Südsudan, Bildung

Hebammenschule: Leben für Mütter und Kinder

Projektsumme: CHF 92'000 (2019)
Projektnummer: 179.1022

Die Kinder- und Müttersterblichkeit im Südsudan ist extrem hoch. Im Land herrscht Bürgerkrieg, Mütter und Kinder erhalten keine oder nur sehr geringe Unterstützung. Vor diesem Hintergrund ist die Hebammenschule unserer Partnerorganisation PRDA (Presbyterian Relief and Development Agency) zentral. Frauen werden zum einen fachlich gut ausgebildet, zum anderen bringt die Ausbildung ein Stück Normalität ins Leben zurück. Die angehenden Hebammen werden in Geburtshilfe, Anatomie und Physiologie unterrichtet, dazu auch in Englisch, Mathematik und Erster Hilfe. Jährliche Praktika in einem Spital ermöglichen den Schülerinnen, ihr Wissen in der Praxis anzuwenden.

Hintergrundinformationen

Die Hebammenschule unserer Partnerorganisation PRDA wurde im Jahr 2005 in der Stadt Leer gegründet. Im Frühjahr 2015 wurde die Schule wegen des andauernden Bürgerkriegs von Leer nach Lokichoggio in Nordkenia umgesiedelt. Im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung werden dort qualifizierte Hebammen geschult, um Frauen während der Schwangerschaft und Geburt zu begleiten, Problemen vorzubeugen und Komplikationen zu behandeln. Laut UNICEF sterben im Südsudan täglich 16 Frauen an Komplikationen, die mit einer Schwangerschaft im Zusammenhang stehen. Auf 1000 Lebendgeburten kommen 70 Totgeburten. Auch ganz grundsätzlich besteht die Nachfrage für intensive Gesundheitsausbildung und für Präventionsaktivitäten inklusive Impfungen, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermindern. Sensibilisierungskampagnen umfassen unter anderem die fundamentalen Prinzipien in den Bereichen Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene.

Projektziele

Das Projekt hat zum übergeordneten Ziel, Mütter und Kinder zu unterstützen. Die ausgebildeten Hebammen versorgen Frauen im gebärfähigen Alter mit Wissen betreffend Hygienemassnahmen sowie in Fragen der reproduktiven Gesundheit. Gleichzeitig haben Frauen und Säuglinge einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Zielgruppe

Das Projekt kommt der breiten Bevölkerung im Südsudan zugute, da die ausgebildeten Hebammen wenn möglich an ihren Herkunftsort zurückkehren und dort ihre Tätigkeit ausüben. Andere bleiben im Flüchtlingslager, wo ebenfalls ein grosser Bedarf an ausgebildeten Hebammen besteht. Die Presbyterianische Kirche hat Hebammenschülerinnen verschiedener Ethnien aus verschiedenen Regionen des Südsudans aufgenommen.

Aktivitäten

  • Ausbildung von Frauen zur staatlich anerkannten Hebammen

  • Kauf von Schulmaterialien und Arbeitskleidung

  • Obdach und Verpflegung für die Studentinnen

  • Bau und Renovation von Unterrichts-Räumen

  • Praktische Ausbildung

Projektfortschritt

Im Juli 2019 werden erneut 24 Studentinnen die Hebammenschule abschliessen. Neben dem Unterricht erhalten sie auch psychosoziale Unterstützung erhalten, um zu verarbeiten, was sie während des Krieges im Südsudan erlebt haben.

Im letzten Semester besuchen die Frauen einen Intensivkurs zu HIV-Prävention und zum Umgang mit infizierten Frauen. Dies ist für angehende Hebammen von höchster Wichtigkeit. 

Ein neu eingerichtetes Alumni Netzwerk soll im Jahr 2019 die ehemaligen und die neuen Absolventinnen zusammenbringen. Dieser Austausch soll vor allem den neuen Abgängerinnen eine Unterstützung sein.

Eine Evaluation im Jahr 2016 hat gezeigt, dass einige der ausgebildeten Hebammen weiterstudieren und in einer Hochschule eingeschrieben sind. Andere sind bei internationalen Organisationen wie dem Roten Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen angestellt.