Südsudan, Friedensförderung

Frauen im Südsudan: Förderung für ein aktives und selbstbestimmtes Leben

Projektnummer: 179.1028

Die Menschen im Südsudan leiden seit fast 70 Jahren unter Bürgerkrieg, Konflikten und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dabei leidet die Bevölkerung auf unterschiedliche Weise. Männer sterben als Soldaten, müssen flüchten, werden gleichzeitig zu Opfern und Tätern. Frauen haben eine andere Rolle im Konflikt. Sie versuchen die Familie zusammen zu halten, sie zu versorgen und gleichzeitig Geld für die Familie und für die Bildung ihrer Kinder zu bekommen. Werden auf einmal Familienoberhaupt und das in einem Land, in dem die Stimme einer Frau historisch und kulturell lange nicht von Bedeutung war.
Im Zentrum des Projekts steht die Förderung von Gleichberechtigung der Frauen, in Leitungspositionen, aber auch im Bildungs- und Wirtschaftsbereich sowie die Überwindung von Gewalt an Frauen.

 

Hintergrundinformationen

Im Jahr 2011 hat sich der Südsudan nach der Spaltung vom muslimischen Norden mehrheitlich zum Christentum bekannt (60% der Menschen). Seither versucht man die muslimische Vergangenheit so gut es geht abzustreifen, zum Beispiel in dem man sich vom Arabischen als offizielle Nationalsprache getrennt hat. Kulturell gibt es dennoch viele tief verwurzelte Traditionen, die nicht so einfach abzuschütteln sind, wie die Kinderheirat und den Brautpreis. Dies ist vor allem im ländlichen Raum weitverbreitet. Die Rechte von Frauen und die Entwicklung von Mädchen wird oft vernachlässigt oder nicht priorisiert und so werden vor allem junge Mädchen verheiratet, weil die Familie das Geld des Brautpreises zum Überleben braucht. Das Gendergerechtigkeit zentral ist für die Entwicklung eines Landes sowie zur Armutsbekämpfung wird bislang weder auf Leitungsebenen lokaler Organisationen noch auf Regierungsebene wahrgenommen. Frauen in höheren Positionen sowie Frauen in Entscheidungsprozessen einzubeziehen, stärkt den Prozess und ist nachhaltiger. Friedensprozesse, an denen Frauen beteiligt waren und Verantwortlichkeiten übernommen haben sind nachweislich nachhaltiger. Dies unter anderem weil der Prozess ganzheitlicher angegangen wurde und nicht ein Prozess aus männlicher Perspektive ist.

Über 52% der Frauen im Südsudan werden verheiratet, bevor sie ihre Volljährigkeit erreicht, haben. Insgesamt geht man davon aus, dass über 80% der Frauen bereits genderbasierte Gewalt erfahren mussten. Hierzu gehört:
 
•    Vergewaltigung
•    sexuelle Übergriffe (auch innerhalb der Ehe)
•    physische Übergriffe
•    Zwangsheirat
•    Kinderheirat
•    Verweigerung von Ressourcen, Möglichkeiten (z.B. Bildung, Arbeit, Dienstleistungen,
      Gesundheitswesen inklusive Verhütung) und Menschenrechte
•    Mentaler und emotionaler Missbrauch

 

Projektziele

Die Stärkung von Frauen und Mädchen in allen Bereichen. Hierzu gehört ein sicherer Raum um sich auszutauschen, sich zu trösten, sich aufzubauen und über das Erlebte zu sprechen und verarbeiten zu kön-nen. Weiter unterstützen wir beim Aufbau von wirtschaftlichem Einkommen und bei Bildungswunsch.

Zielgruppe

Marginalisierte Frauen und Mädchen im Südsudan.

Aktivitäten

•    Ein sicheres Umfeld für Austausch, Tipps und Leben:
      Überwinden von Gewalt durch Unterstützung und Gesprächen.
•    Aufklärung von Frauenrechten.
•    Unterstützung bei Bildungswunsch.
•    Unterstützung zur Generierung von Einkommen.