Mit Julio César Mejía Tapia, Jurist, Aktivist und Forscher aus Peru
und María Ximena González-Serrano, Juristin, Aktivistin und Forscherin aus Kolumbien und der Schweiz
sowie dem indigenen Frauennetzwerk zum Schutz des Titicacasees.
Flüsse und Seen sind Lebensspender und gelten auch als kulturelle Quellen. Sie sind jedoch vielerorts durch von Menschen verursachte Verschmutzung und Übernutzung bedroht.
Dieses Webinar widmet sich dem Titicacasee in Bolivien und Peru. Für die indigenen Gemeinschaften, die an und mit ihm leben, ist er ein lebendiger und spiritueller Organismus. Sie nennen ihn ehrfürchtig «Mamacota» – «Mutter Wasser». Sein Einzugsgebiet mit zahlreichen Flüssen ist nahezu so gross wie die Schweiz und bildet seit Jahrtausenden einen bedeutenden Kultur- und Lebensraum der Anden.
Heute ist dieses einzigartige Ökosystem jedoch in Gefahr: durch Umweltverschmutzung, Bergbauabfälle, ungereinigte Abwässer und die Folgen der Klimaerwärmung. Viele Menschen vor Ort setzen sich für den Schutz des Sees ein – besonders indigene Frauen, die eine zentrale Rolle in lokalen Initiativen zur Verteidigung des Wassers spielen. Das Webinar würdigt ihr Engagement, schafft Raum für ein vertieftes Verständnis von Wasser und macht zugleich die Arbeit von Mission 21 und ihren Partnerorganisationen in der Region sichtbar.
Im Webinar kommt zuerst eine Vertreterin des indigenen Frauennetzwerks zum Schutz von Wasser und des Titicacasees zu Wort. Daran anknüpfend gibt Julio Cesar Mejía Tapia Einblicke in die rechtlichen und sozialen Herausforderungen beim Schutz von Wasserressourcen rund um den Titicacasee. Anschliessend ordnet María Ximena González-Serrano das Beispiel des Titicacasees in einen globalen Kontext ein.
Julio César Mejía Tapia ist juristischer Berater des indigenen Frauennetzwerks zum Schutz von Wasser und des Titicacasees. Zudem ist er Leiter des Instituts für Recht, soziale Teilhabe und Umwelt (IDEPAM) innerhalb des Netzwerks „Eco Legistas“ sowie der Initiative „Pasión Constitucional“. Er verfügt über Erfahrung in strategischer Prozessführung im Verfassungs-, Umwelt- und Verwaltungsrecht und hat mit indigenen sowie bäuerlichen Gemeinschaften in verschiedenen Regionen Perus gearbeitet.

María Ximena González-Serrano ist eine in der Schweiz wohnhafte kolumbianische Juristin, Aktivistin und Forscherin im Bereich des Sozialrechts. Seit mehr als fünfzehn Jahren arbeitet sie mit lokalen Gemeinschaften an kollektiven Strategien zur Verteidigung von Territorien und Flüssen gegen extraktive Ökonomien und die Einleitung giftiger Abwässer.

Moderation: Alexandra Flury-Schölch und Manuel Menrath, Team Bildung, Mission 21.
Vorträge und Diskussion auf Spanisch und Englisch, Übersetzung auf Deutsch.