Missionssynode

Das oberste Entscheidungsgremium von Mission 21 ist die Missionssynode. Ihre paritätisch bestimmten Delegierten aus vier Kontinenten beschliessen einmal jährlich über die Ausrichtung der internationalen Arbeit. Jeweils im Juni wird das Missionshaus in Basel oder ein gastgebender Ort in der Schweiz zum internationalen Treffpunkt der Delegierten und Gäste des internationalen Netzwerks von Mission 21. Die Missionssynode beschliesst Programmarbeit und strategische Ausrichtung, längerfristige Ziele und Finanzplanung von Mission 21. Zudem genehmigt sie Jahresbericht und Jahresrechnung und beschliesst das Rahmenbudget für das Folgejahr. Und die Missionssynode ist Ort der Begegnung und des Austausches. Die Missionssynode strebt Genderparität und eine angemessene Jugendvertretung an. Die Beratungen werden simultan auf Englisch, Deutsch und Spanisch übersetzt.

 

Trägervereine

Gegründet 2001 von mehreren Missionswerken, wird Mission 21 heute von drei Werken getragen: von der Basler Mission (BM), der Herrnhuter Mission sowie der Evangelischen Mission im Kwango (EMIK).

Basler Mission

Die Basler Mission ist der grösste Trägerverein von Mission 21. Sie wurde 1815 gegründet und eröffnete ein Jahr später das Missionsseminar in Basel. 1821 sandte die Basler Mission die ersten Seminaristen aus: in den Kaukasus. Im Jahr 1828 begann die Arbeit der Mission in Ghana, 1834 in Südindien und 1847 in Südchina. 1860 entstand in Basel das grosse Missionshaus, das weiterhin im Besitz der Basler Mission ist. Heute befindet sich hier der Hauptsitz von Mission 21. Im Gebäude betreibt die Basler Mission zudem das Seminarhotel „Bildungszentrum 21”. Der Bau des Missionshauses wurde seinerzeit vor allem durch den pietistischen Kaufmann Christoph Merian-Burckhardt finanziert.

Aus ihrer rund zweihundertjährigen Arbeit in Afrika und Asien und ihrem Engagement in Lateinamerika seit den 1970er Jahren bringt die Basler Mission zahlreiche Beziehungen in Mission 21 ein. Die Basler Mission unterstützt die Arbeit von Mission 21. Ein Teil dieser Unterstützung ist für die wissenschaftliche Betreuung und Aufarbeitung des Archivs der Basler Mission bestimmt. Mission 21 führt das umfangreiche Archiv der Basler Mission weiter. Es umfasst eine Fülle von historischen Text-, Ton- und Fotografiequellen sowie historische Landkarten.

► zum "Hotel Bildungszentrum 21 Basel"

► zu bmarchives.org

► zur Website der Basler Mission

Die Basler Mission war eine Institution mit starker deutscher Beteiligung. 1954 konstituierte sich die Basler Mission Deutscher Zweig, e.V. (BMDZ) in Stuttgart. Seither erneuerte und vertiefte sich die Zusammenarbeit, nun zwischen BMDZ und Basler Mission sowie Mission 21.

► zur Website der BMDZ

 

Herrnhuter Mission

Als Werk der Herrnhuter Brüdergemeine entstand die Mission 1732 unter Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Aus den Missionsgebieten wurden selbständige Kirchengebiete (Provinzen) der „Brüder-Unität“. Heute engagieren sich die Kirchen der Brüdergemeine für Menschen am Rande der Gesellschaft, in Zusammenarbeit mit Mission 21. In der Schweiz stehen die Herrnhuter Gemeinden, genannt Sozietäten, zusammen mit einem grossen Kreis von Losungslesern und weiteren Freunden hinter diesem Werk. Die Herrnhuter Mission pflegt über Mission 21 Beziehungen besonders zu Tansania, Palästina und Südafrika.

► zur Webseite der Herrnhuter Brüdergemeinde in der Schweiz

 

Evangelische Mission im Kwango

Die Evangelische Mission im Kwango (EMIK) begann ihre Tätigkeit in „Belgisch-Kongo” in den 1950er Jahren. Nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonie und der Gründung der Demokratischen Republik (DR) Kongo arbeiteten die EMIK und ihre Partnerkirche Communauté Evangélique du Kwango (CEK) zusammen. Ab 1996 wurde das Ziel verfolgt, alle Projekte und Leitungsaufgaben an einheimische Verantwortliche zu übergeben. Ein Ziel, das seit einigen Jahren erreicht ist. Die konkrete Projektarbeit der CEK umfasst ein weites Spektrum. Es reicht von Gesundheitswesen, Förderung der beruflichen Tätigkeit von Frauen, Landwirtschaft und Bildungswesen bis zu Gemeindeaufbau und Bibelschule.


Kontinentalversammlungen

In Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa organisieren sich die Partner von Mission 21 in den Kontinentalversammlungen (KV). Alle vier KV sind ordentliche Mitglieder von Mission 21 und entsenden Delegierte an die Missionssynode. Dieser Süd-Nord-Austausch wird ergänzt durch regelmässige Süd-Süd-Treffen: Die Kontinentalversammlungen Afrika, Asien und Lateinamerika führen alle drei Jahre eine grosse Konferenz durch, an der sich alle Partnerkirchen und -organisationen mit bis zu drei Delegierten beteiligen dürfen. Hier können sie sich über die Programm- und Projektarbeit sowie über aktuelle Herausforderungen der einzelnen Partner austauschen. Frauenorganisationen sowie Jugendvertreterinnen und -vertreter beraten in einer Vorkonferenz gemeinsame Probleme und Lösungsansätze.

