Virus Ebola – L'école de sages-femmes réagit face à la menace

Geoffrey Omari 4 contre 3 sur le web

Geoffrey Omari ist Leiter der von Mission 21 unterstützten Hebammenschule in Juba. Foto: zVg/Mission 21

Die Menschen im Südsudan stehen vor einer neuen Bedrohung. Der Ausbruch des Ebola-Virus mit bisher rund 900 Fällen im südlichen Nachbarland Kongo-Kinshasa löst Besorgnis aus. Das Gesundheitssystem ist stark geschwächt – auch aufgrund der weggefallenen Beiträge von USAID. Mission 21 unterstützt eine Hebammenschule in Juba. Der Leiter Geoffrey Omari möchte die Absolventinnen der Schule für Prävention und Sensibilisierung einsetzen.

Der Ebola-Ausbruch in Kongo-Kinshasa bedeutet eine existenzielle Bedrohung für den Südsudan. Im Land selbst wurden bis Mitte Juni zwar keine Ebola-Fälle registriert. Doch die Krankheit hat von Kongo-Kinshasa bereits nach Uganda übergegriffen, das ebenfalls an den Südsudan grenzt.

Das Gesundheitssystem des Südsudans wurde durch den USAID-Rückzug stark geschwächt. Dringend benötigte Medikamente sind nicht mehr vorrätig; zahlreiche Menschen haben ihre Stelle bei medizinischen Organisationen verloren. Dorina Waldmeyer, Programmverantwortliche Südsudan von Mission 21, sagt: «Drei Viertel der Menschen im Südsudan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dazu zählen vor allem Lebensmittel, aber auch Medikamente und andere Produkte des täglichen Lebens.»

Mission 21 unterstützt eine Hebammenschule in der Hauptstadt Juba, die eine wichtige Ausbildungsstätte ist im Einsatz gegen die hohe Kinder- und Müttersterblichkeit im Südsudan. Angesichts der neuen Bedrohung durch das Ebola-Virus zeigt sich der Leiter der Schule, Geoffrey Omari, im Gespräch besorgt, aber auch engagiert. Er möchte mit Schulungen und Aufklärungsarbeit dazu beitragen, die Ausbreitung des Ebola-Virus einzudämmen.

Geoffrey Omari, welche Auswirkungen hat der Ebola-Ausbruch für die Hebammenschule?

Wir sind im Alltag bereits indirekt betroffen. Wegen der Kontrollen an der Grenze von Südsudan und Uganda, woher ein grosser Teil unserer Versorgung kommt, erreichen uns viel weniger Waren aus Uganda. Das führt zu höheren Preisen für Lebensmittel und damit für uns deutlich höhere Kosten für die Verpflegung unserer Internatsschülerinnen.

Werden konkrete Anpassungen am Ausbildungsprogramm vorgenommen?

Wir haben die Vermittlung von Infektionsprävention im Unterricht verstärkt. Das Programm läuft ansonsten wie gewohnt, und wir erwarten, das Semester am 3. Juli abzuschliessen. Im Moment bereiten wir die Studierenden auf ihre Prüfungen am Ende des Semesters vor. Ich bin optimistisch, dass sich die Situation bis zu den Ferien nicht wesentlich verändern wird. Gleichzeitig bleiben wir wachsam, falls sich die Lage verschlechtern sollte.

Sie stehen auch mit Hebammen in Kontakt, die ihre Ausbildung an der Schule abgeschlossen haben. Arbeiten einige von ihnen auch in Grenzregionen, in denen sie einem hohen Risiko ausgesetzt sind?

Unsere Absolventinnen sind im ganzen Südsudan tätig. Glücklicherweise jedoch nicht in Hochrisikogebieten, und niemand arbeitet in Kongo-Kinshasa. Einige wenige sind auf ugandischer Seite tätig, wo Grenzscreenings und Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr gelten; um sie mache ich mir Sorgen.

Haben Sie Massnahmen angedacht, um auf die aktuelle Situation zu reagieren?

Ich entwickle auch eine Strategie, um das Bewusstsein der Hebammen zu stärken. Wir möchten Gesundheitserziehung in Einrichtungen in Juba sowie in der Presbyterianischen Kirche anbieten. Mit Materialien zur Gesundheitsaufklärung zu übertragbaren Krankheiten, einschliesslich Ebola, sowie mit Screening-Aktivitäten sollen Grundschulen, Sekundarschulen und Colleges der Presbyterianischen Kirche im ganzen Südsudan erreicht werden. In den Kirchgemeinden in diesen Regionen arbeiten wir mit unseren Absolventinnen zusammen und stärken ihre Fähigkeiten, damit sie im Bedarfsfall reagieren können.

Was könnte ein Ebola-Ausbruch für die Hebammen vor Ort bedeuten?

Falls Ebola den Südsudan erreichen sollte, müssten wir unsere Aktivitäten vorübergehend einstellen und die Arbeit von zu Hause aus organisieren, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Ich hoffe sehr, dass es nicht so weit kommt. Ebola-Ausbrüche sind unberechenbar, und wenn sich die Krankheit ausbreitet, können die Folgen schwerwiegend sein, weil sowohl Sterblichkeit als auch Krankheitslast hoch sind. Wir müssen frühzeitig und wirksam Massnahmen zur Infektionsprävention umsetzen, dann können wir das Risiko möglicherweise erheblich senken.

Trotz der Bedrohung wirken Sie optimistisch. Was gibt Ihnen die Hoffnung, dass Sie das Programm weiterführen, und Massnahmen wirksam umsetzen können?

Das Ministerium verfügt über eine klare Politik und einen Reaktionsmechanismus für den Fall, dass ein Fall festgestellt wird. Auch die Screening-Massnahmen an den Grenzen, insbesondere für Bewegungen aus Kongo und Uganda in den Südsudan, geben mir Zuversicht. Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft und wir die Massnahmen zur Infektionsprävention wie vorgesehen umsetzen, glaube ich, dass wir die Situation bewältigen können. Das gibt mir Hoffnung.

Interview: Lukas Geer

L'espoir grâce à votre soutien

Mission 21
Mission Protestante Bâle

Boîte postale 270
Missionsstrasse 21
4009 Bâle, Suisse
Tél. : +41 (0)61 260 21 20
info@mission-21.org

Compte de dons Suisse :
IBAN : CH58 0900 0000 4072 6233 2
Numéro d'exonération fiscale :
CHE-105.706.527

Compte de dons Allemagne :
Caisse d'épargne de Lörrach-Rheinfelden
BIC Swift : SKLODE66
NUMÉRO DE COMPTE : 683 500 48
IBAN : DE39 6835 0048 0001 0323 33
N° de compte : 1032333

logo de l'alliance sud
Retour en haut