Weltweit, Spezialprojekt

Programm für Gendergerechtigkeit

Projektsumme: CHF 130'000
Projektnummer: 840.1005

Mission 21 strebt das übergeordnete Ziel der Gendergerechtigkeit an. Diese ist erreicht, wenn alle Menschen ein Leben frei von Diskriminierungen führen können, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung. Um dieses Ziel zu verwirklichen, arbeitet die Stabsstelle Frauen und Gender von Mission 21 in drei strategischen Linien: gezielte Förderung von Frauen, Advocacy und Gender Mainstreaming.

 

Hintergrundinformationen

Viele Frauen und Mädchen sind wegen ihres Geschlechts von Diskriminierung und Gewalt betroffen: Oft ist der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erschwert. Die Möglichkeiten, aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken, sind für viele Frauen eingeschränkt. Weltweit hat jede dritte Frau physische oder sexuelle Gewalt erfahren.

Mission 21 blickt auf eine lange Tradition zurück, in der das Werk sich auf verschiedenen Ebenen speziell für die Menschenrechte von Frauen engagiert hat: Gendergerechtigkeit gilt als Leitprinzip aller Entwicklungsprogramme in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die Stabsstelle Frauen und Gender versteht Gendergerechtigkeit als ein Konzept, das Frauen, Männer und sexuelle Diversität sowie den soziökonomischen Hintergrund eines Menschen berücksichtigt. Die Bedürfnisse und Themen der Partnerorganisationen in den verschiedenen Ländern stehen im Zentrum. Gemeinsam wird auf Gendergerechtigkeit hingearbeitet.

In Kontinentalversammlungen, Frauenkonferenzen und regionalen Treffen zeigten sich kontinentale Schwerpunkte: in Afrika die Themen HIV sowie Frauen in Konflikt- und Postkonfliktsituationen; in Asien Menschenhandel und weibliche Wanderarbeiterinnen; in Lateinamerika sexualisierte Gewalt sowie gezielte Morde an Frauen und Mädchen. Religiöser Fundamentalismus wurde in allen Kontinenten als gemeinsame Bedrohung der Menschenrechte von Frauen erkannt.

 

Programmziele

Übergeordnetes Ziel:

Gendergerechtigkeit ist erreicht und die Selbstbestimmung aller Frauen und Mädchen ist gestärkt.

Ziele der drei Aktionslinien:

  • Die gezielte Förderung von Frauen erleichtert den Zugang zu Wissen für Frauen und Mädchen. Sie werden in ihrer Selbstbestimmung bekräftigt und in ihren Fähigkeiten bestärkt.

  • Advocacy stärkt und befähigt Frauen und Männer der Partnerkirchen und -organisationen, ihre Rechte auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene einzufordern.

  • Durch Instrumente des Gender Mainstreaming wird die Wichtigkeit von Gendergerechtigkeit in allen Programmen von Mission 21 anerkannt und strategisch in den einzelnen Programmphasen umgesetzt.

 

Zielgruppe

Der Frauenförderungsfonds (FFF) unterstützt in Aktionen und Initiativen «von Frauen für Frauen» aus den Partnerkirchen und -organisationen von Mission 21 in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Die Aktivitäten im Bereich Advocacy richten sich an Schlüsselpersonen aus Partnerkirchen und -organisationen.

Gemeinsam mit den Verantwortlichen bei Mission 21 werden Materialien und Methoden für die Umsetzung von Gender Mainstreaming erarbeitet.

 

Aktivitäten und Programmfortschritte

Dank des Frauenförderungsfonds werden die erworbenen Erkenntnisse einem grösseren Kreis von Menschen zugänglich gemacht. Der Fonds wird jährlich gesprochen und stellt eine flexible Finanzierung sicher.

In jährlichen Advocacy-Workshops erwerben die Schlüsselpersonen aus den Partnerorganisationen von Mission 21 Kompetenzen für die Advocacy-Arbeit. Sie geben das erworbene Wissen vor Ort weiter.

Beispiel aus Afrika

In vielen Ländern Afrikas wird verstärkt auf den Zusammenhang zwischen sexualisierter Diskriminierung und Gewalt und HIV hingewiesen. In Kamerun wurde mit Unterstützung des FFF ein Workshop zur HIV-Prävention für Frauen in Führungspositionen der Presbyterian Church in Cameroon (PCC) organisiert. Der Workshop wurde von einer Teilnehmerin des Advocacy-Workshops in Basel organisiert. 

Beispiel aus Asien

Die Frauennetzwerke in Asien haben nachhaltige Kampagnen für die Bewusstseinsbildung zu sexualisierter Diskriminierung und Gewalt entwickelt. Die Vereinigung von Theologinnen in Indonesien (PERUATI) z.B. unterstützt und fördert jährlich die internationale Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», welche sogar auf Bezirksebene und in Kirchen aufgenommen wurde. 

Beispiel aus Lateinamerika

Nach drei Generationen des Advocacy-Workshops in Basel konnten mehrere Projekte zur persönlichen und politischen Stärkung von Frauen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt sowie religiösen Fundamentalismus durchgeführt werden.