Dialog International: «Mit anderen Augen die Bibel lesen»

Ein interkultureller Austausch zu postkolonialen Bibelinterpretationen mit drei Theolog*innen aus dem Globalen Süden

Donnerstag, 17.02.2022, 18 - 19.30 Uhr auf Zoom

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Konzept und Moderation: Claudia Buess, Leiterin Bildungsveranstaltungen Mission 21

Veranstaltung in englischer Sprache

Ohne es zu realisieren, lesen wir im Globalen Norden die Bibel aus einer euro­zentrischen Perspektive. Andere Lesarten der Bibel erreichen uns via Stimmen aus dem Globalen Süden. Wie können wir unbewusste koloniale und patriarchale Denkweisen in der Bibelinterpretation erkennen?

Im Online-Gespräch diskutieren die Bibelwissenschaftlerinnen Madipoane Masenya aus Südafrika, Sharon Jacob aus Indien und der Bibelwissenschaftler David Castillo Mora aus Costa Rica über die Vielfalt an Bibelauslegungen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Was können wir in Europa von diesen Sichtweisen lernen? Und was leistet die sogenannte postkoloniale Bibelkritik?

Madipoane Masenya (Ngwan'a Mphahlele, links) ist Professorin für Altes Testament sowie stellvertretende Direktorin der Universität von Südafrika, Pretoria. Als Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Südafrika hat sie zahlreiche wissenschaftliche Artikel zur  Hebräischen Bibel und zum Verhältnis von Alttestamentlichen Studien und Gender, insbesondere im afrikanischen Kontext, veröffentlicht. Sie war eine der Mitherausgeberinnen von The Africana Bible: Reading Israel's Scriptures from Africa and the African Diaspora.

Dr. Sharon Jacob (mitte) ist Assoziierte Professorin für Neues Testament an der Pacific School of Religion in Berkeley, Kalifornien. Sie ist u.a. Mitglied in der Redaktion des Electronic Journal for Feminist Studies in Religion (EFSR). Ihre Forschungsinteressen umfassen Feminismus, postkoloniale Theorie sowie Theorie des Weiss-Seins. Ihre Erfahrungen aus dem Aufwachsen in einem multireligiösen indischen Kontext sowie ihre aktuellen Erfahrungen als Immigrantin in den Vereinigten Staaten fliessen in ihre Lehre und Forschung ein.

David Castillo Mora (rechts) lehrt an der Lateinamerikanischen Bibeluniversität (UBL) und am Centro de Estudios y Relaciones Judeo Cristianas (CERJUC) in San José, Costa Rica. Er hat einen Master-Abschluss in Bibelwissenschaft der Universität KwaZulu Natal in Südafrika, wo er auch seine Doktorarbeit schreibt. Seine Interessengebiete sind die kritische Auslegung des Alten Testaments und die kontextuelle biblische Hermeneutik.