Jacqueline Brunner
Teamleitung Kirchliche Partnerschaften
Tel. 061 260 23 37
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Projektnummer: 162.1013
Obwohl die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen im gesamten Programm Nigeria wichtig ist, gibt es ab 2025 zwei Projekte, die gezielt für dieses Ziel arbeiten. Verbunden mit Advoacy für die Rechte von Frauen und Mädchen geht das RUMP Projekt einher, das Frauen und Mädchen schult, qualitativ gute Menstruationshygiene selbst herzustellen und auch zu vermarkten. Das ermöglicht Mädchen den Schulbesuch auch während ihrer Periode, wirkt Menstruationsarmut entgegen und schützt durch die Wiederverwendbarkeit die Umwelt. Ausserdem trägt es durch die enge Zusammenarbeit von Muslimminen und Christinnen zur interreligiösen Verständigung bei.
Dieses Projekt war Teil der Kampagne 2025, “Einstehen für eine friedliche Gesellschaft”, welche die Friedensförderung von Mission 21 in den Fokus rückte. Die aktuelle Kampagne 2026 widmet sich dem Thema “Gemeinsam gegen Gewalt” und dem Einsatz unserer Partnerkirchen und -organisationen gegen geschlechtsbasierte Gewalt.
Nigeria ist mit 224 Millionen Einwohner*innen das bevölkerungsreichste afrikanische Land und hat die grösste Wirtschaft Afrikas. Doch das Land ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Die hauptsächlich im Nordosten operierende dschihadistische Organisation Boko Haram verübt seit 2009 Anschläge auf Dörfer, Städte und Zivilpersonen, zerstört Häuser, Kirchen, Schulen, Läden, Brunnen und Felder, vernichtet Ernten, verschleppt und tötet Frauen, Männer und Kinder. Wer kann, flieht vor den Angriffen. Sexuelle Gewalt ist ein riesiges Problem. Viele Mädchen und Frauen haben ihre Männer oder Eltern verloren, wurden verschleppt und vergewaltigt. Sie müssen sich den Männern in ihrem Leben unterordnen und haben häufig nicht die Chance, eine Schul- und Berufsbildung zu erhalten. Mädchen werden früh verheiratet, es lohnt sich nicht, in ihre Ausbildung zu investieren, so dass sie oft wenig Chancen haben, eigene Entscheidungen zu treffen.
Die monatliche Menstruation wird oft als Schande empfunden und Frauen und Mädchen verstecken sich zu Hause, auch weil sie keinen Zugang zu Hygieneartikeln haben. Durch die Workshops zur Herstellung von qualitativ hochwertigen, waschbaren und damit wiederverwendbaren Monatsbinden wird nicht nur Menstruationsarmut bekämpft, sondern den Mädchen und Frauen ermöglicht, am täglichen Leben aktiv teilzunehmen. Viele von ihnen produzieren die Monatsbinden auch, um sie zu verkaufen und so Geld zu verdienen.
Das Projekt setzte auch 2025 bei diesem oft tabuisierten Alltagsthema an: Menstruation. In Workshops lernten Mädchen und Frauen, wiederverwendbare Menstruationsbinden selbst zu nähen. Die Produkte sind waschbar, langlebig und günstig herzustellen. Dieser Ansatz wirkt auf mehreren Ebenen: Er baut Scham und Tabus ab, weil Menstruation offen thematisiert wird. Er senkt Hürden für Mädchen und Frauen, damit sie auch während der Menstruation zur Schule gehen, arbeiten und am sozialen Leben teilnehmen können. Gleichzeitig reduziert die Wiederverwendung Abfall und schont Ressourcen. Für Teilnehmerinnen eröffnet die Herstellung der Binden zudem eine Einkommensmöglichkeit. In drei Workshops erreichte das Projekt über 150 Mädchen und Frauen. Dass christliche und muslimische Teilnehmerinnen gemeinsam lernten und arbeiteten, stärkte zusätzlich Vertrauen und Zusammenhalt im von religiösen Konflikten geprägten Nigeria.
Ein weiteres Projekt setzte in Jos ein sichtbares Zeichen gegen geschlechtsbezogene und sexualisierte Gewalt. Die muslimische Organisation ICIN und die christliche Organisation WGCRDI arbeiteten dabei eng zusammen. Gemeinsam gingen sie in vier Gemeinden, führten Gespräche mit der Bevölkerung und nutzten Community-Theater, um Gewalt offen anzusprechen, Tabus zu durchbrechen und auf Unterstützungsangebote hinzuweisen. Betroffene erhielten konkrete Hilfe. Insgesamt wurden 46 Gewaltfälle begleitet; 17 Frauen und Mädchen bekamen psychosoziale Unterstützung und rechtliche Beratung. Die Vermittlung von Betroffenen erfolgte unter anderem über Anwältinnen, die Polizei und die nationale Menschenrechtskommission. Ergänzend stärkten Schulungen Frauen und Mädchen im Alltag. Sie erhielten Informationen über ihre eigene Rechte und sowie Wissen zu nachhaltiger, klimaangepasster Landwirtschaft, mit dem Ziel, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern. Der Ansatz verbindet Schutz vor Gewalt mit langfristiger wirtschaftlicher Stärkung, angepasst an die Lebensrealität von Frauen und Mädchen.

224 Millionen Einwohner*innen
8.3 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
CHF 78’000
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