Malaysia, Bildung

Führungskräfte für eine weltoffene Gesellschaft

Projektnummer: 256.1010

Am Theologischen Seminar Sabah (STS) werden Studierende zu verantwortungsvollen Pfarrpersonen ausgebildet, die zu einer Verbesserung der Lebensumstände beitragen und gesellschaftliche Herausforderungen angehen. Dr. Daniel Gloor, ökumenischer Mitarbeiter von Mission 21, arbeitet als Dozent am STS. Seine zentrale Aufgabe sieht er darin, die Studierenden zu einem kompetenten Umgang mit Texten zu befähigen und sie zu kritischem Denken anzuregen.

Aktuelle Meldungen zur Projektarbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie in unseren News.

Beiträge aus dem Netzwerk von Mission 21 sind hier zu finden: #zeichenderhoffnung

Hintergrundinformationen

Die Bevölkerung des malaysischen Bundesstaates Sabah muss sich vielen Herausforderungen stellen: Der Islam geniesst als Staatsreligion politischen Vorrang, obwohl die Gesellschaft religiös heterogen zusammengesetzt ist, was zu Konflikten führen kann. Ausserdem führt die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu sozialen und ethnischen Gräben, und der Rohstoffabbau sowie die Regenwaldrodung zerstören die Umwelt. Mithilfe der theologischen Ausbildung sollen Studierende des STS einen konstruktiven Umgang mit den oben genannten Herausforderungen finden.

Das STS ist das erste theologische Seminar Malaysias, welches neben Studiengängen auf Chinesisch und Englisch auch solche auf Malaysisch anbietet. Dadurch, sowie dank der Vergabe von Stipendien, wird der gesamten Bevölkerung der Seminarbesuch ermöglicht. Im Wohnheim werden Angehörige unterschiedlicher ethnischer Gruppen in gemeinsamen Zimmern untergebracht, um Vorurteile abzubauen. Über 70 Prozent der indigenen Studierenden benötigen ein Stipendium, da sie aus armen Verhältnissen stammen. Seit der Gründung im Jahr 1988 haben über 3‘600 Personen ein Studium am STS abgeschlossen. Als Ausbildungsstätte für christliche Theologie erhält das STS keine staatliche Unterstützung und ist auf private Spenden angewiesen.

Projektziele

Dank theologischer Stipendien und Daniel Gloors grossem Engagement werden die Studierenden des STS zu Führungskräften ausgebildet, die sich in ihrem Umfeld für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Somit leistet die Ausbildungsstätte einen konkreten Beitrag zu einer solidarischen und friedlichen Gesellschaft in Malaysia.

Zielgruppe

Die Studierenden der malaysischen Fakultät des STS sind die primäre Zielgruppe dieses Projekts. Die meisten stammen aus armen ländlichen Gemeinden, in die sie nach dem Studium zurückgehen und wichtige Impulse für ihre Gemeinschaften geben werden.

Aktivitäten

Mission 21 unterstützt die malaysisch-sprachige Abteilung des STS in Kota Kinabalu, Malaysia:

  Finanzielle Beiträge an Stipendien und Gehälter für die Dozierenden

  Finanzieller Beitrag an die Bibliothek

  Der ökumenische Mitarbeiter von Mission 21, Daniel Gloor, arbeitet seit über zehn Jahren als Dozent für das Neue Testament am STS.

  Förderung von weiterführenden Studien (Master und Doktorat) durch indigene Studierende

Projektfortschritt

Das STS hat sein Ausbildungsangebot – begleitet von sozialen Initiativen wie Kinder- und Wohnheimen, Einkommensförderung für Frauen, Suchtprävention und interreligiösem Dialog – stetig ausgebaut und professionalisiert.

Am STS unterrichten momentan 25 Dozierende und die Zahl der eingeschriebenen Studierenden beträgt 470, davon sind 36 Prozent Frauen. An der malaysisch-sprachigen Abteilung studieren zurzeit 109 Personen. 2019 haben insgesamt 69 Studierende erfolgreich ihr Studium abgeschlossen.

Durch die finanzielle Unterstützung von Mission 21 konnte der Bibliotheksbestand des STS um wichtige theologische Bücher, Nachschlagwerke und Zeitschriften aufgestockt werden. Ebenfalls konnten  2019 vier einheimische Vollzeitstudierende (zwei Männer und zwei Frauen) gefördert werden. Zwei von ihnen haben ihre Studienprogramme am 9. November 2019 erfolgreich abgeschlossen. Sie leisten jetzt einen grossen Beitrag in ihren Kirchen und Gemeinden.

Mit der Gewinnung von Dr. Daniel Gloor für drei weitere Jahre bis und mit 2022 am STS sollen bewusst die Malaysisch-sprachige Fakultät und die Arbeit mit der indigenen Bevölkerung weiter gestärkt werden. Die kontinuierliche Vertiefung der Kenntnisse von Dr. Gloor im Bereich des Arabischen und des Islam durch jährliche Studienaufenthalte im Nahen Osten ermöglichen es, dass er in dem schwierigen Umfeld in Malaysia für Christen sachkundig die Behandlung des Islam und des interreligiösen Dialogs in seinem Unterricht vertiefen konnte. Dabei sucht er auch immer wieder selbst den Dialog ausserhalb des akademischen Rahmens. Dass Dr. Gloors Unterricht und sein riesiger Erfahrungsschatz geschätzt werden, zeigt sich auch an der grossen intellektuellen Neugier seiner Studierenden. Grundlegende Fragen offen zu diskutieren, ist für die Studierenden im islamischen Kontext Sabahs von zentraler Bedeutung.