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    Mission – Colonialism Revisited

    Welche Rolle spielten christliche Missionsgesellschaften im Kontext von Sklaverei und Kolonialismus? Gibt es historische Berührungspunkte mit Rassismus und Diskriminierung? Mission 21 rückt die vielschichtige Geschichte von Mission, Kolonialismus und Sklaverei ins Blickfeld, um so den Fokus für die gegenwärtige gesellschaftliche Debatte zu Rassismus und Diskriminierung zu schärfen. Die transparente und wissenschaftliche Aufarbeitung der Missionsgeschichte ist ein wichtiges Anliegen von Mission 21, und wir unterstützen die kritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte bzw. der Geschichte der Basler Mission. Wir hoffen, dass wir damit einen konstruktiven Beitrag leisten können zu wichtigen gesellschaftspolitischen Debatten.

    Black Voices from the Archives

    Die Stimmen von Schwarzen Menschen - und insbesondere von Schwarzen Frauen sind in der Missionsgeschichte immer noch nicht angemessen vertreten. Der Historiker und ehemalige Archivar der Basler Mission, Dr. Paul Jenkins, wirft einen Blick auf einige der Zeugnisse Schwarzer Frauen und Männer von der Goldküste (Ghana), darunter der erste Ghanaer, der von der Basler Mission zum Pastor ordiniert wurde, Theophil Opoku (1842-1913): Opokus Berichte an das Basler Missionshaus werfen ein ungewöhnliches Licht auf die Rezeption seiner Botschaft durch die einheimischen Gemeinschaften, unter denen er wirkte, sowie auf seine Beziehungen zur britischen Kolonialmacht.

    Mission: Religions-Imperialismus und/oder Kultur-Imperialismus?

    War die Verbreitung des Evangeliums durch die Missionen im 19. Jh. ein Akt der kulturellen Überheblichkeit? Die deutsche Historikerin Dr. Karolin Wetjen und der indische Historiker Dr. Mukesh Kumar präsentierten ihre Forschungen zur Leipziger und Basler Mission und blickten auf die historischen Verflechtungen von Kolonialismus, Religion, Kultur und Dominanzansprüchen. Inwiefern war der Kontakt von Missionar*innen mit der einheimischen Bevölkerung eine Begegnung auf Augenhöhe, inwiefern durch ein (vermeintliches) kulturelles Gefälle bestimmt? Es zeigte sich, dass das Verhältnis von Mission und Kolonialismus komplex war: Karolin Wetjen zog das Fazit, dass „Zivilisierungsmission und Bekehrungsauftrag“ nicht voneinander getrennt werden könnten. Ihr Verhältnis sei immer wieder neu ausgehandelt worden. Mukesh Kumar hielt fest, dass die Arbeit der Basler Missionare in Südindien im 19. Jahrhundert ebenfalls von religiösen und kulturellen Absichten geprägt war. Eine Konversion zum Christentum war nur in Verbindung mit einem „arbeitsamen“ und abstinenten Leben nach Vorgaben der Missionare möglich. Die Missionare agierten als überzeugte Vertreter einer west-europäisch geprägten protestantischen Religion und Kultur, die sie als überlegen ansahen.

    Mission und Sklaverei

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    Die Rolle der christlichen Missionsgesellschaften im Kontext der Sklaverei ist ambivalent. Die Leitung der Basler Mission war in ihren Missionsgebieten in Afrika strikt gegen die Sklaverei. Gewisse Missionare vor Ort hielten sich aber erst nach langen Diskussionen an die Vorgaben aus Basel.

    Bei näherer Beschäftigung zeigt sich, dass sich Sklaverei in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten unterschiedlich manifestierte. Der transatlantische Sklavenhandel ist nicht gleichbedeutend mit der (einheimischen) Sklavenhaltung an der afrikanischen Goldküste im 19. Jahrhundert.

    Was können wir aus einer differenzierten Betrachtung der historischen Verflechtungen und der Konflikte von Missionsgesellschaften mit Kolonialismus und Sklaverei für unseren heutigen Umgang mit Rassismus und Diskriminierung lernen?

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    Archiv der Basler Mission: QD-30.004.0008. "Die im Fort in Kumase während des Asanteeraufstandes i. J. 1900 eingeschlossenen: Miss. Ramseyer (langer Bart) & Frau Miss. Jost & Weller. Frau Hasis, der Gouverneur usw."

    Die Basler Mission war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in Ländern tätig, die von europäischen Staaten kolonisiert wurden, wie viele andere Missionsgesellschaften auch. Die Kolonialmächte schufen die Voraussetzungen, dass die Missionen ihre Tätigkeit ausweiten konnten, sie sorgten für den Schutz der Missionare und schufen eine Infrastruktur durch den Ausbau von Strassen oder Eisenbahnlinien. Diese Verquickungen und Abhängigkeiten waren nicht frei von Auseinandersetzungen. Missionsgesellschafen leisteten Opposition, wenn sie ihre Aufgaben und ihre Interessen gefährdet sahen. Im Fall der Basler Mission in Kamerun und des American Board of Commissioners for Foreign Missions in Liberia im 19. Jahrhundert stellten sich beide auf die Seite der einheimischen Bevölkerungen gegen die Kolonialverwaltungen, als sie zu der Überzeugung gelangten, dass die Menschen von den Kolonialregierungen unterdrückt wurden. Gleichzeitig wollten sie durch ihren Widerstand den Erfolg der Missionstätigkeit absichern, d.h. weiterhin Zugang zur einheimischen Bevölkerung zu haben sowie weitere Missionsgebiete erschliessen zu können.

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