Mission im Kontext von Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus

    Mission - Slavery- Colonialism Revisited

    Welche Rolle spielten christliche Missionsgesellschaften im Kontext von Sklaverei und Kolonialismus? Gibt es historische Berührungspunkte mit Rassismus und Diskriminierung? Mission 21 rückt die vielschichtige Geschichte von Mission, Kolonialismus und Sklaverei ins Blickfeld, um so den Fokus für die gegenwärtige gesellschaftliche Debatte zu Rassismus und Diskriminierung zu schärfen. Die transparente und wissenschaftliche Aufarbeitung der Missionsgeschichte ist ein wichtiges Anliegen von Mission 21, und wir unterstützen die kritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte bzw. der Geschichte der Basler Mission. Wir hoffen, dass wir damit einen konstruktiven Beitrag leisten können zu wichtigen gesellschaftspolitischen Debatten.

    Mission und Sklaverei

    Die Rolle der christlichen Missionsgesellschaften im Kontext der Sklaverei ist ambivalent. Die Leitung der Basler Mission war in ihren Missionsgebieten in Afrika strikt gegen die Sklaverei. Gewisse Missionare vor Ort hielten sich aber erst nach langen Diskussionen an die Vorgaben aus Basel.

    Bei näherer Beschäftigung zeigt sich, dass sich Sklaverei in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten unterschiedlich manifestierte. Der transatlantische Sklavenhandel ist nicht gleichbedeutend mit der (einheimischen) Sklavenhaltung an der afrikanischen Goldküste im 19. Jahrhundert.

    Was können wir aus einer differenzierten Betrachtung der historischen Verflechtungen und der Konflikte von Missionsgesellschaften mit Kolonialismus und Sklaverei für unseren heutigen Umgang mit Rassismus und Diskriminierung lernen?

    «Inseln der Menschlichkeit»: Mission und transatlantischer Sklavenhandel – das Beispiel der Herrnhuter Brüdergemeine"

    Referat von Dr. Jan Hüsgen, Historiker, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

    ► Präsentation Dr. Jan Hüsgen

    ► Text zur Präsentation, Dr. Jan Hüsgen

    «Gegen das christliche Moralgesetz»: Die Haltung der Basler Mission zur Sklaverei an der Goldküste

    Referat von Andrea Rhyn, Historikerin, Archivarin Mission 21

    ► Präsentation Andrea Rhyn

    ► Die Haltung der Basler Mission zur Sklaverei (PDF)

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    Mission und Kolonialismus

    Die Basler Mission war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in Ländern tätig, die von europäischen Staaten kolonisiert wurden, wie viele andere Missionsgesellschaften auch. Die Kolonialmächte schufen die Voraussetzungen, dass die Missionen ihre Tätigkeit ausweiten konnten, sie sorgten für den Schutz der Missionare und schufen eine Infrastruktur durch den Ausbau von Strassen oder Eisenbahnlinien. Diese Verquickungen und Abhängigkeiten waren nicht frei von Auseinandersetzungen. Missionsgesellschafen leisteten Opposition, wenn sie ihre Aufgaben und ihre Interessen gefährdet sahen. Im Fall der Basler Mission in Kamerun und des American Board of Commissioners for Foreign Missions in Liberia im 19. Jahrhundert stellten sich beide auf die Seite der einheimischen Bevölkerungen gegen die Kolonialverwaltungen, als sie zu der Überzeugung gelangten, dass die Menschen von den Kolonialregierungen unterdrückt wurden. Gleichzeitig wollten sie durch ihren Widerstand den Erfolg der Missionstätigkeit absichern, d.h. weiterhin Zugang zur einheimischen Bevölkerung zu haben sowie weitere Missionsgebiete erschliessen zu können.

    Christlicher Imperialismus in der amerikanischen Kolonisation Liberias

    Dr. Emily Conroy-Krutz, Assistenzprofessorin am Departement für Geschichte der Michigan State University.

    ► Präsentation Dr. Emily Conroy-Krutz (auf Englisch)

    ► Text zur Präsentation, Dr. Emily Conroy-Krutz (auf Englisch)

    ► Basler Mission in Liberia (auf Deutsch)

    ► Mission in Liberia (auf Deutsch)

    Missionen und Kolonialismus – zwischen Symbiose und Abgrenzung

    Referat von Dr. Patrick Moser, Historiker, Archivar Mission 21

    ► Präsentation Dr. Patrick Moser (auf Deutsch)

    ► Text zur Präsentation, Dr. Patrick Moser (auf Deutsch)

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