Missionswoche 2019: Frieden und Solidarität, Freundschaft und Begegnung

Über 100 Gäste trafen sich am Sonntagnachmittag, 30. Juni, bei strahlendem Sommerwetter in Basel zum Missionsfest. Im Garten des Missionshauses gab es zahlreiche Grussworte und Geschenke für den neuen Direktor von Mission 21, Pfarrer Jochen Kirsch.

Das traditionelle Missionsfest als Abschluss der Missionswoche fand dieses Jahr unter dem Vorzeichen des Übergangs statt: Viele internationale Gäste begrüssten Pfarrer Jochen Kirsch, den kommenden neuen Direktor von Mission 21, mit symbolkräftigen Gaben für eine erfolgreiche Zukunft. Jochen Kirsch wurde zuvor im feierlichen Gottesdienst in der Peterskirche in sein neues Amt eingesetzt. Die Installation führten Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Marianne Wagner, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie der Vorstandspräsident von Mission 21, Johannes Blum, durch. Die Mitwirkung von Gottfried Locher und Marianne Wagner zeigt die starke Verankerung von Mission 21 in den Kirchen in der Schweiz und in Süddeutschland. Jochen Kirsch, gegenwärtig Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen von Mission 21, übernimmt die Direktion am 1. September 2019.

Am Vorabend des Festes wurde die amtierende Direktorin von Mission 21, Pfarrerin Claudia Bandixen, festlich verabschiedet, für ihre unermüdliche Arbeit für Mission 21 gewürdigt und mit vielen Grussworten und Geschenken verdankt.

Frieden und Solidarität im Zentrum

Die Festlichkeiten am Samstag und Sonntag setzten den Schlusspunkt hinter eine intensive Woche mit zahlreichen auch öffentlichen Veranstaltungen. Das Motto "Mache dich auf und werde … Frieden … Gerechtigkeit …" wurde in der Synode konkret. Die Delegierten aus Afrika, Asien und Lateinamerika berichteten über die brennenden Themen ihrer Kontinente. Ein Problem, das weltweit beobachtet wird, ist die Zunahme radikaler, fundamentalistischer Strömungen. Seien es islamistische Gruppierungen, die in Indonesien die interreligiöse Toleranz untergraben oder die Terrormiliz Boko Haram, die in Nigeria nach wie vor mit ihren bewaffneten Überfällen eine Bedrohung für Christinnen und Christen sowie die moderaten Musliminnen und Muslime darstellt. Aber auch christliche Fundamentalisten bedrohen das friedliche Miteinander: So geht die Politik in Lateinamerika mit konservativen Katholiken und gewissen Pfingstkirchen Allianzen ein, so dass demokratische Grundwerte, Solidarität und der Umweltschutz unter Druck geraten.

Die statutarischen Geschäfte hingegen gaben wenig zu diskutieren und wurden rasch abgewickelt: Jahresbericht und Jahresrechnung wurden genehmigt, das neue Budget ohne Gegenstimmen gutgeheissen. Dem Vorstand wurde décharge erteilt und als neues Mitglied wurde Frieder Vollprecht von der Herrnhuter Mission in den Vorstand von Mission 21 gewählt.

Resolution gegen sexuelle Gewalt an Frauen 

Die Internationale Frauenkonferenz mit Teilnehmerinnen aus vier Kontinenten diskutierte am Mittwoch über die Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen, die oft in sexueller Gewalt an Frauen kulminiert. Entsprechend verabschiedete die Konferenz eine Resolution zuhanden der Synode von Mission 21, in der sie zum entschiedenen Handeln gegen sexuelle Gewalt an Frauen aufrief. Der Nachmittag der Frauenkonferenz bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, in einem Theater-Workshop emotionale Zugänge zu den dringlichen Problemen zu finden.

Wirksame Entwicklungszusammenarbeit 

In der Kontinentalversammlung Europa bot der öffentliche Teil am Nachmittag einen Einblick in die Frage, wann und wie Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich sein kann. Der Journalist (ehemals Radio SRF, "Echo der Zeit") und Ökonom Markus Mugglin stellte Thesen für Hindernisse und Erfolgsfaktoren für die internationale Zusammenarbeit vor. Jugenddelegierte aus Afrika, Asien und Lateinamerika brachten zu diesen Thesen ihre eigenen Erfahrungen ein, die sie mit Entwicklungszusammenarbeit machten.

Eine kritische Auseinandersetzung zum Thema  Entwicklungszusammenarbeit bot auch der diesjährige Youth Summit von Mission 21. Das Organisationsteam des Jugendnetzwerks young@mission-21 hatte gemeinsam mit fast allen Jungparteien der Schweiz ein Programm mit Referaten und Diskussionen explizit für junge Erwachsene bis 30 Jahre auf die Beine gestellt – prominentester Teilnehmer war Botschafter Manuel Sager, Vorsteher der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Bundes. Rund 70 junge Erwachsene nahmen teil und zeigten so, dass sich auch eine junge Generation für die brennenden Themen Gerechtigkeit, Frieden, Umweltschutz und Armut packen lässt.

Botschafter Manuel Sager, Direktor der DEZA am Youth Summit 2019. Ein detaillierter Bericht auf der Website von Mission 21 finden Sie hier.

Herausforderungen für die Partner von Mission 21 

Einen eindrücklichen Einblick in die Arbeit der Partner von Mission 21 und die internationale Vernetzung des Werks bot der Freundschafts- und Begegnungstag: Am Samstagnachmittag (29. Juni) berichteten vier Führungspersönlichkeiten der Partner von Mission 21 über die Situation und die Herausforderungen in ihren Ländern. Ergänzende Einblicke ermöglichten der Generalsekretär des afrikanischen Kirchen-Dachverbands AACC, Fidon Mwombeki, sowie Sonya Elmer Dettelbacher von der DEZA. (Ein detaillierter Bericht findet sich hier.)

An diese Veranstaltung schlossen die Feierlichkeiten zum Übergang in der Direktion an. Die vielen Grussworte zeigten, wie wichtig es für die Vertrauensbildung zwischen internationalen Partnern ist, wenn in der Leitung eines Werks die Kontinuität hohe Geltung hat.

► Zahlreiche Video-Statements, Fotos und Berichte rings um die Synode 2019 finden Sie auch auf der Facebook-Seite von Mission 21.

► Radiobeitrag zum Direktionswechsel von Radio Life Channel

Text: Christoph Rácz, Fotos: Tobias Frey