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    Lateinamerika, Chile, Costa Rica, Peru, Bildung

    Bildung für den sozialen Wandel in Lateinamerika

    Projektnummer: 400.1020

    Lateinamerika wird in religiöser Hinsicht immer pluralistischer. Gleichzeitig nehmen politisch-religiös gefärbte Fundamentalismen, welche Demokratie und Rechtsstaatlichkeit untergraben, in besorgniserregender Weise zu. Diese konservativ religiösen Gruppierungen sind im politischen Parteiensystem von verschiedenen Nationalstaat gut verankert und stehen in engem Dialog mit den konservativen Medien und wirtschaftlichen und politischen Eliten. Sie verbreiten oft Botschaften, die sich politisch und kulturell stark gegen jeden Fortschritt bei den Menschenrechten für Frauen und die LGTBIQ-Bevölkerung sowie gegen soziale Initiativen richten, die für soziale und ökologische Gerechtigkeit (mehr Regulierung und Wiedergutmachung von Schäden) eintreten und Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel fordern.

    Hintergrundinformationen

    Hintergrundinformation Partner mit akademischem Programm:

    Die Lateinamerikanische Bibeluniversität(UBL), ist eine theologische Hochschule in San José, Costa Rica. Die UBL fördert in ihrer Bildungsarbeit die Sensibilität für Gendergerechtigkeit, Umweltthemen und alternative Wirtschaftsmodelle, die sich am «Guten Leben» für alle orientieren. Ihre Grundsätze sind ökumenische Offenheit, ganzheitliche Spiritualität, Engagement für den Frieden und eine besondere Sensibilität gegenüber der ethnischen Vielfalt Lateinamerikas. Der kontextuellen Theologie verpflichtet hat die UBL vor zwei Jahren beschlossen, „das planetare Leben“ zu einem neuen Schlüsselaspekt der Lehre, Forschung und des Gemeinschaftslebens zu machen. Dafür hat die UBL 2020 die Zertifizierung von Green Seminary erhalten. Das Bildungsangebot der UBL steht allen offen und richtet sich an Menschen in ganz Lateinamerika. Neben der universitären Ausbildung bietet das Biblisch-Pastorale Institut (IBP) der UBL theologische Kurse an, die theologisches Grundwissen vermitteln.

    Die Evangelisch-Theologische Gemeinschaft in Chile (CTE) mit einer Trägerschaft von acht Kirchen bietet als einzige evangelische Ausbildungsstätte in Chile eine theologische Aus- und Weiterbildung auf akademischem Niveau an. Diese richtet sich in erster Linie an Personen aus den verschiedenen evangelischen Kirchen in Chile und ist ganzheitlich und offen für die Diversität der christlichen Traditionen. In den verschiedenen Ausbildungsprogrammen bereitet die CTE die Teilnehmenden auf ihre zukünftige Tätigkeit in Kirche und Gesellschaft vor und legt besonderen Wert auf ein sozial kritisches Bildungsangebot, das sich für gesellschaftliche Inklusion von Andersdenkenden und Minderheiten einsetzt und einer fundamentalistischen Bibellektüre entgegenwirkt, die u.a. stereotype Rollenmuster der Geschlechter zementiert und antidemokratische Staats- und Gesellschaftsstrukturen fördern will.

    Die «Asociación Educativa Teológica Evangélica» (AETE) ist eine Ausbildungsstätte für evangelisch-ökumenische Theologie in Peru. Sie bildet sowohl hauptamtliche Pfarrpersonen als auch ehrenamtlich Tätige und religiös Interessierte für das kirchliche und soziale Engagement aus. Vermittelt wird unter anderem die Fähigkeit, Veränderungsprozesse im jeweiligen Umfeld in Gang zu setzen. AETE wurde von evangelischen Kirchen aus dem ökumenischen Umfeld zuerst als peruanische Zweigstelle der Lateinamerikanischen Bibeluniversität UBL in Costa Rica gegründet. Seit 2012 funktioniert sie unabhängig von der UBL.

