Südsudan, Bildung

Hebammenschule: Leben für Mütter und Kinder

Projektsumme: CHF 72'000
Projektnummer: 179.1022

Die Kinder- und Müttersterblichkeit im Südsudan ist extrem hoch. Im Südsudan herrscht Bürgerkrieg, Mütter und Kinder erhalten keine oder nur sehr geringe Unterstützung. Vor diesem Hintergrund ist die Hebammenschule unserer Partnerorganisation PRDA (Presbyterian Relief and Development Agency) zentral. Frauen werden zum einen fachlich gut ausgebildet, zum anderen bringt die Ausbildung ein Stück Normalität ins Leben zurück. Die angehenden Hebammen werden in Geburtshilfe, Anatomie und Physiologie unterrichten, dazu auch in Englisch, Mathematik und Erster Hilfe. Dreimonatige Praktika in einem Spital ermöglichen es den Schülerinnen, ihr Wissen in der Praxis anzuwenden.

Hintergrundinformationen

Die Hebammenschule unserer Partnerorganisation PRDA wurde im Jahr 2005 in der Stadt Leer gegründet. Im Frühjahr 2015 musste die Schule wegen des Kriegs von Leer nach Lokichoggio in Nordkenia umziehen.

Im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung werden dort qualifizierte Hebammen ausgebildet, um Frauen während der Schwangerschaft und Geburt zu begleiten, Problemen vorzubeugen und Komplikationen zu behandeln.

Laut UNICEF sterben im Südsudan täglich 16 Frauen an Komplikationen, die mit einer Schwangerschaft im Zusammenhang stehen. Auf 1000 Lebendgeburten kommen 70 Totgeburten.

Auch ganz grundsätzlich besteht die Nachfrage für intensive Gesundheitsausbildung und für Präventionsaktivitäten, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermindern. Sensibilisierungskampagnen umfassen unter anderem die fundamentalen Prinzipien in den Bereichen Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene.

Projektziele

Das Projekt hat zum übergeordneten Ziel, die Mütter- und Kindersterblichkeit zu reduzieren. Die ausgebildeten Hebammen versorgen Frauen im gebärfähigen Alter mit Wissen betreffend Hygienemassnahmen. Gleichzeitig haben Frauen und Säuglinge einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Zielgruppe

Das Projekt kommt der breiten Bevölkerung im Südsudan zugute, da die ausgebildeten Hebammen wenn möglich an ihren Herkunftsort zurückkehren und dort ihre Tätigkeit ausüben. Auch sollen bestehende Gesundheitseinrichtungen (z. B. Krankenstationen) in den Herkunftsgebieten der Absolventinnen mit kompetenten Fachkräften ausgestattet werden. Die PRDA rekrutierte die Hebammenschülerinnen in verschiedensten Regionen des Südsudans, damit sich die Gesundheitssituation langfristig überall verbessert.

Aktivitäten

  • Ausbildung von Frauen zur staatlich anerkannten Hebammen

  • Kauf von Schulmaterialien und Arbeitskleidung

  • Obdach und Verpflegung für die Studentinnen

  • Bau und Renovation von Unterrichts-Räumen

  • Falls es die Sicherheitslage erlaubt: Rückkehr der Ausbildungs-Einrichtung samt Personal und Studentinnen vom nordkenianischen Lokichoggio ins südsudanesische Leer

Projektfortschritt

Im Juli 2016 haben 24 Studentinnen die Hebammenschule erfolgreich abgeschlossen. Eine Gruppe von 24 neuen Schülerinnen ist mittlerweile im dritten Semester.

Viele der Schülerinnen haben Traumata erlitten und während des Krieges Familienmitglieder verloren. Die Ausbildung zur Hebamme trägt vor diesem Hintergrund auch dazu bei, wieder ein Stück Normalität zu finden.

Insgesamt haben bereits 79 Frauen die Ausbildung zur Hebamme erfolgreich beendet. Die qualifizierten Fachfrauen sind nun in der gesamten Region als festangestellte oder freiberufliche Hebammen tätig. Sie betreuen jedes Jahr geschätzte 14‘000 bis 20‘000 Geburten. Eine Evaluation im Jahr 2016 hat gezeigt, dass einige der ausgebildeten Hebamme weiterstudieren und in einer Hochschule eingeschrieben sind. Andere sind bei internationalen Organisationen wie dem Roten Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen angestellt.