Die Zukunft zu Besuch

Wo genau liegt nochmals Indonesien? Am Zukunftstag lernen die Jugendlichen unsere Projektländer kennen. Foto: Samuel Rink/Mission 21

Knack! Vom kreisrunden Keks bröckeln ein paar Sesamsamen auf den Boden. «Die sind hart!», sagt Emily während sie versucht, nicht noch mehr Brösel zu verlieren. Ihre Gruppe steht im Büro von Dorina Waldmeyer, der Projektverantwortlichen für den Südsudan. «Das sind südsudanesische Weihnachtskekse. Dort ist es jetzt 40 Grad heiss. Bei der Hitze würden Weihnachtsgutzi mit Schokolade schnell schmelzen», erklärt Dorina lachend. Das Mitbringsel soll den 11- bis 14-jährigen die Kultur des Projektlandes etwas näherbringen. Genauso wie die bunte südsudanesische Weihnachtsdeko aus Wolle, von der alle ein Stück mitnehmen dürfen.


Direkter Draht in den Südsudan: Tut Mai Nguoth beantwortet die Fragen den Kinder.

Jetzt versammelt Dorina die Kids um ihr Handy, live auf dem Tut Mai Nguoth, der Direktor einer Partnerorganisation aus dem Südsudan zu sehen ist. «Was macht ihr gerade?», fragt Nicolas in die Kamera und Tut Mai erklärt, dass sie gerade einen Workshop haben. Ein paar Minuten lang zeigt er die Umgebung, dann geht es für die Gruppe weiter zum nächsten Posten.

Gaby Ullrich zeigt, was sie als Leiterin Fundraising macht, um die Arbeit von Mission 21 zu unterstützen.

Globale Gerechtigkeit

Am Zukunftstag können die Jugendlichen erforschen, welchen Weg sie später einschlagen wollen. Ob dieser sie irgendwann zu Mission 21 führt? Noch ist es zu früh für eine Bewerbung. Trotzdem zeigt Myriam Pellet, die Personalleiterin, wie ihr Alltag aussieht – inklusive Bewerbungsgespräche.

Nicht nur die Zukunft des jugendlichen Besuchs ist heute Thema, sondern auch die globale Gerechtigkeit. Belinda Zingg von Swiss Fair Trade, den Büronachbarn von Mission 21, erklärt warum Produkte nicht so billig wie möglich sein sollten.

„In einer Cashewfrucht ist nur ein einziger Kern“, sagt Belinda und zeigt auf die Schale. „Das ist viel Aufwand für unseren Pausensnack.“ Genauso ist es mit den getrockneten Mangos. „Sie schmecken viel besser, weil sie am Baum reifen und gleich vor Ort getrocknet werden.“ Die Jugendlichen greifen zu – lecker!

Ein Rollstuhl bringt Würde

Globale Gerechtigkeit hat viele Gesichter. „Als ich im Kongo war, traf ich Vivienne“, erzählt Christian Weber von der Abteilung Bildung von Mission 21 im Plenum. Das 15-jährige Mädchen war durch Kinderlähmung stark beeinträchtigt. «Sie konnte nur am Boden kriechen und die Eltern versteckten sie aus Scham in ihrer Hütte», sagt Christian und zeigt ein Bild.

Christian erzählt, wie Mitarbeitende von Mission 21 ihr einen aus Fahrradteilen gebauten Rollstuhl brachten. Jahre später habe er sie noch einmal getroffen. «Sie war im Rollstuhl unterwegs. Sie sagte uns, wie glücklich sie ist, dass sie den Menschen nicht mehr kriechend begegnen muss.» Das habe ihr ein Stück Würde, ein Stück Gerechtigkeit zurückgegeben.

Be strong together!

«Diese Geschichte ist mir sehr geblieben», sagt später ein Mädchen, während die anderen ihrer Gruppe ein Plakat zum Thema Gerechtigkeit gestalten. Mit Schere, Leim und Filzstiften präsentieren sie mit gesammeltem Material, was ihnen heute wichtig wurde. «Be strong together!», schreibt ein Junge in grossen Buchstaben.


Nach den vielen Infos ist es Zeit für ein Résumé auf einem Poster.

Gleich gibt es eine Pause mit Glacé – Zitrone-Cola oder Banane-Schokolade. Ein Geschenk von Gelati Gasparini. Der Zukunftstag neigt sich bereits dem Ende zu. Langsam setzt Müdigkeit ein. Dazu hat die Schnitzeljagd am Nachmittag mit Fragen zum Missionshaus wohl das Ihre beigetragen.

«Ich könnte mir vorstellen, mich für Menschen in anderen Ländern einzusetzen», sagt Sara. «Aber ich bin auch an Psychologie interessiert. Vielleicht lässt sich das kombinieren.» Das wird die Zukunft weisen. Die Zukunft, die die Kinder und auch wir heute ein bisschen besser kennenlernen durften.

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