Zuverlässige Unterstützung in instabilen Zeiten

Wer «Indonesien» hört, denkt oftmals an die Trauminsel Bali, paradiesische Sandstrände, üppige Regenwälder und eine grosse kulturelle Vielfalt. Befasst man sich etwas näher mit dem bevölkerungsmässig viertgrössten Staat der Erde, lassen sich auch grosse Herausforderungen erkennen – zu diesen gehört Gewalt an Frauen und Kindern.

Eine nationale Befragung zeigt, dass jede vierte indonesische Frau bereits physische oder sexualisierte Gewalt erlebt hat – zwei der häufigsten Formen geschlechtsbezogener Gewalt. Polizeilich wurde hingegen nur ein Bruchteil dieser Fälle erfasst. Viele Betroffene melden Gewaltdelikte nicht – etwa aus Angst, wegen sozialer Stigmatisierung oder mangelndem Vertrauen in die Behörden.

In der indonesischen Gesellschaft sind viele Frauen strukturell benachteiligt, Ehefrauen ihren Ehemännern sogar zivilrechtlich untergeordnet. Gesetzlich gelten Frauen beispielsweise als schuldig, wenn sie aufgrund häuslicher Gewalt von ihrem Ehemann wegziehen. Mädchen können extreme Varianten von Fremdbestimmung erfahren: Trotz Verbot werden jährlich mehr als eine Million minderjährige Indonesierinnen zwangsverheiratet.

Eindrücke aus Bandung (Westjava, Indonesien), 2026. Fotos: Rosa Panggabean für Mission 21.

Menschenhandel und Gewalt unterbinden

Finanzielle Notlagen, patriarchale Normen sowie familiärer Druck führen auch dazu, dass viele Indonesierinnen in die Städte abwandern oder einen Job im Ausland suchen. Aktuell arbeiten rund sechs Millionen indonesische Frauen im Ausland. Meist werden sie durch Agenturen als Hausangestellte oder Pflegekräfte vermittelt und dabei von den Agenturen finanziell abhängig gemacht.

In Hongkong, wo rund 150'000 Indonesierinnen arbeiten, sind Hausangestellte aufgrund der Wohnpflicht bei den Arbeitgebenden besonders verletzlich für Ausbeutung und Missbrauch. Mission 21 unterstützt dort die Partnerorganisation «Christian Action», die betroffenen Frauen eine Notunterkunft sowie juristische und psychosoziale Begleitung bietet. Zudem engagieren wir uns in Indonesien gemeinsam mit Partnerorganisationen in der Prävention, um Menschenhandel und Gewalt zu unterbinden. Dabei arbeiten wir sowohl mit Kirchen als auch mit interreligiösen Organisationen zusammen und stärken Frauen über Religionsgrenzen hinweg.

Soziale Errungenschaften unter Druck

Seit der Wahl von Präsident Prabowo Subianto im Jahr 2024 werden vonseiten der Politik Fortschritte für die Gleichstellung wieder infrage gestellt – etwa ein wegweisendes Gesetz aus dem Jahr 2022, das eigentlich entscheidende Verbesserungen in der Bekämpfung geschlechtsbezogener und sexualisierter Gewalt brachte.

Die politisch und sozial zunehmend instabile Situation macht die Arbeit von unseren lokalen Partnerorganisationen schwieriger und gleichzeitig umso wichtiger. Sie sind kulturell und religiös eng mit der Bevölkerung verbunden und geniessen deren Vertrauen. Das zeigt sich zum Beispiel beim «Pasundan Durebang Center» in Bandung (Westjava). Gewaltbetroffene Frauen und Kinder sowie Menschen mit vielfältigen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen finden hier Schutz und vielfältige Begleitung, beispielsweise durch die Psychologin Taty P. Suandi und den Pfarrer Cliff Edward Kasakeyan. Ihre Arbeit lernen Sie hier kennen.

Hintergrund: Die aktuelle Lage in Indonesien

Möchten Sie mehr über den gesellschaftspolitischen Kontext erfahren, in dem unsere Projekte angesiedelt sind? Ein Jahr nach dem Regierungsantritt von Präsident Prabowo zieht die Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia! Bilanz. Der Artikel bietet eine fundierte Einordnung der aktuellen Entwicklungen und der Herausforderungen, vor denen die Zivilgesellschaft in Indonesien momentan steht.

Hier geht es zum Bericht von Watch Indonesia! →
Mehr aus der Kampagne 2026

Zwei Stimmen gegen die Gewalt

In Indonesien schauen eine Psychologin und ein Pfarrer dort hin, wo andere wegsehen. Erfahren Sie, wie Taty P. Suandi und Cliff Edward Kasakeyan gemeinsam Tabus brechen und Betroffenen neue Perspektiven eröffnen.

Zur ganzen Geschichte →

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