    Die theologische Hochschule «Seminario Andino San Pablo» (SASP)

    bietet eine theologische Grundausbildung sowie eine universitäre theologische Ausbildung an. Die universitäre Ausbildung richtet sich ankünftige Pastorinnen und Pastoren und findet in Zusammenarbeit mit der Universidad Biblica Latinoamericana (UBL) in Costa Rica statt. Das SASP hat seinen Sitz in der Stadt Huancayo in den peruanischen Zentralanden. Ein Schwerpunkt des SASP ist die Förderung von Frauen und des interkulturellen Dialoges. Dafür führt das Institut Theologiekurse in Gemeinden des nahegelegenen Regenwaldes, sowie in den Zentral- (Cerro de Pasco und Huanuco) und Südanden (Puno, Apurimac) durch.

    Hintergrundinformation populäres theologisches Bildungsprogramm:

    Das Ökumenische Forschungs- und Ausbildungszentrum «Departamento Ecuménico de Investigaciones» (DEI) in San José, Costa Rica, arbeitet in den Bereichen Bildung, Forschung und Publikationen. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Theologie mit anderen Wissensbereichen im Austausch stehen muss. In den Seminaren geht es um interdisziplinäre Fragestellungen aus Theologie, Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialwissenschaften. Das DEI richtet sich an Mitglieder kirchlicher und nicht kirchlicher Basisgruppen und vermittelt ihnen Fähigkeiten, durch die sie aktiv an sozialen Veränderungsprozessen teilnehmen können.

    Projektziele Programmphase 2022-2025

    Die Partner UBL, DEI, CTE, AETE, SASP tragen mit ihren Aktivitäten im Bereich theologische Bildung zu der Agenda 2030 des Pariser Abkommens bei. Insbesondere arbeiten die Partner an der Inklusion von sozial marginalisierter und vulnerabler Bevölkerung (SDGs 10.2 und 16.7). Studierende in theologischer Bildung eignen sich ökumenische Grundlagen an, die ihnen erlauben sich kritisch mit Themen des Glaubens, der Gesellschaft und ihrer Beziehung zur Umwelt auseinander zu setzen. Dies soll ihnen nach dem Studium den beruflichen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung und Vielfalt erlauben.

    2021 erreichten unsere Partner über ihr theologisches Bildungsangebot 546 Frauen und 431 Männer.

    Zielgruppe

    Zielgruppe akademisches Bildungsangebot 

    Die Bildungsangebote unserer Partner UBL, CTE, AETE und SASP stehen allen Menschen offen, die an einem Theologiestudium interessiert sind. Über die Studierenden kommt die Bildungsarbeit den verschiedenen Kirchen in einer grossen Anzahl von Ländern Lateinamerikas zugute. Primär wird das Angebot durch Pfarrer und Pfarrerinnen, in der Pastoralarbeit tätige Personen, Gemeindeleiter und -leiterinnen genutzt. Dazu kommen Laien und Leitende kirchlicher Organisationen sowie Fachleute, die an Theologie, christlicher oder evangelischer Religionspädagogik interessiert sind. Um den Kreis von potenziellen Theologiestudierenden auszudehnen, haben unsere Partner im Rahmen der Pandemie ihr bereits bestehendes virtuelles Studienprogramm ausgebaut, so dass sogar noch mehr Studierende am Ausbildungsprogramm teilnahmen als vor der Pandemie.

    Zielgruppe populäres Bildungsangebot

    Sowohl das DIE (Costa Rica), wie auch AETE (Peru), arbeiten an einer praktischen Theologie, welche die wichtigsten Konzepte der Theologie mit den täglichen soziopolitischen Herausforderungen und Mechanismen der Ausgrenzung, Gewalt und Unterdrückung verbindet, mit welchem die Zielgruppen ihrer Kurse konfrontiert sind. Ihr Bildungsangebot richtet sich an sozial engagierte Mitglieder von Gemeinden und von sozialen und kirchlichen Bewegungen Lateinamerikas, an Theologinnen und Theologen, Animatorinnen und Animatoren verschiedener Herkunft und an Forscherinnen und Forscher. Die inhaltliche Tätigkeit des DEI orientiert sich an den Ausgegrenzten und politisch Verfolgten des Kontinents, während bei AETE der Fokus geografischer auf die soziale Realität Perus ausgerichtet ist und v.a. im Bereich Gendergerechtigkeit und Gewaltprävention tätig ist. Beide zielen mit ihrem populären Bildungsangebot auf der solidarischen Unterstützung von Frauen, Jugendlichen, Indigenen, AfroamerikanerInnen, Migranten und weiter sozialen Gruppe, die durch Armut, Engagement im Bereich Umwelt und Menschenrechte, ihrer ethnischer oder sozialen Merkmale, sowie ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert oder/und ausgegrenzt werden. 

