Zunehmende Gewalt vor den Wahlen in Nigeria

Die Anspannung vor den Wahlen in Nigeria steigt. Die Terrormiliz Boko Haram stiftet wieder vermehrt Unruhe durch Gewaltakte, besonders im Nordosten Nigerias.

Betroffen war davon auch Markus Gamache, Gründer des Friedensdorfes Gurku. Er besuchte kürzlich die Kleinstadt Madagali im Bundesstaat Adamawa. Kurz nach seinem Besuch attackierte eine Gruppe von Boko Haram Madagali. Bereits Ende Januar war ein Dorf in der Nähe der Stadt Ziel eines Angriffs der Islamisten geworden. Dabei wurden mehrere Häuser zerstört und ein Bewohner getötet.

Wie Markus Gamache in einer Mail schreibt, hätten Regierungssoldaten den Angriff auf Madagali abgewehrt und dabei fast alle Milizionäre getötet. Die Gefahr durch Boko Haram ist im Bundesstaat Adamawa stets präsent. Markus Gamache schreibt, die Bewohner verschiedener Ortschaften lebten in ständiger Angst vor einem Angriff: „I want to thank you for your continuous prayers. Kirchinga, Shuwa, Gubla and some villages like Wagga, Babel, Hyembula are living in fear always.”

Wahlen verschoben

Der Hintergrund: Am Samstag, 16. Februar, hätten in Nigeria allgemeine Wahlen stattfinden sollen. Wenige Stunden vor Wahlbeginn wurden sie jedoch um eine Woche verschoben und sollen neu am 23. Februar durchgeführt werden. Zwischen den Hauptkontrahenten, Präsident Muhammadu Buhari von der Partei All Progressives Congress (APC) und Herausforderer Atiku Abubakar von der People's Democratic Party (PDP), wird ein enger Wahlausgang erwartet.

Die Herausforderungen im ganzen Land sind gross. Die Behauptung der Regierung, dass Boko Haram besiegt sei, hat sich nicht bewahrheitet. Das zeigen die Angriffe in der Tschadsee-Region. Die Attacken von Boko Haram kurz nach dem Jahreswechsel jagten mehrere tausend Menschen in die Flucht.

Ebenso nimmt die Gewalt im sogenannten „Middle Belt“ zu. In dieser Region, die aufgrund des Klimawandels stetig trockener wird, streiten sich sesshafte Bauern und nomadisierende Hirten um fruchtbares Land und Weidegründe. Gewalttätige Hirten haben in den letzten anderthalb Jahren immer mehr Dörfer angegriffen und Bewohner getötet.

Engagiert für ein friedliches Miteinander

Mitarbeitende und Partner von Mission 21 engagieren sich in Nigeria für eine friedliche und demokratische Weiterentwicklung ihres Landes. So führt Markus Gamache die interreligiöse Friedensarbeit in Gurku und in der Stadt Jos weiter.

Yakubu Joseph, Landeskoordinator von Mission 21, hat sich als offizieller Wahlbeobachter registrieren lassen. Er wird in und um Jos herum im Einsatz sein. Zusammen mit Mitarbeitenden der Justice, Development and Peace Commission (JDPC)/Caritas wird er den Wahlvorgang überwachen, die Stimmergebnisse verschiedener Wahlkabinen überprüfen und mit den offiziellen Angaben vergleichen.

Mission 21 und ihre Partner sind über die Nothilfe- und Friedensarbeit im Plateau State seit Mitte 2018 mit JDPC und insbesondere deren Ableger, dem EPRT-Netzwerk (Emergency Preparedness and Response Team), verbunden.

► Interreligiöse Friedensarbeit in Nigeria

► Nothilfe und Wiederaufbau in Nigeria

► Radiobeitrag von Mathias Waldmeyer, Programmverantwortlicher Nigeria