Streiks und Strassenblockaden verschärfen die Versorgungskrise in Bolivien. In La Paz und El Alto werden Lebensmittel knapp und für viele Familien unerschwinglich. Die Partnerorganisationen von Mission 21 leisten Unterstützung unter schwierigen Bedingungen und setzen sich für Dialog und Frieden ein.
Die politische Krise in Bolivien verschärft sich. Seit Wochen sorgen Proteste und Strassenblockaden für Versorgungsengpässe im ganzen Land. Besonders betroffen sind die Regionen rund um La Paz und El Alto, wo Lebensmittel knapp werden und die Preise stark gestiegen sind.
Auslöser der aktuellen Spannungen sind anhaltende Proteste gegen die neue Regierung von Präsident Rodrigo Paz. Verschiedene soziale Bewegungen, Gewerkschaften und Unterstützende des ehemaligen Präsidenten Evo Morales fordern seinen Rücktritt. Mittlerweile wurden landesweit über 90 Blockaden errichtet. Die bolivianische Bevölkerung verlangt von der Regierung, den Ausnahmezustand auszurufen und damit das Militär zu beauftragen, gemeinsam mit der Polizei die Strassen freizumachen. Beobachterinnen und Beobachter befürchten weitere gewaltsame Auseinandersetzungen.
Die Folgen für die Bevölkerung sind gravierend. Viele Familien haben Schwierigkeiten, Lebensmittel zu beschaffen. In den Städten La Paz und El Alto gelangen kaum noch neue Waren in die Märkte. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind stark gestiegen und treffen insbesondere Menschen mit geringem Einkommen hart. Bereits vor der aktuellen Krise lebten in El Alto viele Familien unter prekären wirtschaftlichen Bedingungen.

Die eigenen Ressourcen reichen nicht mehr aus
Die Partnerorganisationen von Mission 21 erleben die Auswirkungen unmittelbar. Die Organisation FOCAPACI, die Stadtgärten in El Alto unterstützt, berichtet, dass rund 200 Familien dringend auf zusätzliche Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Dank der Erträge aus ihren Gemeinschaftsgärten konnten sie die vergangenen Wochen überbrücken. Doch nach fünf Wochen Blockaden reichen die eigenen Ressourcen vielerorts nicht mehr aus.
Auch die Arbeit von PRODIASUR in ländlichen Regionen ist stark eingeschränkt. In mehreren Gemeinden können Mitarbeitende seit Wochen keine Projekte vor Ort begleiten. Kleinbäuerliche Familien sind besonders betroffen: Sie können ihre Produkte nicht verkaufen, verlieren wichtige Einnahmen und haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Familien zu versorgen. Bildungsangebote werden deshalb teilweise wieder virtuell durchgeführt, wie bereits während der Corona-Pandemie.
Trotz der angespannten Lage gibt es Bemühungen um Dialog. Verschiedene Akteur*innen versuchen zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Die Partnerorganisationen von Mission 21 hoffen, dass diese Initiativen zu einer Deeskalation beitragen und die Versorgung der Bevölkerung bald wieder gesichert werden kann. Mission 21 steht in engem Kontakt mit ihren Partnerorganisationen vor Ort und verfolgt die Entwicklung aufmerksam.
Die aktuelle Krise verschärft die Not vieler Familien in Bolivien. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Partnerorganisationen dabei, betroffene Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen und langfristig ihre Ernährungssicherheit zu stärken.




