Das Nothilfeprogramm in Kamerun ist angelaufen

Der Konflikt in den englischsprachigen Provinzen Kameruns zwischen Regierung und separatistischen Kräften hat tausende Menschen in die Flucht getrieben. Mission 21 hat in Zusammenarbeit mit der UNO ein umfangreiches Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm in Kamerun lanciert. Dieses Programm ist nun angelaufen.

Das Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm wurde in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen lanciert, um der notleidenden Bevölkerung umfassende und nachhaltige Hilfe zu bringen. Dieses Programm ist nun vor Ort angelaufen. Die Hilfsgüter werden an die Betroffenen verteilt. Diese Arbeit gestaltet sich schwierig, weil der Transport zu den Geflüchteten sehr riskant für die Fahrer und Hilfskräfte ist. Die Armee der Zentralregierung patrouilliert durch die Strassen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Dabei schiessen die Soldaten auch wahllos um sich.

Allgemeine Konferenz der Anglophonen gescheitert

Martin Witmer, früherer internationaler Mitarbeiter von Mission 21 in Kamerun, schildert in seinem aktuellen Bericht den Versuch, eine Konferenz zwischen den Konflikt-Parteien zu organisieren. Verschiedene Vertreter religiöser Gemeinschaften haben versucht, eine "Anglophone General Conference" durchzuführen. Stark gemacht dafür hat sich insbesondere der ehemalige Erzbischof von Duala, Kardinal Tumi. Der Plan scheiterte jedoch an unterschiedlichen Vorstellungen der vorgesehenen Teilnehmenden.

Verschärfung der Lage wird befürchtet

Zwei Faktoren lassen befürchten, dass sich die Lage auf Anfang Oktober verschärfen könnte. Einerseits wird am 7. Oktober die Präsidentschaftswahl durchgeführt. Eine Woche zuvor, am 1. Oktober, jährt sich die Ausrufung der Unabhängigkeit der beiden anglophonen Provinzen. Separatisten hatten am 1. Oktober 2017 die Abspaltung der Provinzen von Kamerun als unabhängigen Staat „Ambazonia“ verkündet. Martin Witmer schreibt in seinem Bericht: "Die Einschätzung vieler Beobachter ist, dass sich die Lage nochmals verschärfen wird."

Text: Christoph Rácz

Foto: Angelika Weber

► Ausführlicher Bericht zur Situation von Martin Witmer

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