Südsudan: Zerbrechlicher Frieden

Der Bürgerkrieg im Südsudan sorgte seit 2013 für grosses Leid in der Bevölkerung. Hauptursache für den Krieg ist der Konflikt innerhalb der Politikerelite zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und den Rebellen, angeführt vom ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Nun scheinen die jahrelangen, mühsamen Friedensbemühungen, vor allem durch kirchliche Akteure, Früchte zu tragen: Ende letzter Woche unterzeichneten die Bürgerkriegsparteien ein Friedensabkommen. Ob sich alle daran halten, bleibt abzuwarten.

Am Sonntag, 5. August 2018, unterzeichneten der Rebellenführer Riek Machar und Präsident Salva Kiir ein finales Friedensabkommen. Die Parteien bekennen sich im Abkommen unter anderem zum Waffenstillstand. Die Hoffnung auf ein endgültiges Ende des Bürgerkrieges ist gross. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Vereinbarungen äusserst brüchig sind: Das 2015 geschlossene Friedensabkommen war nur von kurzer Dauer und auch die beschlossene Waffenruhe im Juni 2018 wurde bald gebrochen.

Am Friedensabkommen im 2015 wirkte auch Peter Gai, Vorsitzender des Südsudanesischen Kirchenbundes, Partner von Mission 21, mit. Die Kirche gehört im Südsudan zu den wenigen Akteuren, denen die Menschen noch vertrauen. Ihr kommt deswegen eine wichtige Vermittlungsrolle zu. Im Südsudan leben rund 64 Ethnien. Das Misstrauen zwischen den einzelnen Gruppen ist durch den Konflikt gewachsen. Insbesondere durch die Instrumentalisierung der Gruppenzugehörigkeit durch die beiden Hauptkontrahenten Kiir und Machar, die den Dinka, respektive den Nuer angehören.

Über 300.000 Menschen haben durch mehr als fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg ihr Leben verloren. Tausende sind auf der Flucht, konnten ihre Felder nicht mehr bestellen und müssen hungern. Im Juli 2018 konnte sich der UN-Sicherheitsrat endlich auf ein Waffenembargo gegen Südsudan einigen und sprach Sanktionen gegen zwei führende Militärs aus. Dies war ein wichtiges Signal für die leidende Bevölkerung im Südsudan.

Nun müssen die Parteien innerhalb von drei Monaten eine Übergangsregierung bilden. Die Macht soll auf die beiden Parteien verteilt werden. Der Rebellenführer Machar ist dabei als Vizepräsident neben Kiir vorgesehen. Ob dies dem Land den langersehnten Frieden bringt, bleibt abzuwarten. Kritische Stimmen sehen eine echte Wende nur in der Ablösung der alten Elite durch die jüngere Generation.

Wie die Ausgestaltung des Abkommens konkret aussehen wird bleibt offen, ebenso dessen Ausgang. Die Arbeit unserer Partner vor Ort bleibt eine grosse Herausforderung. Die Friedensarbeit und vor allem Versöhnungsarbeit des südsudanesischen Kirchenbundes und anderen ein wichtiger Faktor, um im Südsudan nachhaltig Frieden zu schaffen.  

Text: Meret Jobin

Quellen:

► Deutsche Welle-Online: "Regierung und Rebellen im Südsudan schließen endgültig Frieden"

► Deutsche Welle-Online: "UN verhängen Waffenembargo über Südsudan"

► NZZ-Online: "Südsudans verlorene Kinder misstrauen dem Frieden"

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