von Startkapital an Frauen und Selbsthilfegruppen

  • Unterstützung von Waisen und gefährdeten Kindern durch Zugang zu Bildung

Projektfortschritt

Zu Beginn des Jahres 2015 wurde die Frauenarbeit der EYN neu strukturiert. Es gibt nun eine eigenständige Abteilung, die von Suzan Mark, der langjährigen Leiterin der kirchlichen Frauenbewegung «Zumuntar Matan Ekklesiya» (ZME), geführt wird.

Im Rahmen des Projekts zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stärkung von Frauen wurden freiwillige Personen in der psychosozialen Begleitung von Frauen geschult.

Traumatisierte, vom Konflikt betroffene Personengruppen, vor allem Frauen und Kinder, erhielten psychosoziale Begleitung. Zudem wurden Frauen durch das Erlernen von handwerklichen Fertigkeiten und die Ausbildung in der Führung von Kleinstunternehmen gestärkt. Ihre Existenzgrundlage konnte dadurch nachhaltig gesichert werden. Schliesslich wurden Kirchen- und Gemeindemitglieder über die Wichtigkeit der Stärkung der Rolle der Frau informiert.