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DEI, Ökumenische Forschungsabteilung

 

Das Ökumenische Forschungs- und Ausbildungszentrum «Departamento Ecuménico de Investigaciones» (DEI) in San José, Costa Rica, arbeitet in den Bereichen Bildung, Forschung und Publikationen. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Theologie mit anderen Wissensbereichen im Austausch stehen muss. In den Seminaren geht es um interdisziplinäre Fragestellungen aus Theologie, Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialwissenschaften. Das DEI richtet sich an Mitglieder kirchlicher und nicht kirchlicher Basisgruppen und vermittelt ihnen Fähigkeiten, durch die sie aktiv an sozialen Veränderungsprozessen teilnehmen können.
In Lateinamerika formulierte die befreiungstheologische Bewegung in den 1960er Jahren die Forderung nach einer Kirche, die sich für die Armen und für die aus der Gesellschaft Ausgeschlossenen einsetzt. Dieser Gedanke wurde Ende des 20. Jahrhunderts auf Frauen, indigene und afroamerikanische Gruppen, Kleinbauern und Landlose ausge-dehnt. Befreiungstheologisch orientierte Kreise der Kirche solidarisier-ten sich mit den sozialen Bewegungen und teilten die Überzeugung: Theologie soll sich nicht nur mit Bibel und Kirche beschäftigen, sondern muss in einem lebendigen Austausch mit den Alltagsherausforderungen der Leute, sowie im Interdisziplinären Dialog mit der Soziologie, Ökonomie und Anthropologie stehen. An diesem Punkt setzt die Arbeit des DEI an: Die Organisation engagiert sich für Mitglieder kirchlicher Basisgruppen, die in der Indigenen-, Jugend- oder in der Landlosenbewegung, bei den Bauernprotesten oder in der globalisierungskritischen Bewegung aktiv sind. Dabei berücksichtigt das DEI die politischen und ethischen Herausforderungen angesichts der verarmten und ausgegrenzten Bevölkerungsmehrheit Zentral- und Südamerikas. Der Pandemiebedingte weltweite sanitäre Ausnahmezustand hat das DEI dazu veranlasst, seine Räumlichkeiten im April 2020 für rund 40 MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylbewerber zu öffnen und seine Kurse online anzubieten. Damit begann auch eine neue Arbeit im Casa DEI. Neben der Grundversorgung: Verpflegung und Unterkunft, sowie die Begleitung bei Migrations- und Gesundheitsverfahren, leistete das DEI mit Hilfe einer neuen Fach-person psychosoziale Begleitung und bildeten unter strengen Hygienevorkehrungen die rund 40 MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylbewerber in Menschenrechts- und Spiritualitätsfragen weiter, oder haben sie bei der Suche nach Arbeit und online Schule (Kinder) unterstützt. In der neuen Programmphase 2022-2025 wird das DEI neben den Kursen in Bibellektüre das CASA DEI zu einem Zufluchtsort für (politisch) verfolgte MenschenrechtsverteidigerInnen und Umweltaktivisten umfunktionieren.

 

Webseite von DEI

Golda Fuentes

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