► zu den Partnern

 

Afrika

Die afrikanische Kontinentalversammlung heisst Africa Continental Assembly (ACA). Sie wurde als erste Kontinentalversammlung 2004 in Kamerun gegründet. Die Mitglieder der ACA:

  • Ghana: Presbyterian Church of Ghana (PCG)

  • Kamerun: Presbyterian Church in Cameroon (PCC), Federation of Churches and Evangelical Missions in Cameroon (FEMEC)

  • Kongo: Communauté Evangélique au Kwango (CEK), Université Protestante au Congo (UPC)

  • Nigeria: Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria (EYN)

  • Südsudan: Presbyterian Church of South Sudan (PCOS)

  • Tansania: Moravian Church in Tanzania

Kontinentaltreffen fanden in Kinshasa (DR Kongo), Dar es Salaam (Tansania), Douala (Kamerun) Abuja (Nigeria) sowie 2017 in Accra (Ghana) statt. Im März 2018 traf sich der Ausschuss in Douala.


Asien

Die asiatische Kontinentalversammlung ist die Asian Fellowship of Mission 21 Partners (ASF). Ihr gehören viele Kirchen und Organisationen in Indonesien, Malaysia, Südkorea, Japan, Taiwan und Hongkong an:

  • Hongkong: Tsung Tsin Mission

  • Indonesien: GKE, GKI, GKP, GKPI, GMIM, GMIST, SAG, Germita

  • Japan: United Christian Church of Japan (UCCJ)

  • Malaysia: Basel Christian Church of Malaysia (BCCM) und Protestant Church of Sabah (PCS)

  • Südkorea: die presbyterianischen Kirchen PCK und PROK

  • Taiwan: Presbyterian Church of Taiwan (PCT)

Bisher fanden Kontinentaltreffen in Manado (Indonesien), Kota Kinabalu (Malaysia), Hongkong (China) sowie Taipeh (Taiwan) statt; in Taiwan ist vom 31. Juli bis 6. August 2018 die nächste Versammlung geplant.


Lateinamerika

Die lateinamerikanische Kontinentalversammlung heisst Asamblea Continental Latinoamericana (ACLA). Mitglieder sind eine Vielzahl von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen:

  • Bolivien: Institut für ökumenische andine Theologie (ISEAT), Lutherische Kirche in Bolivien (IELB), Fundación Uñatatawi, FUNDAWI, FUNDAPIM

  • Chile: Evangelischer Entwicklungsdienst (SEPADE), Ökumenisches Zentrum "Diego de Medellín" (CEDM), Dienst für Frieden und Gerechtigkeit (SERPAJ), Methodistische Kirche von Chile (IMECH), Frauenkollektiv Conspirando, Comunidad Teológica Evangélica de Chile (CTE)

  • Costa Rica: Ökumenisches Forschungsinstitut (DEI), Biblische Universität Lateinamerika (UBL)

  • Peru: ADEP, ALFALIT, CEDEPAS, EMAÚS, ISAIAS

  • Consejo Latinoamericano de Iglesias - lateinamerikanischer Kirchenrat (CLAI), mit Sitz in Ecuador

Die Kirchen und Organisationen in Peru, Bolivien und Chile haben sich mit Rundtischen (mesas) organisiert, die kontinental ausgerichteten Partnerorganisationen in Costa Rica und der lateinamerikanische Kirchenrat als mesa continental. Die mesas koordinieren auf der strategischen Ebene und entsenden Delegierte in die Vollversammlung der Asamblea. Bisher fanden Kontinentaltreffen in Santiago de Chile, Lima (Peru) und La Paz (Bolivien) statt. Seit mehreren Jahren existiert auch ein kontinentales Frauennetzwerk mit einer eigenen Website. Die Asamblea Continental wählt ein achtköpfiges Exekutivkomitee, das die Geschäfte führt und die Delegation an die Missionssynode in der Schweiz bildet. Derzeit wird das Komitee koordiniert von der Exekutivsekretärin Silvia Regina de Lima Silva, Direktorin des DEI in Costa Rica.

► zur Webseite des Frauennetzwerks von Mission 21


Europa

Die Kontinentalversammlung Europa (KVE) wurde 2013 gegründet. Mitglieder sind die reformierten Kirchen in der Deutschschweiz, aus dem Elsass, Südwestdeutschlands und Österreichs. Als europäisches Gegenüber zu den Kontinentalversammlungen des Südens verstärkt die KVE den partnerschaftlichen Austausch zwischen Kirchen des Nordens und Südens. Kurz vor der Missionssynode führt sie jeweils ihre Jahresversammlung durch. An der letzten Jahresversammlung, im Juni 2018, wurden die Statuten ergänzt: neu können drei Jugenddelegierte aufgenommen werden. An dieser Sitzung wurde als erste Jugenddelegierte Magdalena Rieder gewählt. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurden Barbara Hirsbrunner (Graubünden) und Pascal Bazell (St. Gallen). Im Amt bestätigt wurden Pia Grossholz (Bern-Jura-Solothurn), Klaus Rieth (Württembergische Landeskirche) sowie als Präsident Daniel Frei-Weber, Pfarramt für Weltweite Kirche der reformierten Kirchen Basel-Stadt und Baselland.