    Aktivitäten

    Aktivitäten akademisches Bildungsprogramm 

    Die Partner bieten verschiedene Ausbildungsgänge an, die mit einem Diplom, dem «Bachillerato», dem Lizentiat oder gar Master abgeschlossen werden können. Seit Januar 2018 steht das Ehepaar Ángel Román und Simone Dollinger für Mission 21 vor Ort im Einsatz. Ángel Román widmet sich vorwiegend der Lehre und Forschung an der UBL, Simone Dollinger arbeitet als Projektkoordinatorin unserer theologischen Partner. Ende 2019 hat die UBL einen umfassenden Forschungsbericht über die längerfristige Wirkung der theologischen Ausbildung auf soziale Transformationsprozesse veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass das Ausbildungsmodell der UBL kritisches Denken fördert und so zu einem Umdenken bei den Studierenden führt und zeigt wie Theologie in einen Bezug gesetzt werden kann mit konkreten sozialen Herausforderung in Kirche und Gesellschaft. Während der akademischen Ausbildung vollziehen die Studierenden einen Transformationsprozess. Der äussert sich darin, dass die Studierenden ihre bisherige oft konservative theologische Ausbildung hinterfragen und die Aufgabe der Theologie für die Gesellschaft neu entdecken. Die UBL ermöglicht ihren Studenten aber auch, sich mit sogenannten Tabuthemen in kirchlichen und theologischen Ausbildungskreisen zu befassen wie beispielsweise Gender, Sexualität, Feminismus und die latente und schmerzliche Realität der Femizide. Eine zweite, vertiefende Studie mit Fallbeispielen aus Bolivien, Peru und Costa Rica zum sozialen Wirkungsbereich ehemaliger Studierender der UBL wird die UBL per Mitte 2022 veröffentlichen. Unser chilenischer Partner CTE plant für Mitte 2023 die Veröffentlichung eines Forschungsberichtes über die längerfristige Wirkung der theologischen Ausbildung auf soziale Transformationsprozesse in Chile.

    Aktivitäten populäres Bildungsprogramm

    Mission 21 unterstützt das DEI zurzeit mit dem sozio-theologischen Workshop und das Seminar «Lectura Popular de la Biblia». Ausserdem wird ein Beitrag an eine Dozentenstelle geleistet. Der sozio-theologische Workshop stärkt bei den Teilnehmenden das kritische Bewusstsein und fördert eine Reflexion der Genderthematik, Interreligiosität, der Menschenrechte und des Schutzes und Umganges mit der Umwelt. Er leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel, die aktive Teilnahme an sozialen Veränderungsprozessen qualitativ zu verbessern. Mit der Methode der «Lectura Popular de la Biblia» lernen die Seminar-Teilnehmenden, die Bibel in einer kritischen Art selbst zu interpretieren. Sie ist ein wichtiges Instrument, um sich fundamentalistischen Strömungen in Politik, Gesellschaft und Religion zu widersetzen. Mission 21 unterstützt AETE in ihrem populären Bildungsangebot mit der Durchführung von jährlichen Weiterbildungskursen («Diplomados») zu Spezialthemen wie: Gender und Kirche, körperliche Behinderung und Theologie, Kinderpastoral; Umweltgerechtigkeit, Gender und Gewaltprävention in Lima, Chiclayo und Cajamarca in Zusammenarbeit mit lokalen Kirchgemeinden.

    Projektbilder

    Lateinamerika

    • 5,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner
    • 163 Studierende aus 18 Ländern Lateinamerikas waren 2020 an der UBL eingeschrieben
    • 14,4% der Bevölkerung sind protestantisch

     

    Projektbudget 2022

    CHF 231’500

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    Jacqueline Brunner

    Verantwortliche Kirchliche Partnerschaften

    Tel. 061 260 23 37
    ► E-Mail

    Golda Fuentes

    Programm- & Teamverantwortliche Lateinamerika
    Tel: +41 (0)61 260 22 69
    ► E-mail

    Hoffnung dank Ihrer Unterstützung

    Mission 21
    Evangelisches Missionswerk Basel

    Postfach 270
    Missionsstrasse 21
    4009 Basel, Schweiz
    Tel.: +41 (0)61 260 21 20
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    Spendenkonto:
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    Mission 21 e.V.

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